Enge Vorhaut? Hier gibt's Hilfe!

Enge Vorhaut? Hier gibt's Hilfe!
Enge Vorhaut? Hier gibt's Hilfe!

Eine Vorhautverengung kann Probleme breiten. Wir erklären Dir alles, was Du darüber wissen solltest. . .

Von einer Vorhautenge spricht man, wenn die Vorhaut nicht über die Eichel des Penis zu streifen geht und bei einer Erektion spannt oder sogar schmerzt. In diesen Fällen ist eine Operation (Beschneidung) der Vorhaut nötig, um Komplikationen wie Risse und Entzündungen zu vermeiden. Hier erfährst Du mehr darüber. . .

Warum haben einige Jungen eine Vorhautverengung?

Es ist normal, dass die Vorhaut bei Jungen bis zum dritten Lebensjahr eng ist. Dadurch soll die empfindliche Eichel unter anderem vor dem Urin geschützt werden. Erst danach, etwa bis zum fünften Lebensjahr sollte die Vorhaut über die Eichel geschoben werden können. Geht das nicht, kann eine angeborene Verengung vorliegen. Niemand kann etwas dafür, wenn er eine Vorhautverengung hat.

Was ist eine Beschneidung?

Kurz gesagt: Bei einer Beschneidung wird unter Narkose oder örtlicher Betäubung die Vorhaut hinter der Eichel abgetrennt und vernäht. Die Eichel liegt nach der OP frei und wird nicht mehr von der Vorhaut verdeckt. Andere Techniken wie eine nur teilweise Abtrennung der Vorhaut bergen deutlich höhere Risiken einer Nachoperation, haben aber weder kosmetisch noch funktionell Vorteile.

Kann die Vorhaut ohne Operation geweitet werden?

Eine Behandlung mit einer Cortisonsalbe kann vor allem im Kleinkindalter versucht werden und zum Erfolg führen.

Wenn die Vorhautverengung (Phimose) erst in der Pubertät erkannt wird, ist eine Dehnung meistens nicht mehr möglich. In jedem Fall sollte vor jeder Maßnahme ein Arzt hinzugezogen werden.

In welchem Alter sollten Jungen beschnitten werden?

Wenn die Vorhautverengung erst im Jugendalter bemerkt wird, muss überlegt werden, welcher Zeitpunkt für eine Behandlung am besten geeignet ist. Urologen empfehlen, eine medizinisch notwendige Beschneidung nicht während der Pubertät durchzuführen - besser wäre davor oder sogar danach. Da ein Junge im Jugendalter in die Entscheidung einbezogen werden sollte, kann er den Zeitpunkt natürlich mitbestimmen. Um eine individuell passende Lösung zu finden, sollte sich der Betroffene von einem Arzt beraten lassen. Er kann sagen, ob in dem jeweiligen Fall Komplikationen auftreten können, falls mit der Operation gewartet werden soll. Treten Probleme wie Entzündungen oder Risse in der Vorhaut auf, ist es nicht ratsam, eine Operation aufzuschieben. Gibt es allerdings keine Probleme durch die Phimose, empfehlen Ärzte auch aus seelischen Gründen eine Beschneidung nach der Pubertät. Dann kann sich der Junge erneut mit seinem Arzt besprechen, um eine Entscheidung zu treffen.

Wer muss der Operation zustimmen?

Für eine Beschneidung muss der Junge seine Zustimmung geben – auch wenn er noch nicht 18 Jahre alt ist. Tut er das nicht, dürfen sich Eltern und Ärzte nicht über seinen Kopf hinweg für eine Beschneidung entscheiden. Allerdings kann ein Junge unter 18 nicht allein eine Beschneidung veranlassen. Bei Minderjährigen müssen nämlich zusätzlich die Eltern der Operation zustimmen. Deshalb werden sie in das ärztliche Beratungsgespräch einbezogen.

Ist ein beschnittener Penis hygienischer?

Das kann man so vereinfacht nicht sagen. Ein Junge mit Vorhaut, der sich täglich wäscht, ist genauso hygienisch, wie ein Junge ohne Vorhaut, der sich täglich wäscht. Allerdings bildet sich unter der vollständigen Vorhaut schneller so genanntes Smegma. Das sind Ablagerungen zwischen Vorhaut und Eichel, die auf Dauer zu Entzündungen führen und schlecht riechen. Wer seinen Penis täglich wäscht, und dabei die Vorhaut zurückzieht, ist von der Körperpflege her völlig okay. „Bessere Sauberkeit“ ist kein Argument für eine Beschneidung.

Wo finde ich einen Arzt?

Wenn Du Dich von einem Facharzt (Urologen, Andrologen) untersuchen oder beraten lassen möchtest, findest Du hier Adressen in Deiner Nähe - bei der "Urologensuche"!

Für diesen Artikel wurde das Dr.-Sommer-Team beraten von:

Herrn Dr. Wolfgang Bühmann

Pressesprecher des Berufsverbandes der Deutschen Urologen e.V. (BDU)

Text: Marthe Kniep