Der Guru: Challenge im Tennis

Auf einem Bildschirm können Spieler und Fans die Challenge verfolgen.

Immer wieder heißt es im Profi-Tennis, dass ein Spieler challenged... Was bedeutet das genau?

Eine Challenge kann von einem Tennisspieler genutzt werden, wenn er mit der Entscheidung des Schiedsrichters nicht einverstanden ist. Es können jedoch nur Entscheidungen gechallenged werden, bei denen es um die Platzierung des Balles geht, also ob der Ball "In" oder "Out" war. Jeder Spieler hat zu Beginn eines Satzes drei Challenges, die sie jederzeit nutzen dürfen. Schlägt man zum Beispiel einen Ball, den der Schiedsrichter nicht im Feld sieht und "Out" schreit, man selber aber den Ball im Feld gesehen hat, kann man dem Schiedsrichter bescheid geben, dass man die Entscheidung überprüfen lassen will. Also eine Challenge nutzen will. Kommt bei der Challenge heraus, dass der Schiedsrichter Recht hatte und man selbst falsch lag, verliert man eine Challenge und hat für den Rest des Satzes nur noch zwei übrig. Zeigt die Challenge jedoch, das man richtig lag und der Ball noch im Feld war und nicht wie der Schiedsrichter behauptet hatte im Aus war, dann wird der Ballwechsel neu ausgespielt oder man bekommt den Punkt direkt. Je nachdem wie eindeutig die Spielsituation im Ballwechsel war. Außerdem verliert man, wenn man richtig lag, keine Challenge und hat weiterhin drei Stück für den Rest des Satzes. Geht der Satz in den Tiebreak (beim Stand von 6:6) bekommen beide Spieler noch einmal eine Challenge oben drauf. Bei Sätzen, die nicht durch einen Tiebreak entschieden werden, gibt es nach jedem zwölften Spiel (also beim Stand von 6:6 oder 12:12) wieder die ursprüngliche Anzahl an Challenges für die Spieler.

 

So funktioniert das Hawk-Eye

Wenn ein Spieler ein Challenge nutzt, wird das Hawk-Eye genutzt, das überprüft ob der Ball im Aus war oder nicht. Das Hawk-Eye ist ein System, das 2001 von Paul Hawkins erfunden wurde. Erstmals wurde es im 2006 im Tennis eingesetzt. Genutzt wird es jedoch nur bei 3 Grand-Slam-Turnieren in Melbourne (Australien), New York (USA) und Wimbledon (England). Bei den French Open in Paris wird darauf verzichtet, weil dort auf Sand gespielt wird und der Ball dort einen sichtbaren Ballabdruck hinterlässt. Das System funktioniert wie folgt: Mindestens vier Hochgeschwindigkeitskameras filmen aus verschiedenen Blickwinkeln das Feld. Bei einer strittigen Szene wird ein Computerprogramm genutzt, das die Bilder der Kameras, die zum selben Zeitpunkt geschossen wurden, übereinander legt und somit die Position des Balles millimetergenau bestimmen kann. Anschließend wird die Flugbahn und der Ballabdruck am Boden durch eine 3-D-Animation dargestellt, die die Spieler und Fans auf den Bildschirmen im Stadion und am Fernsehen sehen können.