Welthungerhilfe: Warum haben so viele Menschen zu wenig zu essen?

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Jeder achte Mensch hungert. Alle zehn Sekunden stirbt ein Kind. Was DU dagegen tun kannst. Werde aktiv mit "Stopp den Hunger"!

870 Millionen Menschen auf der Welt hungern. Haben nichts zu essen, sind krank und schwach. Das ist mittlerweile jeder Achte! Mehr als die Hälfte von ihnen lebt in Asien und der Pazifikregion, ein Viertel in Afrika. Bildung, Mahlzeiten, ein Dach über dem Kopf? Was für uns total normal ist, ist für sie totaler Luxus.

 

Welternährungstag im Oktober

Jedes Jahr am 16. Oktober findet der Welternährungstag (oder auch Welt-Hunger-Tag genannt) statt. Dieser Tag soll uns immer wieder bewusst machen, dass es viele Menschen auf der Welt gibt, die hungern müssen.

Besonders Kinder leiden an Hunger und das beginnt bereits dann, auch wenn sie noch gar nicht geboren sind. Wenn Mütter in der Schwangerschaft zu wenig essen, dann wird ihr Baby meistens schon mit Untergewicht auf die Welt kommen. Die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Kind seinen fünften Geburtstag nicht erleben wird, ist 20 Prozent höher als bei Kindern die ein normales Gewicht haben.

Wer zu wenig wiegt, der ist auch anfälliger für andere Krankheiten: Jeden Tag sterben etwa 6.500 Kleinkinder an Fieber, Durchfall, Lungenentzündungen oder Malaria. Das sind Tode, die eigentlich vermieden werden könnten! Auch die körperliche Entwicklung hinkt zurück: So sehen achtjährige Kinder aus wie Fünfjährige. Und wer Hunger hat, der kann auch nicht richtig in der Schule lernen!

Übrigens: In den großen Industrienationen wie Deutschland ist eines von vier Kindern übergewichtig. Die Welthungerhilfe hat eine schöne Übersicht dazu unter dem Motto "Die Welt isSt nicht gerecht." gemacht. Guckt sie euch doch mal an!

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Größtes Problem: Nahrungsmittel sind ungleich verteilt!

Eigentlich werden auf der ganzen Welt genug Lebensmittel produziert. Bei uns in Deutschland gibt es eigentlich zu viele Lebensmittel. Im Durchschnitt wirft jeder Deutsche 80 kg Lebensmittel im Jahr weg.

Doch einfach das Essen, was bei uns über ist, nach Afrika oder Asien zu schicken geht nicht! Es wäre viel zu teuer, Lebensmittel an die richtigen Orte zu schicken. Es ist viel wichtiger, dass die Bewohner vor Ort mit praktischer und sinnvoller Entwicklungsarbeit unterstützt werden: Saatgut, Setzlinge und Nachhilfe in nachhaltiger Landwirtschaft werden den Bewohnern in Krisenregionen mehr helfen, als eine Lebensmittel-Kiste jede Woche. "Hilfe zur Selbsthilfe" lautet hier das Motto.

 

EU-Subventionierung der Landwirtschaft ist ein Problem

Viele der Landwirtschaftsbetriebe in Deutschland und in anderen EU-Ländern können sich nur halten, weil sie Geld von der Europäischen Union (EU) erhalten. Dadurch können sie es sich leisten viele Lebensmittel zu produzieren. Weil diese ganzen Lebensmittel aber in Deutschland gar nicht gebraucht werden, werden die Überproduktionen in Entwicklungsländer verkauft.

Zwei Beispiele: Geflügelbauern in Deutschland produzieren 25 Prozent zu viel Fleisch für Deutschland und verkaufen dieses dann nach Afrika. Oder Milchbauern, die Milchpulver aus der übrigen Milch herstellen, um dieses ebenfalls in Afrika zu verkaufen. Beide Produkte werden dann so günstig in Afrika verkauft, dass niemand mehr bei den lokalen Bauern seine Lebensmittel kauft. So wird den Bauern vor Ort ihre Lebensgrundlage weggenommen!

Eine mögliche Lösung wäre es, einen großen Teil der Fördergelder für EU-Bauern zu streichen. Dann würden aber viele kleine, deutsche Bauernfamilien sich ihren Hof und ihre Produktion nicht mehr leisten können und ihren Betrieb einstellen müssen.

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Fleischproduktion für die Industrienationen sorgt zusätzlich für Probleme

Brasilien und Indien gehören zu den Ländern, in denen die meisten Leute hungern müssen. Doch verkaufen beide Länder den größten Teil ihrer Getreide-Ernten ins Ausland. Das Getreide landet dann in den Futtertrögen der Tiere zur Fleischproduktion.

Die vielen Tiere, die für die Fleischproduktion gehalten werden, produzieren so viel Methan, dass die Klimaerwärmung begünstigt. Diese führt zum Teil auch dazu, dass es zu vielen Dürren kommt und so viele Ernten zerstört werden. Es ist ein Teufelskreis.

Umso wichtiger ist unsere Hilfe! Deshalb haben wir ein paar Tipps für dich zusammengestellt, wie du etwas gegen den Hunger auf der Welt tun kannst!

 

Einfache Tipps für den Umgang mit Lebensmitteln im Alltag

Wir müssen uns bewusst werden, dass Nahrungsmittel wertvoll sind. Deswegen sollten wir ein bisschen mehr darauf achten, was bei uns in Deutschland auf dem Teller landet. Diese Tipps sind natürlich vor allem meistens etwas für eure Eltern.

Versuche nur so viele Lebensmittel zu kaufen, wie ihr auch verbrauchen könnt. Und wenn mal was über ist: Nicht sofort wegschmeißen! Oft sind Lebensmittel noch einige Zeit nach dem Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums essbar. Nutze deine Sinne: Riecht es noch gut? Gibt es irgendwo Schimmel? Wenn alles so ist, wie es sein soll, dann kann man es noch essen! Besonders auffällig unter Jugendlichen: 30 Prozent aller Schulkinder werfen ihre Pausenbrote weg. Das geht nicht. Hier gibt's ein paar Tipps für gute Pausenbrote!

Kaufe Obst und Gemüse, wenn es gerade Saison hat. Dann ist es meistens auch günstig, schmeckt am besten und wurde nicht um die ganze Welt geflogen (Erdbeeren zur Weihnachtszeit schmecken wirklich nicht)

Weniger, dafür aber gutes Fleisch essen. Man muss nicht gleich Vegetarier oder Veganer werden, aber man sollte sich bewusst sein, dass die Massenproduktion von Fleisch viele Probleme verursacht.

 

Hilfsorganisationen gegen den Hunger

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Es gibt zahlreiche Hilfsorganisationen in Deutschland die Spendengelder sammeln und dann in den jeweiligen Ländern helfen, gegen den Hunger anzukämpfen. Da gibt's zum Beispiel die Aktion der "Stopp den Hunger", die in Zusammenarbeit von BRAVO und der Welthungerhilfe durchgeführt wird. Klick dich mal durch, hier gibt es viele Tipps, wie du helfen kannst!

Aber auch die kirchliche Organisation "Brot für die Welt" oder das "World Food Programme" sammeln Spenden.

 

Video: Das "World Food Programme" über den Welthunger