Schule schwänzen: Was kann mir passieren?

Schule schwänzen: Was kann mir passieren?

Kein Bock! Angst vor einer Arbeit oder blöde Lehrer! Gründe die Schule schwänzen zu wollen gibt es bei jedem Schüler mal. Doch wer einfach zu Hause bleibt oder lieber in die Stadt zum bummeln geht, muss damit rechnen, dass er oder sie Probleme bekommt. Wie groß der Ärger fürs Schuleschwänzen ausfällt, hängt zum einen davon ab, wie oft geschwänzt wird. Und zum anderen davon, in welchem Bundesland man (nicht) zur Schule geht. Wie auf Versäumnisse reagiert werden kann, regeln nämlich viele Bundesländer unterschiedlich.

Wir erklären, welche Möglichkeiten Schulen haben, auf Abwesenheit von Schülern im Unterricht zu reagieren.

 

Stundenweises Fehlen!

Wer hier und da mal eine Stunde unentschuldigt sausen lässt, bekommt in den meisten Fällen noch keinen großen Ärger. In diesem Fall ist es eher so, dass man sich selber keinen Gefallen tut, weil Unterrichtsstoff versäumt wird und wichtige Infos vielleicht an einem vorüber gehen.

„Aber auch das stundenweise Fehlen sollten Schüler nicht auf die leichte Schulter nehmen.“ erklärt Wolfgang Meyer, Schulleiter der Stadtteilschule Ehestorfer Weg in Hamburg-Harburg. „Denn im Zeugnis werden unentschuldigte Fehltage und -Stunden separat aufgeführt. Wer sich auf einen Ausbildungsplatz bewirbt, muss damit rechnen, dass viele unentschuldigte Fehlstunden unangenehm auffallen.“

Nur fürs Bewerbungszeugnis Fehlstunden zu vermeiden, ist jedoch zu kurz gedacht. Denn Schulleiter Meyer weiß aus Erfahrung, dass sich Firmen von Bewerbern nicht nur das letzte Zeugnis zeigen lassen, sondern die letzten zwei oder drei. Daran sollten Schüler denken, und lieber ohne Lust zur Schule kommen, statt sich wegen „Null Bock“ die Zukunft zu verbauen.

 

Schule schwänzen: Einen Tag nicht hingehen!

In vielen Bundesländern werden bei unentschuldigtem Fehlen erst mal die Eltern informiert beziehungsweise nachgefragt, welchen Grund es für das Fehlen gibt. Vielleicht wurde ja nur die Krankmeldung vergessen. Die Info übernimmt entweder ein Lehrer, der Direktor oder das Schulsekretariat. Oft wissen die Eltern nichts vom Fehlen ihrer Kinder in der Schule. Es ist dann zunächst die Aufgabe der Eltern dafür zu sorgen, dass ihre Kinder der Schulpflicht nachkommen.

Unterricht nachholen!

Viele Schulen verlangen, dass Schüler versäumten Unterricht nachholen. Deshalb müssen einige Schwänzer zum Nachsitzen antreten. Und zwar entweder schon vor dem normalen Unterricht, in der Zeit nach dem Unterricht oder auch am Samstag.

 

Fehlen über mehrere Tage!

Jetzt wird es richtig unangenehm! Denn wer gleich über mehrere Tage fehlt, kommt damit nicht einfach durch. Nach dem persönlichen Anruf werden die Eltern schriftlich über das Fehlen ihrer Kinder informiert. Reagieren weder Schüler noch Eltern auf diese Info, macht die Schule einen Hausbesuch beim Schüler.

Das macht die Schule nicht, um den Schülern Probleme zu bereiten. Im Gegenteil! Auf diese Weise erfährt die Schule, ob ein Schüler wegen persönlicher Probleme fehlt und eventuell Hilfe braucht. Ziel der Schule ist es dann, an einer Lösung des Problems mitzuarbeiten. Dabei spielt der Vertrauenslehrer oder Schulsozialarbeiter eine große Rolle, der mit dem Schüler, den Eltern und Lehrern überlegt, welche Unterstützung ein Schüler braucht, um wieder am Unterricht teilnehmen zu können.

 

Regelungen für Dauer-Schwänzer!

Wer am Vormittag in der Stadt von Polizisten beim Schwänzen erwischt wird, darf sich auf eine Fahrt im Polizeiauto vorbereiten. Klingt toller, als es ist. Denn Polizisten dürfen Schwänzer unter 18 Jahren entweder nach Hause oder in die Schule "begleiten". Sehr peinlich, wenn es Mitschüler oder Freunde sehen.

In Hamburg kann die Polizei zum Beispiel in dem sogenannten "Zentralen Schülerregister" checken, ob sie einen notorischen Schwänzer vor sich haben. Dort wird durch die Schule ein Vermerk beim Namen des Schülers gemacht, wenn er mehr als fünf Tage fehlte. Das kann ein Polizist einsehen und dann gibt es keine Ausreden mehr!

Härtere Strafen wie Bußgelder, das Ableisten von Sozialstunden oder Jugendarrest werden nur in extremen Fällen verhängt. Vorher wird versucht, dem Schüler auf andere Weise klar zu machen, dass er nur zu seinem persönlichen Nachteil handelt, wenn er nicht zur Schule geht.

 

Gründe fürs Schwänzen!

Keine Lust auf Schule ist in den wenigsten Fällen der Grund für dauerhaftes Fehlen. Schulleiter Meyer weiß aus langjähriger Erfahrung, dass so ein Verhalten meist schwerwiegendere Gründe hat. "Oft machen es zerrüttete Familienverhältnisse dem Schüler schwer, am Unterricht teilzunehmen. Dann sind die Schüler auf sich allein gestellt und damit überfordert, erfolgreich in der Schule mitzuarbeiten. Und nicht selten ist es der falsche Freundeskreis, in dem Schwänzen als cool gilt, oder Drogen und Kriminalität eine Rolle spielen."

Wem es so geht und wer daran etwas ändern möchte, sollte einen Lehrer ins Vertrauen ziehen oder eine Beratungsstelle aufsuchen. In vielen Städten gibt es sehr hilfreiche Angebote von Profis, die gern mit Jugendlichen sprechen und ihnen wirklich helfen können.

 

Hast Du schon mal geschwänzt?