Dünn sein als Ziel? Gefahren von Diäten!

Gerade im Sommer wären viele gern dünner!
Gerade im Sommer wären viele gern dünner!

Sich zu dick zu fühlen bringt vor allem Mädchen schnell auf den Gedanken, eine Diät könnte das Richtige sein. Wir erklären, warum Diäten für Jugendliche durchaus problematisch sein können und welcher Weg gesünder ans Ziel führt.

Mehr als die Hälfte der jugendlichen Mädchen fühlen sich zu dick oder sind auf andere Weise mit ihrem Körper unzufrieden. Dabei haben längst nicht alle von ihnen wirklich Übergewicht. Und auch Jungen sind kritisch mit ihrem Körper. Während jedoch Jungen gern muskulöser wären, wünschen sich Mädchen eher dünnere Beine, einen kleineren Po oder weniger Bauch.

Die Idealvorstellung von einem schlanken Körper ist jedoch für viele Mädchen auf gesundem Weg gar nicht zu erreichen. Denn oft ist der Körper einfach anders gebaut als es zum Beispiel bei den sehr dünnen Modells der Fall ist. Einige Mädchen haben nun mal kräftige Oberschenkel oder runde Hüften. Eine Diät ändert das nicht.

 

 

Trotzdem versuchen viele Mädchen durch Diäten an ihr Ziel zu kommen. Dabei probieren sie oftmals vor allem radikale Wunderdiäten, die sichtbaren Erfolg in nur wenigen Tagen versprechen. Doch solche Diäten sind für jeden Körper und vor allem in der Pubertät besonders schädlich. Denn der Körper wird in vielerlei Hinsicht unterversorgt, wenn gehungert wird oder die Ernährung sehr einseitig abläuft.

Einige Mädchen nehmen sogar Abführmittel oder erbrechen sich absichtlich nach dem Essen, um zu sich genommene Nahrung schnell wieder loszuwerden. Extreme sportliche Betätigung ist ebenfalls ein Versuch vieler Mädchen, ihren Körper aktiv zu verändern. Gepaart mit einer Diät wird der Körper dadurch jedoch oft überbeansprucht und geschädigt.

Wer erst mal in so einer Diät steckt oder sich schon an das Hungern gewöhnt hat, läuft Gefahr, eine Essstörung zu bekommen. Wem das passiert, der schafft es irgendwann nicht mehr, ausreichende Mengen zu essen oder bei sich zu behalten. Diese Menschen brauchen oftmals professionelle Hilfe, um wieder gesund zu werden und zu normalem Essverhalten zurückzukehren. Doch bevor jemand merkt oder sich selber eingesteht, dass er oder sie betroffen ist, ist der Körper oftmals schon geschädigt worden. Deshalb ist es wichtig, sich die möglichen Folgen von ungesunden Diäten klarzumachen, bevor man sich mit dem Thema Abnehmen näher beschäftigt.

 

Folgen von dauerhaften oder radikalen Diäten:

 

Wer sich alles verwährt, wird schnell unzufrieden!
Wer sich alles verwährt, wird schnell unzufrieden!

 

Ohne eine ausreichende Ernährung entzieht man dem Körper den Treibstoff, den er braucht, um zu funktionieren. Passiert das über einen längeren Zeitraum, kann das wirklich gefährliche Folgen haben - bis hin zum Tod. Denn nicht selten führen Diäten zu Essstörungen wir einer Magersucht. Und etwa 15 Prozent der Magersüchtigen überleben ihre Krankheit nicht.

Es gibt aber noch jede Menge anderer Folgen von Unterernährung:

» Verzögerung oder Stillstand des Körperwachstums in der Pubertät

» Ausbleiben der Periode, Brüste oder Hüften wachsen nicht mehr weiter

» Frieren, Schwindel, Kraftlosigkeit und fehlender Antrieb, Konzentrationsprobleme

» Stimmungsschwankungen oder depressive Grundstimmung

» Haarausfall am Kopf, Zunahme der Körperbehaarung und fahle, blasse Haut

» Durchfall oder Verstopfung

Organische Schäden:

» Muskelabbau, Herzmuskelschäden

» Nierenleiden

» zerbrechliche Knochen

Folgen von dauerhaftem, absichtlich herbeigeführtem Erbrechen:

» Entzündung der Speiseröhre, Blut spucken

» Karies, Zahnausfall

» wunder Mundbereich und eventuell auch wunde Hände

Es gibt noch mehr mögliche Auswirkungen, die wir hier nicht vollständig aufzählen können. Aber wie Du siehst, darf man das Thema nicht verharmlosen.

 

Gesund abnehmen? Wer und was hilft!

 

Finde einen Sport, der Dich motiviert!
Finde einen Sport, der Dich motiviert!

 

Wenn Du wirklich das Gefühl hast, dass Du abnehmen musst, sprich mit Deinem Kinder- und Jugendarzt. Er kann Dir nicht nur sagen, welches Gewicht für Dein Alter und Deine Größe gesund wäre. Sonder er kann Dir auch Tipps geben, wo es in Deiner Nähe Programme für Jugendliche gibt, die gern Pfunde verlieren wollen.

Die richtige Ernährung und ausreichend Bewegung sind in jedem Fall das Erfolgsrezept für ein gutes Körpergefühl. Und gesundes Abnehmen geht nie von heute auf morgen oder gar im Schlaf. Hilfreich ist, wenn Du lernst, welches Essen wie viel Energie hat und wie Du oder Deine Eltern gesund und lecker kochen können. Dafür gibt es Kurse, die sogar von manchen Krankenkassen kostenlos angeboten werden. Einige Schulen haben AGs zu diesem Thema. Aber auch im Internet findest Du viele Tipps für gesunde Ernährung.

Und wenn wir von Bewegung reden, meinen wir nicht immer Joggen oder den Weg ins Fitness-Studio. Es kann auch ein Tanzkurs in Tango, Jazz-Dance oder Zumba sein, wie sie von vielen Sportvereinen günstig angeboten werden. Das macht Spaß und Du lernst noch andere Leute kennen. Schau, was Dir Spaß machen würde.

 

 

Hilfe bei starken Gewichtsproblemen oder einer Essstörung:

 

Kinder- und Jugendärzte haben Schweigepflicht!
Kinder- und Jugendärzte haben Schweigepflicht!

Du, eine Freundin oder ein Freund haben das Gefühl, dass Dein/ihr Essverhalten nicht mehr normal oder gesund ist? Allein kommt man schwer daraus. Lass Dich beraten oder gib die Nummer/Homepage einer Beratungsstelle weiter, wenn Freunde betroffen sind. Dort sitzen Fachleute, die genau wissen, welche Gedanken und Probleme Jugendliche in Deiner Situation haben können. Außerdem bekommst Du Tipps für Hilfen in Deiner Nähe.

Probier es aus. Zum Beispiel bei der Beratungsstelle von www.anad-ev.de

Auch der Kinder- und Jugendarzt ist ein vertrauensvoller Ansprechpartner. Nutze zum Beispiel die Jugenduntersuchung J 1 um das Thema Essen oder Gewicht anzusprechen oder hole Dir einen extra Termin dafür. Je eher Du etwas tust, desto leichter ist eine Lösung zu finden.

Wer bereits eine Magersucht oder eine andere Esstörung entwickelt hat und dringend Hilfe braucht, kann sich auch an eine Psychiatrie für Kinder und Jugendliche wenden. Dort werden oft solche Krankheiten erfolgreich behandelt.