Wie kann ich lernen, meinen Körper zu akzeptieren?

Schönheit liegt im Auge des Betrachters!
Schönheit liegt im Auge des Betrachters!

Alles zu dick! Nicht groß genug, zu klein, zu spitz, zu flach, zu weich, zu dünn! Irgendwas passt immer nicht am eigenen Körper. Schon gar nicht in der Pubertät, wo Mädchen und Jungen besonders kritisch die laufenden Veränderungen wahrnehmen.

Leider haben wirklich viele etwas an ihrem Körper auszusetzen. Nur die Hälfte der Mädchen und 67 Prozent der Jungen sind zufrieden mit ihrem Körper, so die aktuelle BRAVO-Studie 2016. Das kann nicht so weiter gehen.

Doch was kann jeder Einzelne tun, um seinen Körper zu akzeptieren und sich in der eigenen Haut wieder wohler zu fühlen? Hier findest Du Tipps.

Geduld haben!

Kein großes Kunstwerk wurde an einem Tag geschaffen. Und Dein Körper ist ein Kunstwerk. Jeden Tag entwickelt er sich weiter zu dem eines Erwachsenen. Alle Funktionen müssen sich ganz fein neu auf alle Veränderungen einstellen. So sehr es Dich vielleicht nervt: Es braucht seine Zeit, bis Du aus der Metamorphose raus bist und Dich endlich an einen Zustand gewöhnen kannst, der sich nicht dauernd so extrem verändert. Dass Du nicht alle „Zwischenschritte“ gut findest, ist bei fast allen Jugendlichen so.

Informiert sein!

Wer schon vor der Pubertät weiß, was in der kommenden Zeit mit Körper und Seele passiert und wozu das gut ist, kann entspannter damit umgehen.

Viele wissen zum Beispiel nicht, dass sich das Becken der Frau verbreitert, damit mal ein Baby darin Platz hat. Oder dass Mädchen in der Pubertät unfreiwillig erheblich an Körperfett zulegen. Das ist noch ein „Produkt aus der Steinzeit“ und sollte dazu dienen, dass eine Schwangere in Hungerzeiten auf körpereigene Reserven zurückgreifen kann.  An diesem Prozess kann kein Mädchen etwas ändern.

Und auch Jungen sehen wohlwollender auf Ihren Körper, wenn sie wissen, dass sie erst durch die Vorgänge in der Pubertät als junge Erwachsene in der Lage sind, richtig an Muskelmasse zuzulegen, weil sie vorher nicht die dazu notwendigen Hormone produzieren. Oder wenn sie erfahren, dass sie im Durchschnitt etwas später als Mädchen in die Pubertät kommen und das Längenwachstum später einsetzt.

Positiv gucken!

Du schaust in den Spiegel und wo guckst Du hin? Viele schauen zuerst auf die ungeliebten Stellen. Wie wirkt mein Hintern in der Hose? Zu flach? Merken die anderen, dass ich einen BH mit Polstern anhabe? Meine Arme sind viel zu lang! Die Füße zu groß!

Schluss damit! Jeder hat etwas an sich, was er oder sie mag! Und da schaust Du in Zukuft hin. Du magst Deine Haare!? Dann schau in den Spiegel und sag Dir: Cool. Meine Haare fallen/sitzen heute wieder super. Oder Du magst Deinen Bauch. Dann betone ihn, schaue hin, streichle ihn und finde ihn schön. Finde Dich schön!

Frag mal Verliebte, was sie am anderen mögen. Erstens finden sie oft den ganzen Menschen schön, weil sie zärtliche Gefühle für ihn/sie empfinden. Und dann sind es oft ganz spezielle Dinge, die sie am anderen wahrnehmen und lieben: der Blick, die Stimme, die Hände, die Oberarme oder der Po.

Lass Dir von anderen sagen, welches Detail sie an Dir lieben. Du wirst staunen, wie hübsch und einzigartig Du von anderen im Detail wahrgenommen wirst. Frag nur keine Menschen, die die Tendenz zum Lästern haben oder eher zu den Neidern gehören. Frag Freund und Familie und nur von Angesicht zu Angesicht. Das kommt am besten fürs Ego!

Realistisch bleiben!

Sport, Mode, Make-Up. Das sind die Klassiker, die viele einsetzen, um sich „zu optimieren“. Denn viele denken, dass sie mit einem perfekten Körper mehr Erfolg haben. Doch die meisten legen die Messlatte für ihre Ziele viel zu hoch.

Die Stars leben davon, jeden Tag Stunden in ihren Körper und ihr Styling zu investieren. Die Zeit haben junge Menschen normalerweise nicht. Anders als die Stars bist Du bist Du ein ganz normaler Mensch in einem mehr oder weniger normalen Alltag, den Du bewältigen musst. Deshalb sind Dir – wie jedem anderen Menschen um Dich herum – natürlich Grenzen gesetzt, wie Du Dein Aussehen  verändern kannst.

Lass Dich davon nicht stressen. Keiner findet sich perfekt. Und den meisten Menschen ist ein Partner lieber, der im Blick auf das aktuelle Schönheitsideal (auch) nicht „perfekt“ ist.

Möglichkeiten schätzen lernen!

Schau nicht nur darauf, was Dein Körper nicht kann oder macht. Fokussiere Dich auf das, was Du tolles mit ihm erleben und fühlen kannst. Klar bist Du oft genervt, weil Du etwas an Dir ändern würdest. Der Haut, die gestreichelt wird, ist es aber egal, wie dick der Po ist. Das Gefühl zählt.

Hab Spaß, denk und guck positiv, lerne Deinen Körper kennen und verstehen und bleib gnädig und geduldig mit Dir und der Natur. Das ist eine gute Ausgangssituation auf Deinem Weg zu mehr Wohlgefühl in der eigenen Haut und beim Blick in den Spiegel!