Privatsphäre: So bleibst du ungestört!

Wer ungestört sein will, muss klare Zeichen setzen
Wer ungestört sein will, muss klare Zeichen setzen

Jeder Jugendliche hat ein Recht darauf, dass seine Privatsphäre respektiert wird. Wir geben Tipps, wie du sie schützen kannst.

Tatort Badezimmer: Du hast geduscht und bist gerade dabei, dich abzutrocknen, da platzt deine Mutter rein und guckt aus den Augenwinkeln mal so rüber, wie weit deine Schambehaarung schon gediehen ist! Das ist vielleicht nicht böse gemeint, kann aber ganz schön nerven.

Spätestens wenn du in die Pubertät kommst, müssen deine Eltern akzeptieren, dass auch du eine Intimsphäre hast, die sie nicht einfach stören dürfen. Es sei denn, du bist damit einverstanden.

Jeder hat ein Recht auf Privatsphäre!

Auch ohne anzuklopfen ins Zimmer zu stürmen, ist jetzt nicht mehr drin. Das hat nicht nur was mit Höflichkeit zu tun. Hier geht's um die Achtung und den Respekt vor deiner Privatsphäre. Denn jeder Mensch braucht einen Raum, wo er ungestört und für sich selbst sein kann, wenn er das will. Wer das missachtet verletzt die Grundregeln des Zusammenlebens.

Jeder hat ein Recht auf Wahrung des Briefgeheimnisses!

Und was ist, wenn deine Eltern deine Post öffnen oder einfach in deinem Tagebuch lesen? Das dürfen sie nicht - zumindest nicht ohne wichtigen Grund.

Im Artikel 10 des Grundgesetzes steht: Jeder Mensch - also auch jedes Kind - hat ein Recht auf Wahrung des Briefgeheimnisses. Eltern müssen das beachten! Briefe, Tagebücher oder andere persönliche Aufzeichnungen von Kindern und Jugendlichen sind also in der Regel für die Eltern tabu. Das gilt allerdings nicht für deine Schulhefte.

Aber: Da Eltern auch die Aufsichtspflicht gegenüber ihren Kindern haben, kann es ihnen nicht ganz egal sein, was du so treibst. Haben sie zum Beispiel den Verdacht, dass du was Unrechtes tust oder in Gefahr bist, können sie auch mal einen Blick in dein Tagebuch werfen, einen "verdächtigen" Brief öffnen oder Dateien auf deiner Festplatte checken.

Doch je älter du wirst, um so mehr tritt die Elternaufsicht zugunsten des "Geheimbereichs der Kinder" zurück. Das heißt: Bist du 11 oder 12, dann dürfen sich deine Eltern mehr erlauben als mit 16 oder 17.

Handel mit deinen Eltern Grenzen aus!

Egal, wie dein Verhältnis zu den Eltern ist: Streit, weil sie deine Privatsphäre verletzen, gibt's immer mal. Und der gehört auch dazu. Denn nur so könnt ihr gemeinsam Grenzen aushandeln, an die sie sich in Zukunft jeder halten soll.

Wichtig: Wenn du willst, dass deine Privatsphäre respektiert wird, solltest du das selbst auch bei anderen tun - auch bei deinen Eltern und Geschwistern!

So sorgst du gut für deine Privatsphäre! Hier gibt es noch mehr Tipps!

Kümmere dich, dass du nicht gestört wirst!

Egal ob du dich selbst befriedigst, lustvolle Stunden mit deinem Schatz verbringen möchtest oder einfach nur deine Ruhe haben willst: Sorg selbst dafür, dass du nicht gestört wirst! Es törnt nämlich nicht nur ab, sondern kann auch ganz schön peinlich werden, wenn plötzlich Eltern oder Geschwister reinplatzen.

Deshalb: Zimmer abschließen oder ein Schild "Bitte nicht stören!" an die Tür hängen! Wollen deine Eltern das nicht akzeptieren? Dann mach ihnen klar, dass sie es auch nicht mögen, wenn du einfach so in ihr Schlafzimmer reinplatzt.

Teilst du das Zimmer mit Geschwistern, dann handle mit ihnen feste Zeiten aus, in denen du allein für dich sein kannst. In dieser Zeit ist das Zimmer für andere tabu.

Übrigens: Vorher anklopfen, bevor man das zimmer eines anderen betritt, sollte selbstverständlich sein. Auch für die Eltern!

Wenn gar nichts hilft: Schließ ab!

Niemand hat das Recht, einfach ins Badezimmer zu kommen, wenn du das nicht möchtest. Deshalb: Schließ die Tür ab, wenn du für dich sein willst. Keine Angst, du darfst das. Gibt's deshalb Streit, hol dir Hilfe bei einer Person, der du vertraust. Bitte sie, sich bei den Eltern für dich einzusetzen.

Lass nichts herum liegen, was du geheim halten willst!

Du willst verhindern, dass deine Eltern deine Liebesbriefe lesen oder in deinem Tagebuch blättern! Klar, eigentlich sollten sie das nicht einfach tun.

Doch damit sie erst gar nicht in Versuchung kommen: Sorg selbst dafür, dass sie erst gar nicht drankommen. Schaff dir einen Platz, wo du all deine privaten Dinge wegschließen kannst.

Hast du keinen Schrank mit Schloss oder keine abschließbare Schublade? Dann besorge dir eine Kiste mit Vorhängeschloss. Aber lass den Schlüssel nicht rumliegen! Bewahrst du deine Geheimnisse im Computer auf, schütze sie mit einem Passwort.

Sorg vor und räume selbst auf!

Ein häufiger Streitfall zwischen Eltern und Kindern ist das Aufräumen und Saubermachen der Bude. Meist gibt's unterschiedliche Meinungen darüber, was noch gemütlich oder schon ein Saustall ist.

Wenn du nicht willst, dass deine Eltern zum Aufräumen und Saubermachen in dein Zimmer kommen, dann sorge selbst für Ordnung und Sauberkeit!

Bring deine schmutzige Wäsche in den Wäschekorb, räume frische Wäsche in den Schrank, stell schmutziges Geschirr in die Küche, leere deinen Abfalleimer, sauge ab und zu Staub . . . dann hat niemand einen Grund, ungefragt in deinem Zimmer rumzuräumen. Das spart jede Menge Ärger und keiner stöbert in deinen Sachen.

Hier gibt es mehr zum Thema:

» Was dürfen deine Eltern eigentlich, und was nicht?