Brüste, Vulva, Vagina: Pubertät bei Mädchen!

Brüste, Vulva, Vagina: Pubertät bei Mädchen!
Während der Pubertät verändern sich auch die äußeren und inneren Geschlechtsorgane.

Hast du dich auch schon mal in deiner Klasse umgeschaut und festgestellt, dass deine Mitschülerinnen unterschiedlich weit entwickelt sind? Und das, obwohl sie alle etwa gleich alt sind? Das liegt daran, dass bei jedem Mädchen die Pubertät anders verläuft. Klar, das verunsichert einige! Sie fragen sich: "Ist das normal, was da gerade passiert?" Oder: "Wann geht es bei mir endlich los?" 

Wichtig zu wissen ist: Jedes Mädchen hat sein eigenes Tempo! Es ist in den Erbanlagen festgelegt, wann welcher Entwicklungsschritt einsetzt, wie lange er dauert und welche Körperformen du durch die Pubertät bekommst. Nimm dir Zeit die Veränderungen anzuschauen und dir bewusst zu machen: Du wirst jetzt eine Frau! Hier erfährst du, was auf dem Weg dorthin in deinem Körper vorgeht.

 

Pubertät: Vulva und Vagina 

Als Vulva bezeichnet man die äußerlich sichtbaren Geschlechtsmerkmale. Dazu gehören der Venushügel, die zwei inneren und zwei äußeren Schamlippen (Labien), die Klitoris (Kitzler) und der Eingang zur Scheide. Die Vagina, auch Scheide genannt, besteht aus dehnbaren Schleimhäuten und verbindet die äußeren Geschlechtsteile – also die Vulva – mit der im Körper liegenden Gebärmutter

 

Die Vulva

Schamlippen: Mit Beginn der Pubertät verändern sich deine Schamlippen. Vor der Pubertät umschließen die zwei äußeren Schamlippen die zwei inneren. Setzt die sexuelle Entwicklung ein, wachsen die inneren Schamlippen und können schließlich zwischen den äußeren hervorschauen. Die großen (äußeren) Schamlippen verlaufen vom Venushügel bis zur Pofalte. Mit ihrem Fettgewebe verdecken und schützen sie Klitoris, Harnröhrenöffnung und Scheideneingang. Die kleinen (inneren) Schamlippen bilden eine Art Hautkapuze über dem Kitzler, ähnlich der Vorhaut beim Penis eines Jungen. Sie werden während der Pubertät meist dunkler und länger. Da die feinen, dehnbaren Hautfalten weder Fett- noch Muskelgewebe enthalten, liegen sie nicht so fest am Körper an wie die großen Schamlippen, sondern hängen etwas herunter und kräuseln sich ein bisschen. 

 

Größe der Schamlippen: Manche Mädchen sind besorgt, weil ihre Schamlippen ungleich groß werden oder die inneren zwischen den äußeren rausgucken. Das ist normal! Wie deine Schamlippen mal aussehen werden, ist bereits in deinen Genen (Erbanlagen) festgelegt. 

Farbe der Schamlippen: Nicht nur die Größe der Schamlippen ist bei jedem Mädchen verschieden. Auch ihre Färbung ist ganz unterschiedlich. Manche sind ganz hell oder rosafarben. Andere dagegen dunkelrot, bräunlich oder fast schwarz. Auch das ist völlig normal!

Die Klitoris (Kitzler): Dort, wo die kleinen Schamlippen zusammentreffen, befindet sich eine kleine Perle, die Klitoris, die ebenfalls während der Pubertät größer wird und ausschließlich deinem sexuellen Lustempfinden dient. Kein anderes menschliches Organ ist so dicht mit Nervenendungen durchzogen wie sie. Um die hochempfindliche Klitoris zu schützen, ist sie von einer zarten Vorhaut bedeckt.  

Schamhaare: Vor der Pubertät ist die Haut an und um deine Scheide herum glatt, rosa und unbehaart. Mit dem Einsetzen der Pubertät beginnt die Schambehaarung an den Außenseiten der äußeren Schamlippen zu sprießen. Auch auf dem Venushügel - das ist die leichte Erhebung über dem Schambein oberhalb der Vulva. Erst sind die Härchen glatt, dann kräuseln sie sich.

 

Die Vagina (Scheide)

Die Vagina (Scheide) gehört zu deinen inneren Geschlechtsorganen. Sie ist ein bis zu 12 Zentimeter langer Schlauch aus sehr dehnbarer Schleimhaut, der von einer dünnen Muskelschicht umgeben ist. Sie verbindet den äußeren Muttermund an der Gebärmutter mit dem Scheidenvorhof (Scheideneingang). Die Scheide ist immer ein bisschen feucht. Dieser Ausfluss ist wichtig, um die Vagina und die Gebärmutter sauber und gesund zu halten. 

 

Pubertät: Ausfluss/Weißfluss aus der Vagina

Bei dem Weißfluss handelt es sich um einen natürlichen Ausfluss!

Gut zu wissen: Zwischen dem neunten und dem vierzehnten Lebensjahr setzt der Weißfluss (auch als Ausfluss bekannt) ein. Jedes Mädchen bekommt ihn täglich, außer, wenn es seine Periode hat. Er ist weißlich bis gelblich und von der Menge her unterschiedlich. Meist bildet er nur einen kleinen Fleck im Slip. Solange der Ausfluss nicht dunkel gefärbt ist und/oder sehr unangenehm riecht, ist das völlig normal. Fällt dir aber auf, dass der Ausfluss anders als sonst aussieht und deine Vagina juckt oder brennt, solltest du umgehend einen Frauenarzt aufsuchen. Aber keine Sorge! Der Arzt wird dir schnell weiterhelfen können und innerhalb weniger Tage sollten die Beschwerden verschwunden sein. 

Ausfluss dient zur Selbstreinigung der Vagina!

Die Flüssigkeit, die aus der Vagina fließt, hat eine wichtige Funktion! Denn mit dem Ausfluss fließen ständig Keime und Bakterien aus der Vagina, wodurch sich die Scheide selbst reinigt. Ein raffinierter Mechanismus, der die Vagina gesund hält. Damit der Abtransport schädlicher Keime und Bakterien funktioniert, muss sich die Feuchtigkeit in der Scheide (Sekrete) ständig erneuern. Deshalb fließt sie langsam, aber regelmäßig aus der Scheide heraus.

 

Pubertät: Periode/Menstruation

Die erste Periode setzt bei Mädchen in der Regel zwischen dem neunten und sechzehnten Lebensjahr ein. Die Periode ist etwas ganz Natürliches und signalisiert dem Körper, dass er nun bereit ist, schwanger zu werden. 

 

Was passiert bei der Menstruation?

  • Mit der ersten Periode wird im Körper ein Kreislauf in Gang gesetzt, der sich von nun an etwa alle 18 bis 33 Tage wiederholt und den man auch als Menstruationszyklus bezeichnet. 
  • In jedem Menstruationszyklus reift in den Eierstöcken eine Eizelle heran. Während dieser Reifung werden zunächst Östrogene (Hormone) produziert. Die sorgen für den Aufbau der sogenannten Gebärmutterschleimhaut. In der Zeit vor der nächsten Periode kommt es zum Eisprung. Dabei wird die reife Eizelle vom Eierstock in den Eileiter abgegeben. Er hat die Aufgabe, das Ei in die Gebärmutter zu befördern.
  • Der Körper produziert jetzt Hormone, die eine Verdickung der Schleimhaut in der Gebärmutter bewirken. Wird das durch den Eileiter wandernde Ei durch Sperma befruchtet, nistet sich das befruchtete Ei in die Gebärmutterschleimhaut ein. Das wäre der Beginn einer Schwangerschaft.
  • Kommt es nicht zur Befruchtung, stellt der Eierstock die Produktion bestimmter Hormone vorübergehend ein. Dadurch fängt die Gebärmutterschleimhaut an sich abzulösen. Das ist der Beginn der Regelblutung. Was dann bei jeder Regelblutung aus der Scheide abfließt und du mit Binden oder Tampons auffängst, ist aber kein reines Blut. Denn dabei handelt es sich um die Reste der sich auflösenden Gebärmutterschleimhaut. Von der Menge her ist es insgesamt etwa eine halbe Kaffeetasse voll. Dieser Vorgang wiederholt sich nun etwa alle 18 bis 33 Tage.
  • Bei jungen Mädchen kommt die Periode oft noch nicht regelmäßig. Das heißt, sie kann auch mal für ein, zwei oder drei Monate ausbleiben. Das ist normal und kein Grund zur Sorge.

Was du gegen Menstruationsschmerzen tun kannst, haben wir hier für dich zusammengefasst: https://www.bravo.de/pms-das-hilft-gegen-menstruations-schmerzen-377871.html

 

Pubertät: Die Brüste

Das Wachstum der Brüste beginnt etwa zwischen dem neunten und vierzehnten Lebensjahr. Je nachdem wann die Brustentwicklung einsetzt, kann sie schon mit zwölf Jahren oder auch erst mit etwa siebzehn Jahren voll entwickelt sein.

Brüste, Vulva, Vagina: Pubertät bei Mädchen!
 

Was sich in der Pubertät verändert:

  • In der so genannten Vorpubertät sind die Brüste noch flach und die Brustwarze ist nur eine sehr kleine Erhebung. 
  • Setzt die Pubertät ein, so beginnen Milchdrüsen und Fettgewebe die Brust zu bilden. Die Brustwarze färbt sich dunkler. Die Umrandung der Brustwarze, der so genannte Warzenvorhof, bildet eine eigene Erhebung. Diese Umrandung schwillt dann meist wieder ab, bleibt aber bei manchen Frauen bestehen.
  • Während der Entwicklung des Milchdrüsengewebes kommt es manchmal vor, dass eine milchig-klare Flüssigkeit aus den Brustwarzen austritt, die beim Trocknen eine weißliche Kruste hinterlässt. Kein Grund, sich Sorgen zu machen! Das sind nur einige Tropfen Muttermilch, die während der Brustentwicklung vom Milchdrüsengewebe abgegeben werden.
  • Das Wachstum der Brüste lässt sich nicht beeinflussen. Das gilt sowohl für die Schnelligkeit des Wachstums, als auch für ihre endgültige Form und Größe. Wie groß die Brüste werden und welche Form sie haben ist weitgehend erblich. Das heißt: Form und Größe der Brüste sind bereits durch die Gene der Eltern festgelegt.
  • Meistens wächst eine Brust etwas schneller als die andere. Doch diese Größenunterschiede gleichen sich etwa bis zum 17./18. Lebensjahr weitgehend wieder aus. Aber: Genau gleich groß werden sie normalerweise nicht werden. Leichte Größenunterschiede sind total normal.

Wie unterschiedlich Brüste aussehen können, zeigt dir die Brüste-Galeriehttps://www.bravo.de/dr-sommer/die-neue-brueste-galerie-275017.html

 

Pubertät: Der Körper im Wachstum

Die Pubertät beginnt mit einem Wachstumsschub. Das bedeutet, dass du innerhalb ziemlich kurzer Zeit um einiges größer wirst. Bei Mädchen beginnt der Wachstumsschub ungefähr im Alter zwischen acht und dreizehn Jahren.

Brüste, Vulva, Vagina: Pubertät bei Mädchen!
Während der Pubertät verändert sich der Körper.
  • Zuerst wachsen Kopf, Hände und Füße. Anschließend sind Arme und Beine an der Reihe.
  • Während sich dein Körper im Wachstum befindet kann es schon mal vorkommen, dass du dich in deinem Körper nicht besonders wohlfühlst. Spätestens nach dem Abschluss der Wachstumsphase legt sich das aber wieder.
  • Während des Wachstumsschubs bilden sich bei Mädchen innerhalb von etwa vier Jahren die äußeren Geschlechtsmerkmale heraus: Die Brüste entwickeln sich und im Bindegewebe der Hüften bildet sich Fett und verleiht dem Körper ein weibliches Aussehen.
  • Wenn du schon vor Ende der Wachstumsphase wissen möchtest wie groß du in etwa mal wirst, lässt sich dies durch die Vermessung deines Handwurzelknochens bestimmen. Lass dich dafür am besten bei deinem Hausarzt beraten.
 

Pubertät: Wie sich deine Seele/Psyche verändert

Während der Pubertät verändert sich nicht nur dein Körper, sondern auch deine Seele.

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  • Das bedeutet, dass sich Teile deiner Persönlichkeit verändern, indem sie reifer werden. Das kann sich dadurch äußern, dass dich plötzlich andere Dinge interessieren.
  • Aber auch Freundschaften können sich in dieser Zeit verändern und auch deine Denkweise über Jungs ändert sich. Das liegt daran, dass du auf dem Weg bist erwachsen zu werden und damit auch immer selbständiger
  • Vermutlich irritiert das die Menschen um dich herum ab und zu. Sie kennen dich eben anders und müssen sich erst an deine Veränderungen gewöhnen.
  • Da du dich immer mehr selbst entdeckst und du vielleicht viele Dinge plötzlich ganz anders siehst, kann das zu Diskussionen zwischen dir und deinen Eltern führen. In diesem Fall ist es wichtig über alles in Ruhe zu reden und seinen Eltern seine Gedanken und Wünsche mitzuteilen. Du wirst nun erwachsen und entwickelst dich weiter – das müssen auch deine Eltern akzeptieren. 
  • Einige Mädchen kommen mit den eigenen Gefühlen selber nicht gut zurecht. Das liegt oft an den hormonell bedingten Stimmungsschwankungen, die ein Mädchen nicht beeinflussen kann. Sei an "blöden" Tagen gnädig mit dir und versuche, dir etwas Gutes zu tun. Die Tage mit guter Laune und Power kommen wieder. Ganz sicher!