Netflix schmeißt Serien raus: Nach diesem krassen Prinzip!

Netflix killt Serien gefühlt schneller, als sich die Corona-Regeln ändern. Aber welche Faktoren entscheiden, ob eine Serie bleiben darf oder sie auf der RIP-Liste landet? Die Anwort ist verblüffend!

 

 

Netflix schmeißt Serien raus: Nach diesem krassen Prinzip!
Bei Netflix ist keine Serie sicher. Wenn der Erfolg nicht stimmt, wird sie eingestellt! Foto: Courtesy of Netflix

Netflix schmeißt Serien im Akkord raus

Auch 2022 fielen bereits viele beliebte Serien – die anfangs total gehyped wurden – der Cancel-Axt zum Opfer und stehen jetzt auf der RIP-List 🪦:

… um nur ein paar zu nennen. Manche Serien werden sogar schon gecancelt WÄHREND sie noch in der Produktion sind. HART!

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Die Netflix Erfolgs-Strategie

Die Cancel-Faktoren

Sehr wahrscheinlich ist, dass Netflix GANZ genau errechnet, wie eine Serie finanziell performt. Am Wichtigsten: Wie viel hat die Produktion gekostet und wie viel konnte mit der Serie eingenommen werden? So war zum Beispiel „Squid Game“ für Netflix ein Geldsegen: Die erste Staffel kostete 21.4 Millionen Dollar Produktion und spielte etwa 900 Millionen Dollar ein. Das ist knapp das 43-fache! Klar, dass DAS fortgesetzt wird! 

Fällt eine Serie aber unter ein bestimmtes Kosten-Verdienst-Verhältnis wird sie höchstwahrscheinlich nicht fortgesetzt. Auch, wenn sie MEHR einspielt, als die kostet! Wo Netflix die Grenze zieht, ist nicht bekannt.

Die Abonnenten entscheiden über Serien-Tod

Auch wenn wir das nicht gern hören: Am Ende entscheidet jede/r Zuschauer*in über das Schicksal der Serien – und zwar mit dem Guck-Verhalten. Dazu zählen:

Wie viel Prozent der Fans haben eine Serie durchgeguckt? Beispielsweise haben nur 43% der Zuschauer*innen, die die erste Folge der Teen-Vampir-Serie „First Kill“ geguckt haben, auch das Serien-Finale geguckt. Das heißt, weniger als die Hälfte der Fans guckten die ganze Serie an. Für Netflix wohl ein Zeichen, dass die Show nicht unterhaltsam genug sein könnte, um sie bis zum Schluss zu gucken. Die Folge: „First Kill“ wurde nach der ersten Staffel gekillt. Zum Vergleich: Die LGBTQ-Serie „Heartstopper“ guckten 75% zu Ende. Eine zweite Staffel wurde von Netflix garantiert.

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Die queere UK-Produktion "Heartstopper" bekommt eine zweite Staffel: Das bestätigte Netflix bereits einen Monat nach dem Release der ersten Staffel! Foto: ROB YOUNGSON / Netflix

Netflix berechnet die Charts nämlich daran, wie viele Stunden Fans eine Show guckten.

Ein Minus von fast -50%. Nach der dritten Woche konnte sich „Archive 81“ nicht in den Top 10 halten. Für die Streaming-Plattform wohl ein Anzeichen, dass der Hype um die Show nur in einer kleinen Zielgruppe von Horror-Fans abging und sich nicht auf die ganze Netflix-Gemeinde fortsetzen konnte. Resultat: „Archive 81“ wurde gecancelt.

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Die Horror-Serie "Archive 81" wird trotz des Hypes in der Fan-Gemeinde keine zweite Staffel bekommen Foto: QUANTRELL D. COLBERT/NETFLIX

Wir alle mussten uns schon von einer Lieblingsserie verabschieden, weil sie plötzlich gecancelt wurde. RIP! Aber kommt das wirklich so häufig vor? Die französische Analyse-Seite NetflixAndChiffres hat sich das Phänomen mal exemplarisch für das Jahr 2021 genauer angeguckt.

  1. Fortgesetzt: Serien, die schon fortgesetzt wurden oder bei denen zumindest eine neue Staffel bestätigt wurde. QUOTE: 42,2%
     
  2. Abgeschlossen: Serien, die nach mehreren Staffeln schlicht abgeschlossen wurden und ein ganz natürliches Ende gefunden haben. QUOTE: 23,3%
     
  3. Unentschlossen: Serien, bei denen noch eine Entscheidung aussteht. QUOTE: 26,7%
  4. Gecancelt: Serien die – ohne, dass die Story zu Ende erzählt wurde – abgesetzt wurden. QUOTE: 7,8%

Besonders häufig sind NICHT-US-Produktionen (also Produktionen aus anderen Ländern als den USA) auf der RIP-Liste gelandet.

Im Jahr 2020% lang diese übrigens abschließend bei 33%.

Aua.