Beschneidung: So läuft das ab!

Beschneidung: So läuft das ab!
Eine zu enge Vorhaut kann zu Schmerzen am Penis führen!
 

Beschneidung: So läuft das ab!

Die Beschneidung einer zu engen Vorhaut ist bei einigen Jungen nötig, um Schmerzen, Hautrisse oder Entzündungen zu verhindern. Hier erklären wir Schritt für Schritt, was bei einer Beschneidung passiert. Normalerweise wird eine Vorhautverengung (Phimose) schon im Vorschulalter erkannt und behandelt. Doch es kommt immer wieder vor, dass sie nicht bemerkt wird. Das liegt unter anderem daran, dass ein Junge mit einer engen Vorhaut deswegen noch lange keine körperlichen Probleme haben muss. In der Pubertät kann sich das aber ändern. Dann bemerken einige Jungen, dass die Vorhaut bei einer Erektion spannt oder schmerzt. Bei diesen Problemen kann ein Arzt zu einer Beschneidung raten. Aber es ist nicht bei jedem Jungen mit einer Vorhautverengung angebracht, dass er sofort beschnitten werden muss. Deshalb ist ein Besuch beim Arzt sehr wichtig. Denn nur der kann beurteilen, ob eine Beschneidung erforderlich ist. Der richtige Facharzt dafür ist der Urologe oder Androloge.

 
 

Das Beratungsgespräch:

Erstmal muss der Arzt eine Vorhautverengung feststellen. Dann wird er genau erklären, was jetzt wichtig ist. Der Junge kann sich nach der Untersuchung entweder gemeinsam mit den Eltern beraten lassen, oder den Arzt um ein Gespräch unter vier Augen bitten, um persönliche Fragen zu besprechen. Denn die Eltern müssen nicht jedes Detail erfahren, das ein Junge erfragen möchte. Aber für eine Operation müssen der Junge und die Eltern ihre Zustimmung geben. Wenn eine Beschneidung erforderlich ist, wird ein Termin vereinbart.

 

Beschneidung: Wo wird operiert?

Wenn der behandelnde Arzt selber nicht operiert, wird er vielleicht eine Empfehlung aussprechen, wo die OP im näheren Umfeld möglich ist. Da der Eingriff „ambulant“ erfolgt, ist für den Eingriff keine Übernachtung nötig. Vor dem Eingriff wird gecheckt, ob der Junge gesund ist und keine Gründe gegen die Operation sprechen.

 

Beschneidung: Wie wird der Penis betäubt?

Die meisten Ärzte empfehlen eine Beschneidung unter Vollnarkose. Eine örtliche Betäubung ist möglich, aber mit mehr seelischer Belastung und einem restlichen Schmerzempfinden verbunden. Schließlich bekommt der Junge bei einer örtlichen Narkose alles mit, was bei der OP passiert. Auch wenn er die Operation selbst nicht sieht, sind Geräusche und die Atmosphäre im OP-Saal nicht für jeden gut auszuhalten.

 

Beschneidung: Wie wird die Vorhaut entfernt?

Ist der Patient betäubt, wird die Vorhaut zwischen zwei Klemmen hochgezogen. Dann wird die Vorhaut unten und oben eingeschnitten und drum herum die beiden Vorhautblätter so weit wie nötig entfernt. Dann werden die Vorhautblätter vernäht. Dazu werden Fäden verwendet, die sich nach etwa zwei Wochen von selbst auflösen. Es ist also kein Fäden ziehen erforderlich.

 

Beschneidung: Hat man hinterher Schmerzen?

Erfahrene Ärzte betäuben noch während der Vollnarkose die Peniswurzel. Auf diese Weise hat der Junge keine Schmerzen, wenn er aus der Narkose erwacht. Wenn diese Betäubung nachlässt, ist der Schmerz bereits größtenteils abgeklungen und nur noch wenig spürbar. Für die kommenden Tage sind trotzdem Schmerzmittel erlaubt, da es anfangs noch unangenehm sein kann. Für wenigstens vier Wochen ist die Eichel empfindlich, weil sie jetzt nicht mehr durch die Vorhaut geschützt wird.

 

Ist eine Teilbeschneidung möglich?

Bei einer Teilbeschneidung wird nur ein Teil der Vorhaut abgetrennt, sodass die verbleibende Haut noch über der Eichel liegt. Allerdings hat diese Art der Beschneidung gegenüber einer vollständigen Beschneidung keine Vorteile. Denn in einigen Fällen ist bei einer Teilbeschneidung eine Nachoperation nötig, weil es durch die Narbenbildung zur erneuten Enge kommen kann. 

 

Nach der Beschneidung: Wie wird der Verband gemacht?

Um den Penis wird ein weicher Verband gelegt, der in Fett getränkt wird. Das hat den Vorteil, dass der Verband nicht an der Wunde ankleben kann. Drum herum kommt eine etwas dickere Hülle, die den Penis schützt.
Wichtig: Der Verband ist so dünn, dass er anderen nicht auffällt in der Hose. Nach etwa zwei bis drei Tagen wird der Verband abgenommen. Er löst sich am besten, wenn er in der Badewanne oder einem Sitzbad eingeweicht wird. Regelmäßige Kamillebäder fördern die Heilung. Die Fäden lösen sich dabei von selber ab.

 

Wie sieht der Penis nach der Beschneidung aus?

Direkt nach der Operation kann der Penis angeschwollen oder, wie bei einem Bluterguss, verfärbt sein. Aber wenn alles verheilt ist, ist davon nichts mehr zu sehen. Die Narbe verläuft normalerweise unauffällig in der Kranzfurche, also kurz hinter der Eichel. Nach einer Beschneidung liegt die Eichel frei. Das ist vielleicht zunächst ein ungewohnter Anblick für den Jungen selbst, nicht aber für seine Partnerin, da Mädchen den Penis im erigierten Zustand ohnehin mit freiliegender Eichel kennen.

 

Wann ist der Penis wieder „einsatzfähig“?

Am Tag nach der Beschneidung kann der Junge wieder in die Schule gehen. Sport ist allerdings für 14 Tage tabu, um die Heilung der Wunde nicht zu gefährden. Wenn der Junge kein unangenehmes Gefühl mehr verspürt, die Wunde geheilt und die Fäden aufgelöst sind, kann er mit seinem Penis wieder alles machen, worauf er Lust hat, das ist etwa nach zwei Wochen der Fall.

 

Wie ist der Sex nach der Beschneidung?

Direkt nach der Operation ist die Eichel noch sehr empfindlich, denn sie ist es nicht gewohnt, frei zu liegen. Deshalb kann das neue Gefühl anfangs gewöhnungsbedürftig sein. Ein beschnittener Junge kann aber genauso tollen Sex erleben, wie ein Junge dessen Penis nicht beschnitten ist. 

 

Selbstbefriedigung nach der Beschneidung: 

Auch Selbstbefriedigung ist mit einem beschnittenen Penis möglich. Der Rest der Vorhaut bleibt schließlich beweglich und kann für schöne Gefühle sorgen. Wer gerne eine Lotion oder Gleitgel dazunehmen möchte, kann das tun. Es geht aber auch ohne Hilfsmittel.

Weitere Infos rund um das Thema Beschneidung findest du hier:
>> https://www.bravo.de/dr-sommer/beschneidung