Cybermobbing: Die 5 schlimmsten Fälle

Cybermobbing kann jeden treffen!
Cybermobbing kann jeden treffen!

Heutzutage hat fast jeder ein Smartphone, Tablet, oder Laptop und damit Zugang ins Internet. In sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter oder Ask.fm wird es den Tätern einfach gemacht, auf ihre Opfer loszugehen und sie fertigzumachen. War das Mobbing für viele nach Schulschluss meist vorbei, warten die gemeinen Sprüche und Aktion beim Einloggen ins soziale Netzwerk nur auf einen. Selbst bei Facebook, wo jeder mit seinem echten Namen schreibt, ist Cybermobbing an der Tagesordnung. Für einige Mobbing-Opfer ist die Belastung einfach zu groß und so flüchten sich junge Menschen in den Tod.

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Als "Homo" und "Looser" beschimpft 

Holland, 2012: Tim Ribberink (20) wurde jahrelang im Internet gemobbt, dann hielt er es nicht mehr aus und nahm sich selbst das Leben. In seinem Abschiedsbrief schrieb er: "Liebe Pap und Mam, ich wurde mein ganzes Leben lang verspottet, gemobbt, gehänselt und ausgeschlossen. Ihr seid fantastisch. Ich hoffe, dass ihr nicht böse auf mich seid. Auf Wiedersehen, Tim." Tim mied den Kontakt mit Gleichaltrigen, er war ein Einzelgänger und hatte keine Freunde in der Uni. Nur von Älteren fühlte er sich verstanden. Immer wieder hat Tim auf Facebook und Twitter Nachrichten bekommen, in denen er als "Softie", "Looser" und "Homo" beschimpft wurde. 

 
 

"Tu uns einen Gefallen und bring dich bitte einfach um" 

Im August 2013 endete ein Cybermobbing-Fall auch in Großbritannien tragisch: Hannah Smith (14) war bei Ask.fm angemeldet. Das ist eine Seite, bei der man sich anmelden und Fragen von anderen Usern oder anonymen Nutzern beantworten kann. Doch statt normale Fragen hat Hanna viele anonyme Nachrichten bekommen: "Stirb, jeder wäre glücklich darüber" oder "Tu uns einen Gefallen und bring dich bitte einfach um". Hannah ertrug diese Beschimpfungen nicht mehr und erhängte sich in ihrem Kinderzimmer. Ihre 16-jährige Schwester fand sie. Die Eltern verkaufen jetzt das Haus.

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Auch anderen Selbstmorden von Jugendlichen konnte eine Verbindung zu Ask.fm nachgewiesen werden: Josh Unsworth († 15) aus Lancashire erhängte sich im April 2013 hinter seinem Elternhaus, weil er immer wieder Beleidigungen im Internet lesen musste. Herbst 2012 brachten sich auch Ciara Pugsley († 15) und Erin Gallagher († 13) aus Irland um, beide wurden ebenfalls mit Hassnachrichten auf Ask.fm beschimpft.

 

Fotos ihrer Vergewaltigung führten in den Selbstmord

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Kanada, 2012: Rehtaeh Parsons (15) wurde von vier Jungs auf einer Party vergewaltigt. Es wurde viel Alkohol getrunken und Rehtaeh bekam nicht mehr viel mit: Während ein Junge über sie herfiel, haben die anderen Jungs auf der Party Fotos gemacht. Innerhalb von drei Tagen hat jeder an Rehtaehs Schule und in ihrer Heimatstadt die Bilder gesehen. Das Mädchen wurde seitdem immer wieder als "Schlampe" beschimpft und bekam regelmäßig Nachrichten, wo wildfremde Leute mit ihr Sex forderten. Die Polizei legt den Fall schnell zu den Akten, sie fanden keine Schuldigen. April 2013 nahm sich Rehtaeh das Leben. Der Vergewaltigungs-Fall wird jetzt neu aufgerollt, auch weil die Hacker-Gruppe Anonymous drohte, die Namen der Vergewaltiger zu veröffentlichen.

 

Der "Facebook-Mord" aus den Niederlanden

Niederlande, Januar 2012: Ein 14-Jähriger hat ein gleichaltriges Mädchen erstochen. Der Jugendliche wurde für den Auftragsmord sogar bezahlt. Er soll zwischen 50 bis 100 Euro dafür bekommen haben. Angefangen hatte alles auf Facebook. Das Opfer Winsie hat dort Geschichten verbreitet, dass ihre ehemalige Freundin Polly Sex mit mehreren Jungen hatte. Polly hat das nicht gefallen und so hat sie mit ihrem Freund den Mord geplant und den Täter angeheuert. Der Täter klingelte an der Haustür von Winsie, sie machte auf und wurde mit einem Messer in Hals, Gesicht und Händen gestochen. Winsie starb fünf Tage später im Krankenhaus.

Der Täter wurde zu einem Jahr Jugendgefängnis und drei Jahren Zwangstherapie verurteilt. Die beiden Anstifter zum Mord wurden zu jeweils zwei Jahren Jugendhaft und Therapie verurteilt.

 

Weil er schwul war, verlor er alle seine Freunde

USA, 2012: Kenneth Weishuhn (14) war neu an seiner Highschool. Er hat kein Geheimnis daraus gemacht, dass er schwul ist. Er hatte einen Pinterest-Account, auf dem er regelmäßig Bilder teilte, die schwule Pärchen zeigten. Auch zeigte er offen, dass er auf Justin Bieber oder Louis Tomlinson von One Direction stand. Trotzdem wurden ihm immer wieder Hass-Nachrichten geschickt. Sogar auf seinem Handy gingen immer wieder Anrufe mit Todes-Drohungen ein. Als seine Mutter ihn auf das Problem anspricht, winkt er einfach nur ab. So schlimm sei es ja nicht. Kenneth war sehr beliebt, doch als er sich als schwul outete, änderte sich das schlagartig: Seine ehemaligen Freunde haben sogar eine Anti-Schwulen-Gruppe auf Facebook gegründet. Kenneth nahm sich im April 2012 das Leben.