Survival-Training: Wie du in der Wildnis überlebst

Ist hier jemand? Wenn du in der Wildnis überleben möchtest, musst du auf viele verschiedene Dinge achten.
Ist hier jemand? Wenn du in der Wildnis überleben möchtest, musst du auf viele verschiedene Dinge achten.

Keine Menschenseele weit und breit. Du bist auf dich allein gestellt – in der Wildnis! Kein Supermarkt um die Ecke, ein festes Dach über dem Kopf, kein Handyempfang. Jetzt heißt es für dich: überleben! Etwas Essbares suchen, damit du bei Kräften bleibst. Eine Unterkunft bauen, die dir Schutz bietet. Plötzlich bist du mittendrin im Abenteuer – Überlebenskampf pur. Ohne Hilfsmittel musst du dich jetzt also in der Wildnis zurechtfinden. Wie das erfolgreich klappen kann, verrät dir der BRAVO-Survival-Guide!

 

Schlafstätte bauen

Die DIY-Schlafstätte schützt dich in der Nacht. 

Der Bau einer Schlafstätte steht ganz oben auf deiner To-do-Liste. Dein kuscheliges Bett musst du wohl oder übel gegen ein praktisches Laub-Zelt eintauschen. Es schützt dich in der Nacht vor Kälte und hält dich bei Regen trocken. Für deine Notunterkunft benötigst du Äste und Laub. Such dir zuerst eine trockene, möglichst windgeschützte Stelle. Ein Y-förmiger Ast (Astgabel) markiert den Eingang deines Zelts. Auf ihn wird ein großer, stabiler Ast gelegt, der auf der anderen Seite auf dem Boden aufl iegt. Weitere Äste an der Seite geben der Konstruktion mehr Halt. Zuletzt wird aus Laub ein dichtes Dach auf die Äste gelegt.

 

Nahrungssuche

Dein Magen meldet sich mit lautem Knurren – Hunger! Die letzten Kekse aus deinem Rucksack hast du auch schon verdrückt. Verhungern musst du dennoch nicht, denn in der Wildnis findest du so einiges Essbares. Selbst wenn du im ersten Moment denkst „Igitt, wie eklig!“, Insekten sind eine gute Nahrungsquelle. Heuschrecken schmecken geröstet am besten, Ameisen solltest du vorher kochen. Regenwürmer haben übrigens einen sandigen Geschmack. Ganz wichtig: Finger weg von Pflanzen, die du nicht kennst! Eine Pflanzenvergiftung macht sich oft durch Übelkeit oder Schwindel bemerkbar.

 

Gefahren in der Wildnis

Auf die Begegnung mit einem Bären kannst du verzichten, oder? 

Du kannst erleichtert aufatmen: Die Wahrscheinlichkeit, in freier Wildbahn auf einen Bären zu treffen, ist ziemlich gering. In Deutschland gilt der Braunbär schon lange als ausgestorben. Zudem sind Bären scheue Tiere, die Menschen lieber aus dem Weg gehen. Auch die Waldbewohner Wolf und Wildschwein meiden Begegnungen mit dem Menschen. Triffst du trotzdem auf ein wildes Tier, ist es wichtig, dass du Ruhe bewahrst. Indem du dich langsam und vorsichtig zurückziehst, signalisierst du dem Tier, dass du keine Bedrohung darstellst.

 

Orientierung in der Wildnis

„Hilfe, wo bin ich?“ Schilder, die dir den Weg weisen, suchst du in der Wildnis vergeblich! Schnell bei Google Maps nachschauen? Nope, deinem Handy ist schon längst der Saft ausgegangen. Die Faustregel in der Wildnis: Mach dich mit deiner Umgebung vertraut! Präg dir besondere Stellen ein.

Das kann zum Beispiel ein seltsam geformter Baum oder ein großer Felsen sein. Damit du dich später wieder an den Weg erinnern kannst, kannst du auch eine Geschichte erfinden, in der alle markanten Orte auftauchen. Eine gute Alternative zu einer Story sind kleine Steinmännchen oder -hügel, mithilfe derer du Stellen für dich markierst bzw. wiedererkennbar machst.

 

Feuer machen

Pfadfinder schwören in der Natur auf die Feuerbohren-Methode.

Ein knisterndes Feuer schenkt dir nicht nur Wärme und Licht, es hilft bei der Zubereitung von Essen oder dem Abkochen von verunreinigtem Wasser. Erster Schritt ist die Suche nach einer geeigneten Feuerstelle. Halte Abstand von leicht entflammbaren Sträuchern und trockenen Ästen. Ein unkontrolliertes Feuer kann zu einem lodernden Waldbrand ausarten! Wenn kein Feuerzeug zur Hand ist, greifen Pfadfinder zur Feuerbohren-Methode, die allerdings Übung erfordert. Ein Holzstab wird in ein Stück Holz gebohrt und so lange schnell hin- und hergedreht, bis heiße Glut entsteht, die wiederum eine Flamme entfachen kann.

 

Die richtige Ausrüstung

Im Idealfall denkst du schon beim Packen deines Rucksacks an wichtige Ausrüstungsgegenstände, die dir später in der Wildnis von Nutzen sein können. Aber was ist überlebenswichtig und was kann zu Hause bleiben? Weniger ist mehr! Ein schwerer Rucksack macht dir auf Dauer nur Probleme. Beschränk dich auf ein grundlegendes Survival-Kit. Als Grundausrüstung solltest du auf jeden Fall ein Taschenmesser, einen Kompass, eine Plastikplane (als Unterschlupf), eine Taschenlampe, ein Stück Schnur, ein Feuerzeug sowie einen Wasserfilter für Trinkwasser im Gepäck haben.

 

Das Wetter 

In der Natur bist du Wind und Wetter gnadenlos ausgesetzt, die Frage „Wie wird das Wetter?“ spielt für dich eine wichtige Rolle. Veränderungen in deiner Umgebung können dir eine Antwort liefern. Anhand dieser Wetter-Signale lässt sich eine Vorhersage treffen. So kündigen zum Beispiel viele Nacktschnecken und Regenwürmer einen Regenschauer an. Kurz vor dem Niederschlag verströmen Pflanzen und Bäume einen intensiveren Geruch. Große dunkle Wolken und starker Wind verraten dir, dass ein Gewitter im Anmarsch ist. Bei Gewitter gilt: in die Hocke gehen und sich klein machen!

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