5 Urologen-Mythen: Jungs, das passiert wirklich beim Urologen.

Es gibt weibliche und männliche Urologen!
Es gibt weibliche und männliche Urologen!

Für Jungs ist es oft nicht so selbstverständlich zum Männerarzt zu gehen, wie es für die Mädchen der Gang zum Frauenarzt ist. Doch natürlich gibt es jungenspezifische Fragen, die Jungen gern bei einem Männerarzt klären möchten. Und dieser Facharzt heißt Urologe oder Androloge.

Zum Urologen und Andrologen können alle gehen, die zum Beispiel mit Blase, Nieren oder Harnleiter Probleme haben. Also Jungen und Mädchen, Männer und Frauen. Aber der Urologe ist auch der Spezialist für alles, was mit der männlichen Sexualität zu tun hat: Probleme an Penis oder Hoden und Fragen zur Potenz. Er ist aber auch der Ansprechpartner für Fragen zur körperlichen Entwicklung, zur männlichen Sexualität und Verhütung.

Geht ein Junge zum Urologen, wird dieser sich erst mal mit ihm unterhalten und über den Anlass des Besuches sprechen. Dann wird er versuchen, eine Lösung für das vorgetragene Problem zu finden. Manches wird er sich ansehen müssen. Einiges vielleicht auch durch Abtasten oder Ultraschall abklären. Es kommt ganz drauf an, was das Problem ist. Oft genügt ein Gespräch.

Trotzdem scheuen sich manche Jungs vor einem Besuch beim Männerarzt. Doch eigentlich gibt es dafür keinen Grund. Denn die meisten Urologen sind locker drauf und vor allem an einer sachlichen Klärung des Anliegens ihrer Patienten interessiert. Und damit Du als Junge bei einem Problem keine Ausreden mehr hast, sondern Dich gleich um Deine Männergesundheit kümmerst, räumen wir hier  mit Gerüchten und Mythen auf. Los geht’s:  

Mythos 1: Da wird einem der Finger in den Po gesteckt!
In dieser Sache können Jungs ganz beruhigt sein. Eine derartige Tastuntersuchung ist bei jugendlichen Patienten normalerweise nicht nötig. Es sei denn, der Junge hat genau dort ein Problem.

Mythos 2: Da kriegt man ganz leicht eine Erektion bei der Untersuchung!
Eine Tastuntersuchung ist erst mal gar nicht immer erforderlich. Außerdem passiert es tatsächlich selten, dass ein Patient auf Berührung an Penis oder Hoden mit einer Erektion reagiert. Und selbst wenn das passiert, dann weiß der Arzt, dass hier körperlich alles gut funktioniert. Immer gut zu wissen...

Mythos 3: Wenn ich eine Erektion bekomme, denkt der Arzt, ich steh auf ihn/sie!
Der Arzt weiß, dass eine Erektion eine normale körperliche Reaktion auf Berührung an Penis oder Hoden sein kann und dass das normalerweise nicht sexuell motiviert ist. Außerdem ist jedem Urologen bewusst, dass gerade Jungen in der Pubertät ungewollt spontane Erektionen haben. Da wird kein Arzt komisch reagieren.

Mythos 4: Der Arzt kann erkennen, ob ich mich selbstbefriedige!
Das kann er nicht. Manche Jungen denken zwar, dass eine leichte Peniskrümmung vom Onanieren kommt und befürchten, der Arzt könne dadurch Rückschlüsse ziehen. Tatsächlich ist eine leichte Krümmung aber normal und hat mit Selbstbefriedigung nichts zu tun. Der Arzt wird es also weder sehen, noch danach fragen. Er weiß außerdem, dass SB total normal ist und dass es fast alle machen.

Mythos 5: Der stellt mir peinliche Fragen!
Das Gespräch läuft so, dass der Patient dem Arzt sagt, warum er da ist. Der Arzt stellt dann nur die Fragen, deren Antworten er braucht, um die optimale Behandlung oder den besten Rat zu anzubieten. Vielleicht findest Du das etwas peinlich. Aber sieh es mal so: Der Arzt hat Schweigepflicht und ihr beide wollt, dass Dein Problem behoben wird. Da gehören Fragen zur Abklärung eben dazu.

Und selbst wenn Du beim Arzt bist, weil Du Dir aus Neugierde bei einer blöden Aktion irgendetwas verletzt hast, macht Dir der Arzt deswegen keine Vorwürfe, sondern er versucht in erster Linie Dir zu helfen.