Videobeweis: Regelwerk

Der Videobeweis ist ein technisches Hilfsmittel zur Vermeidung und Minimierung von Fehlentscheidungen im Fußball. BRAVO SPORT verrät die wichtigsten Infos zum "VAR".

Durch den Videobeweis soll der Sport noch fairer und die Fehlentscheidungen minimiert werden.
Durch den Videobeweis soll der Sport noch fairer und die Fehlentscheidungen minimiert werden. Foto: Imago/ Team 2

So funktioniert der Videobeweis

Wann greift der Videobeweis ein?

Nicht in jeder Situation darf sich der Video-Assistent-Referee beim Schiedsrichter melden. Lediglich bei klaren Fehlentscheidungen kommt der VAR zum Einsatz:

Die Entscheidungsgewalt liegt, unabhängig ob der Videobeweis eingesetzt wird oder nicht, immer beim leitenden Schiedsrichter der Partie. Liegt dieser bei einer der oben genannten Situationen falsch, wird er via Funk kontaktiert. Danach hat er die Möglichkeit, sich die entsprechende Szene nochmals über einen am Spielfeldrand stehenden Monitor anzusehen.

Sollte der Schiedsrichter eine Spielszene gesehen und sie falsch bewertet haben, dabei aber keine klare Fehlentscheidung vorliegt, greift der VAR nicht ein. Es wird daher immer wieder Situationen zu geben, die nicht komplett richtig aufgelöst werden. Ändert der Schiedsrichter nach Betrachtung der Wiederholungen seine Entscheidung, zeigt er dies mit einer "Bildschirm-Geste" an.

Wer fungiert als Video-Schiedsrichter?

In der Saison 2018/19 kommen insgesamt 28 Video-Assistenten zum Einsatz. Diese müssen alle eine umfangreiche Schulung durchlaufen haben. Dabei handelt es sich um aktive Schiedsrichter der Bundesliga sowie Dr. Jochen Drees, Günter Perl und Wolfgang Stark, Rekord-Schiedsrichter der Bundesliga mit 344 Einsätzen. Die drei letztgenannten haben ihre aktive Schiedsrichterkarriere wegen Erreichens der Altersgrenze von 47 Jahren bereits beendet.

Die Video-Assistenten sitzen während des Sppiels im Video-Assisten-Center (VAC) in Köln. Es können bis zu sechs Spiele parallel von je einem VAR begleitet und verfolgt werden. Wenn an den letzten beiden Spieltagen neun Partien gleichzeitig ausgetragen werden, können drei Video-Schiedsrichter aus einem Van vor dem Stadion Spiel verfolgen. 

Wer trifft die Entscheidungen?

Wie bereits oben erwähnt, liegt die Entscheidungsgewalt immer bei dem leitenden Schiedsrichter auf dem Platz. Der Video-Assistent erweitert lediglich das Schiedsrichter-Team – zusätzlich zu den beiden Linienrichtern und dem vierten Offiziellen am Spielfeldrand. Der VAR bekommt allerdings weitere Unterstützung durch einen Assistenten und zwei Operatoren. Deren Aufgabe ist es, möglichst schnell die besten Kameraperspektiven zur betreffenden Situation rauszufiltern und dem VAR zur Verfügung zu stellen. 

Insgesamt stehen dem Video-Schiedsrichter 19 bis 21 verschiedene Kamera-Einstellungen zur Verfügung. Dabei handelt es sich um alle Kameraperspektiven, die von der Sportcast-GmbH angeboten werden. Dies ist die Tochtergesellschaft der DFL und produziert die weltweiten Bilder der Spiele aus der Bundesliga und 2. Bundesliga. 

Gibt es ein festgelegtes Zeitfenster zur Durchführung des Videobeweises?

Wie werden die Fans im Stadion über den VAR informiert?

Seit der Saison 2018/19 werden dem Gastgeber-Team Textbausteine zur Verfügung gestellt – allerdings nur im Falle einer tatsächlichen Überprüfung. Auf der Stadionleinwand werden die Zuschauer über den Grund der Überprüfung informiert, wie der Schiedsrichter vorerst entschieden hat und wie die Entscheidung geändert wurde.

Wie oft darf der Videobeweis pro Spiel eingesetzt werden?

Dürfen Teams oder Trainer einen Videobeweis anfordern?

Nein. Anders als beispielsweise beim Tennis, wo die Spieler eine "Challenge" einfordern dürfen, können das die Trainer der Teams nicht machen. Dies wurde von der IFAB abgelehnt, aus dem Grund, dass es dadurch zu größeren Verzögerungen und Unterbrechungen des Spiels kommt.