Gendern: Was das ist und wie es richtig geht

Alle sprechen vom Gendern, aber wie funktioniert das eigentlich und warum ist das so wichtig? Wir verraten dir, wie du richtig gendern kannst und was zu beachten ist. 

Gendern: Was das ist und wie es richtig geht
Wer eine Gesellschaft will, in der Gleichberechtigung herrscht, der muss auch gendern können!
Inhalt
  1. Was bedeutet "gendern"? 
  2. Warum ist gendern wichtig? 
  3. Gendern: Wie geht es und welche Regeln sind zu beachten? 
  4. Wann sollte man gendern? 
  5. Gendern: Kann man dagegen sein? 
 

Was bedeutet "gendern"? 

Auf Instagram hast du bestimmt schon mal diese oder eine ähnliche Caption gelesen: „Markier einen Freund, der mit dir Sport treiben muss!“ Hast du dich gefragt, warum da nur Freund steht, obwohl du natürlich genauso deine Freundin markieren darfst?! Oder hast du dich gar nicht angesprochen gefühlt? Das könnte nämlich passieren, wenn man nicht gendert! Das Wort "gender" kennst du aus dem Englischen, und es bedeutet Geschlecht. Beim Gendern geht es darum, dass unsere Sprache jedes Geschlecht mit einbeziehen und ansprechen sollte. Also Mädchen, Jungs und auch Menschen, die sich einem anderen oder keinem Geschlecht zugehörig fühlen. Kommunikation ist ein großer Bestandteil unseres Lebens. Sogar, wenn wir nichts sagen, kann man viel über Körpersprache und Mimik deuten und dabei auch Lügen enttarnen. Wenn unsere Gesellschaft moderner und toleranter wird, muss außerdem auch unsere Sprache an diese Entwicklungen angepasst werden. Genau deshalb ist gendern so wichtig

 

Warum ist gendern wichtig? 

Problematisch ist, dass wir – wie oben im Beispiel – beim Sprechen und Schreiben oft automatisch zur männlichen Form greifen. Wir reden von Freunden oder Schülern. Wo sind die Mädchen? Die Freundinnen und Schülerinnen? Besonders deutlich wird das bei Berufsbezeichnungen. So heißt es gern mal: „Du willst Erzieherin werden? Oder eine Ausbildung als Polizist machen?“ Fällt dir auf, dass in jedem Beruf das Geschlecht indirekt mitschwingt? Man könnte meinen, dass Jungs keine Erzieher werden oder Mädchen keine Polizistinnen. Das ist nicht cool! Und transsexuelle Menschen werden in beiden Bezeichnungen ebenfalls ausgeschlossen. Auf diese Weise kann Sprache schuld daran sein, dass sich Gruppen diskriminiert fühlen oder Vorurteile entstehen. Wir verraten euch, wie auch DU richtig gendern kannst. 

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Gendern: Wie geht es und welche Regeln sind zu beachten? 

Damit sich jeder gleichberechtigt fühlt, wurde die gendergerechte Schreibweise eingeführt. Durch Symbole wie ein Stern *, Unterstrich _, Doppelpunkt : oder Schrägstrich / sollen sich Frauen, Männer und Trans-People gleichermaßen angesprochen fühlen. Hier ein Beispiel: "Die Lehrer*innen sind sehr stolz auf ihre Schüler*innen." Es gibt sogar einige Wörter, bei denen man komplett geschlechtsneutrale Ausdrücke benutzen kann, wie "Studierende" oder "Teilnehmende". In Stellenausschreibungen werdet ihr außerdem auch immer sehen, dass nach "männlich, weiblich und divers" gesucht wird. "Divers" ist die offizielle Bezeichnung für eine nichtbinäre Geschlechtsidentität. Gendern geschieht also aus einer sehr guten Absicht heraus und soll für mehr Toleranz und Gleichberechtigung sorgen. In der gesprochenen Sprache wird übrigens auch gegendert. An der Stelle, wo das Sternchen/Unterstrich/Doppelpunkt/Schrägstrich ist, wird eine kurze Pause eingelegt, ähnlich wie bei einem Komma. 

 

Wann sollte man gendern? 

Im Alltag oder in der Schule wirst du bisher wenig damit zu tun haben. Aber das Thema wird immer wichtiger und es gibt sehr viele Menschen, die sich das Gendern schon im allgemeinen Sprachgebrauch antrainieren. Auch auf sozialen Medien wie Instagram oder TikTok wird man viel damit konfrontiert. Um deutlich zu machen, welchem Geschlecht sich Nutzer*innen zugehörig fühlen, wird im Profil das zugehörige Pronomen (sie/ihr, er/ihm etc.) oder die geschlechtliche Identität Cis-Frau/Mann oder Trans-Frau/Mann angegeben. Am Arbeitsplatz oder an Universitäten ist es mittlerweile schon Grundvoraussetzung. Meist hat jede Universität einen Leitfaden mit Gender-Regeln, der allerdings auch überall unterschiedlich sein kann. Genau das macht Gendern kompliziert: Es wird überall anders gemacht. Nicht mal der Duden legt eine einheitliche Schreibweise fest, sondern gibt lediglich Ratschläge. Aktuell scheint sich übrigens das Sternchen * durchzusetzen. Wichtig ist vor allem, dass sich große Unternehmen, Institutionen und die Politik daran halten, denn sie sprechen eine breite Masse an und sollten im besten Fall niemandem auf die Füße treten. Wenn wir jedoch alle versuchen auch im Alltag mehr darauf zu achten, können wir für mehr Toleranz in unserer Gesellschaft sorgen. 

 

Gendern: Kann man dagegen sein? 

Das Thema "Gendern" hat in letzter Zeit für ziemlich viel Trubel gesorgt. Es gibt einige Kritiker, die es übertrieben finden und gendergerechte Texte als schwer lesbar bezeichnen. Ein Beispiel: „Die Verkäufer*innen haben sich bei ihren Chef*innen darüber beschwert, dass die Kund*innen heute sehr unhöflich waren.“ Ufff, was für ein krasser Satz! Durch die Gender-Markierungen wird er noch mehr in die Länge gezogen. Dabei sollten Texte für unsere Augen und unseren Kopf angenehm und verständlich zu lesen sein. Was tut man nun dagegen? Einerseits will man niemanden ausschließen, andrerseits soll es nicht hässlich aussehen. Eine Lösung, die viele Firmen oder Online-Seiten nutzen: Es wird am Schluss des Textes darauf hingewiesen, dass aufgrund der Lesbarkeit nicht gegendert wurde, aber natürlich alle Geschlechter gemeint sind. Oder man greift auf neutrale Formulierungen zurück wie „die Kundschaft“ oder „die Polizei“, was nur leider nicht bei allen Wörtern geht. 

FAZIT: Man schafft es nie, es allen recht zu machen – aber sollte es zumindest versuchen! Was zählt ist, dass wir darüber sprechen, welche negative Wirkung Sprache unbewusst haben kann und was wir dagegen tun können. Wichtig ist auch, dass wir versuchen besser darin zu werden. Was zu Beginn noch etwas ungewohnt ist, wird sich mit ein bisschen Übung bald ganz natürlich anfühlen. Vor lauter Kritik und Nörgeln sollten wir nämlich nicht vergessen, dass es hier um Gleichberechtigung geht und die ist definitiv wichtiger als unsere Bequemlichkeit.