Scharfes Essen: Wie viel Scoville sind gefährlich?

Scharfes Essen: Wie viel Scoville sind gefährlich?
Dieses scharfe Essen haut jeden aus den Socken

Ich liebe scharfes Essen. Wenn ich Zuhause etwas koche, gibt es kaum Gerichte, bei denen ich nicht noch eine Extra-Portion Chilipulver oder Sambal Oelek dazugebe. Wer bei mir zum Chili con Carne-Essen kommt, sollte sich in Acht nehmen ;) 

Feurige Schärfe ist also genau mein Ding - doch das sollte mir eines Tages zum Verhängnis werden. 

 

Ab wann ist scharfes Essen ungesund?

Auch wenn scharfes Essen viele gesundheitliche Vorteile mit sich bringt (fettreiche Speisen werden besser verdaut, verbesserte Durchblutung der Schleimhäute etc.) kann es auch in die andere Richtung gehen. Wenn man es mit der Dosierung übertreibt, kann scharfes Essen ziemlich schnell ungesund werden. Speziell Menschen mit einem empfindlichen Magen sind davon betroffen. 

 

Ich selbst habe eigentlich einen "guten" Magen. Wahrscheinlich hatte ich deswegen eines Tages die Schnapsidee, mit einem Freund die schärfste Currywurst ever essen zu wollen. 

 

Scharfes Essen: Wie viel Scoville sind gefährlich?

Wir haben bei uns um die Ecke einen Laden, der die "schärfste Currywurst der Stadt" verkauft. Da war es für mich naheliegend, diese zumindest einmal zu probieren. Auf der Angebotstafel im Laden gab es jede Menge Schärfegrade. Es ging von 500 bis 4 Millionen Scoville. "Scoville" ist die Einheit, die zur Abschätzung der Schärfe genutzt wird. Zum Vergleich: Tabascosauce hat meist zwischen 2.500 und 8.500 Scoville. Handelsübliches Pfefferspray hat in etwa 2 Millionen! Je höher die Zahl auf der Scoville-Skala, desto gefährlicher kann es also werden. 

Blauäugig und unwissend wollten mein Freund und ich direkt die schärfste Currywurst bestellen. Vier Millionen Scoville. Doppelt so krass wie Pfefferspray. Bekamen wir aber nicht. "Die gibt es nur bei Wettbewerben und wenn ein Arzt anwesend ist", erklärte der Verkäufer. 

Anstatt das nach dieser Ansage bei uns langsam die Alarmglocken im Kopf losgingen, bestellten wir großmäulig "dann halt die Schärfste, die wir bekommen können". Sollten wir das bereuen? Oh ja, das sollten wir. 

 

Dieses scharfe Essen werde ich nie vergessen

Unsere Currywurst trug den netten Beinamen "Kamikaze". Satte 1,2 Millionen Scoville erwarteten uns. Normalerweise probiert man bei so einer Currywurst ein bis zwei Stücke und hört auf. Ich hatte aber dummerweise ziemlich dollen Hunger und haute schnell die kleine Portion weg. Ein riesen Fehler. Die Schärfe setzte nämlich erst einige Sekunden später ein. 

Mir wurde plötzlich unfassbar heiß. Meine Augen fingen an zu tränen. Ich schwitzte aus jeder Pore. Auch mein Magen rebellierte auf einmal. Um die ganze Situation (im wahrsten Sinne des Wortes) zu entschärfen, trank ich Milch, weil diese viel Fett enthält. Damit werden die Scharfstoffe wie Capsaicin aus dem Essen herausgelöst. Wichtig: Wasser bringt daher in solchen Situationen nichts, außer dass sich die Schärfe nur noch weiter im Mund verbreitet. 

 
 

Die schlimmste Nebenwirkung von scharfem Essen

Auch wenn die Milch ein wenig half, ging es uns - speziell mir - aber nicht unbedingt besser. Ich saß nur noch zusammengekauert auf der Bank im Imbiss und fühlte mich schrecklich. Nach einer Stunde und gefühlten fünf Litern Milch später ging es wieder einigermaßen und wir verließen den Laden. 

Zuhause angekommen legte ich mich erstmal ins Bett, weil ich vollkommen fertig war. Als ich aufwachte musste ich auf Toilette. "Zum Glück muss ich jetzt nur pinkeln", dachte ich mir. Nichtsahnend saß ich da und wollte "laufen lassen", bis mich auf einmal der Schlag traf. Durch die eine Million Scoville Currywurst war mein Körper noch mit Scharfstoffen vollgepumt. Deswegen brannte mein Urin wie Höllenfeuer (und das ist wirklich noch untertrieben). Es kam ein Schrei aus mir heraus, der wahrscheinlich noch die Häuserblöcker nebenan hat Aufschrecken lassen.  

Für den Rest des Tages trank ich keinen Schluck Milch mehr, um nicht mehr auf Klo zu müssen. Stattdessen aß jede Menge Joghurt, das hatte in etwa den gleichen Effekt wie Milch. Am nächsten Morgen war dann zum Glück auch alles wieder okay. Den Scoville-Battle hatte ich definitv verloren. Und ich frage mich heute noch: Was wäre wohl mit mir passiert, wenn wir an diesem Tag tatsächlich die schärfste Currywurst (4 Mio. Scoville) im ganzen Laden bekommen hätten? 

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