Transsexuell: Was bedeutet das?

Transsexuell: Was bedeutet das?
Was bedeutet es, transsexuell zu sein?
 

Transsexuell: Was bedeutet das?

Du bist als Mädchen geboren, aber wärst lieber ein Junge? Oder andersrum? Wer transsexuell ist, hat das Gefühl, im falschen Körper zu leben. Das biologische Geschlecht ist also ein anderes, als das empfundene oder gewünschte Geschlecht. Was das für Transsexuelle bedeutet, und wo es Hilfe gibt, erfährst du hier!

Es ist kein leichter Weg für junge Menschen, mit dem Gefühl zu leben, im falschen Körper geboren zu sein. Viele Betroffene zeigen oder merken es schon sehr früh, dass bei ihnen etwas anders ist, als bei ihren Freunden und Freundinnen. Doch bis sie diesem Anderssein einen Namen geben können, vergeht oft viel Zeit. Und noch länger dauert es meist, bis sie dazu stehen können - auch vor anderen. Dazu kommt: Betroffene haben in vielen Momenten ihres Lebens damit zu kämpfen, dass ihre Besonderheit von anderen nicht anerkannt wird.

 

Woran merkt man, ob man transsexuell ist?

  • Es gibt sogenannte "Frau-zu-Mann-Transsexuelle". Das sind Mädchen/Frauen, die lieber einen männlichen Körper hätten und sich eher "typisch männlich" verhalten. Und es gibt "Mann-zu-Frau-Transsexuelle". Das sind Jungen/Männer, die sich wie eine Frau fühlen und auch eher weibliche Verhaltensweisen aufzeigen. Fachleute haben sich auf einige Merkmale geeinigt, die darauf hindeuten, dass ein Junge oder Mädchen transsexuell ist.
  • Sind alle drei Punkte erfüllt, kann man von Transsexualität sprechen:
  • Der Widerspruch zwischen körperlichem und psychischen Geschlecht muss "dauerhaft und tiefgreifend" sein. Das heißt, es muss über Jahre das intensive Bedürfnis bestehen, im anderen Körper leben zu wollen, um ein glückliches Leben führen zu können.
  • Es besteht das Gefühl, sich nicht dauerhaft so verhalten zu können, wie es das biologische Geschlecht vorgibt. Die typisch männliche oder typisch weibliche Verhaltensweise wird also durchgehend abgelehnt.
  • Es muss einen so genannten "klinisch relevanten Leidensdruck" geben. Das heißt, jemand muss so sehr unter seinem Wunsch nach dem anderen Geschlecht leiden, dass er dadurch möglicherweise ernsthaft psychisch erkranken könnte oder bereits erkrankt ist. Ein Leidensdruck kann natürlich auch dadurch entstehen, dass jemand durch seinen inneren und körperlichen Konflikt in seiner Alltagsgestaltung (Schule, Freundeskreis, Arbeit) sehr belastet oder beeinträchtigt ist.
  • Diese Kriterien sind nötig, um die Transsexualität von einem Fachmann oder Gutachter bestätigen zu lassen. Erst nach einer sicheren Diagnose können Betroffene damit beginnen, ihr Leben neu darauf auszurichten: zum Beispiel durch eine Namensänderung oder eine Operation.
 

In welchem Alter merkt man, dass man transsexuell ist?

  • Es gibt Jungen und Mädchen, die schon im Vorschulalter zeigen, dass sie kein typischer Junge und kein typisches Mädchen sind oder sein wollen. Oft zeigt es sich im Verhalten: Mädchen lehnen zum Beispiel Blusen oder Röcke ab und spielen lieber mit Jungen. Jungen verhalten sich eher weiblich und möchten oft auch Mädchenkleidung tragen.
  • Das heißt nicht automatisch, dass sie transsexuell sind. Aber einige merken mit zunehmendem Alter immer deutlicher, dass sie sich in einem Mädchenkörper nicht wohlfühlen, weil sie lieber ein Junge wären - und umgekehrt. Wer wirklich transsexuell ist, dem wird dieses Empfinden mit zunehmendem Alter immer bewusster.
  • Männer sind im Durchschnitt etwa 37 Jahre alt, bevor sie nach einer Lösung für ihr Problem suchen. Frauen sind im Durchschnitt etwa 26 Jahre alt. Das heißt also, einige wenige suchen schon vor der Pubertät nach einer Lösung, andere sind schon längst erwachsen! Warum gibt es diesen Unterschied?
  • Mädchen haben es vor der Pubertät etwas leichter, sich als Junge zu geben. Denn Jungenkleidung für Mädchen ist nichts Ungewöhnliches. Sie können sich also nach außen hin schon eher als Junge geben, ohne dass sie bei anderen anecken. Jungen hingegen in Mädchenkleidung? Das sorgt sicher für Aufsehen oder sogar Ablehnung im sozialen Umfeld. Die Angst vor diesen Reaktionen ist auch der Grund dafür, warum viele Männer mit ihrem Wunsch das Geschlecht zu ändern, viel später nach fachlicher Hilfe suchen.
 

Wie können Betroffene ihr Geschlecht verändern?

1. Durch die offizielle Änderung des Vornamens und der Anrede

Wenn es sicher ist, dass ein Junge oder Mädchen transsexuell ist, kann als erster Schritt der Vorname geändert werden: Aus Peter Maier würde dann Petra Maier werden. Als weiterer möglicher Schritt kann auch die Anrede geändert werden. Das nennt man "Personenstandsänderung". Dann würde aus "Herrn" Petra Maier auch "Frau" Petra Meier.

2. Geschlechtsanpassung durch Hormone und Operationen

Ein großer Wunsch vieler Transsexueller ist es, endlich den Körper zu bekommen, den sie sich wünschen. Doch eine medizinische Behandlung ist erst dann möglich, wenn die Transsexualität wirklich ganz sicher ist! Betroffene sind sich oft schon sehr sicher, bevor auch Ärzte grünes Licht geben mögen. Damit sich Betroffene und Ärzte sicher sind, dass Richtige zu tun, gibt es vor einer Behandlung erstmal eine lange Phase für Gespräche und Untersuchungen. Dazu kommt eine vorgeschriebene ca. einjährige Psychotherapie.

Wenn das Okay für eine medizinische Behandlung gegeben wurde, folgen meist eine Behandlung mit Hormonen und/oder eine Operation der Geschlechtsteile. Dieses Operationsverfahren zu erklären, ist sehr kompliziert und in Worten schwer zu beschreiben. Sowohl die Scheide, als auch der Penis können jedoch auf eine Weise operativ verändert werden, dass sie dem gewünschten Geschlecht nahekommen. Für Betroffene eine große und wichtige Veränderung.

Wenn bestätigt ist, dass ein Mann oder eine Frau transsexuell ist und den Wunsch nach einer Operation hat, können die Kosten von der Krankenkasse übernommen werden.

 

Wo bekommen Betroffene Hilfe?

Je nachdem, welche Hilfe gefragt ist, können verschiedene Ansprechpartner hilfreich sein:

  • Zur grundsätzlichen Klärung der Transsexualität ist es besonders wichtig, mit erfahrenen Fachleuten auf diesem Gebiet zu sprechen. Das können Psychologen, Sexualwissenschaftler oder spezialisierte Psychiater sein.
  • Bei psychischen Problemen im Zusammenhang mit Transsexualität hilft ein Sexualtherapeut oder Psychotherapeut.