Taktik: Was macht Pep Guardiola? Taktik-Check

Pep Guardiola gestikuliert im Training viel um den Spielern seine Ideen klarzumachen.

"Das System ist nicht wichtig", betonte Pep Guardiola nach dem Testspiel der Bayern gegen Brescia. Das tat er aber nur, weil es noch nicht so funktionierte, wie er sich das wünscht. Letzte Saison spielte der FCB ein 4-3-2-1, die Spieler müssen sich nun umstellen. Das ist nicht immer so einfach, denn neue Grundaufstellungen bringen auch immer neue Laufwege mit sich. Die müssen dann natürlich wieder aufeinander abgestimmt werden. Und wenn ein Spieler dabei Fehler macht, wirkt sich das schnell negativ auf die anderen Akteure aus. Aber man kann im Trainingslager und in den Tests schon erkennen, worauf Guardiola hinaus will. Es deutet alles auf ein 4-1-4-1 mit Doppel-Acht hin.

Ähnlich agierte auch der FC Barcelona unter Pep, allerdings passt der Startrainer sein Konzept an die Spieler bei den Bayern an. Wir erklären euch hier Grundzüge und Ideen des Systems. Und außerdem, wie daraus schnell ein 3-5-2 werden kann.

In der aktuellen BRAVO SPORT liest du, wie Pep Guardiola die Bayern-Stars individuell auf die neue Saison und sein System vorbereitet. Wir erklären, wo die Spieler das meiste Potenzial für Verbesserungen haben und wie Pep sie noch besser machen will. Als Extra findest du den neuen Bundesliga-Spielplan als MEGA-POSTER und ein Poster von Jerome Boateng. Also ab zum Kiosk!

Die Grundaufstellung im 4-1-4-1

In der Abwehr ist das System relativ unspektakulär, denn hier wird auf die mittlerweile Standard gewordene Viererkette gesetzt. Aber schon davor wird es spannender. Denn statt der mittlerweile fast ausschließlich gespielten Doppel-Sechs spielt in diesem Konzept (wie der Name schon sagt) nur ein Sechser. Der ist in erster Linie dafür da, die beiden offensiven zentralen Mittelfeldspieler (hier Nummer 8 und 10) abzusichern. Der Spielaufbau wird in erster Linie von diesen beiden Positionen geleitet. Die Außenspieler sind relativ weit vorne zu finden, der Stürmer kann auch mit einer "falschen Neun" besetzt werden. In der Defensive ziehen sich die Spieler zurück und versuchen vor allem im Zentrum kompakt zu stehen. Im Angriff sieht das Ganze folgendermaßen aus:

Die Offensive im 4-1-4-1-System

Die Formation ist stark auf Ballbesitz ausgelegt. Im Falle eines Ballverlusts ist die Mannschaft anfällig für Konter, denn die Außenverteidiger müssen mit hohem Tempo den Rückzug antreten. Die drei Spieler in der Defensive (4, 5, 6) können je nach Kontertempo schnell überrollt werden. Allerdings haben die Bayern eine extrem hohe Qualität im Zentrum und flinke Verteidiger, so dass es eigentlich nur eine Frage der Zeit ist, bis ein stabiles 4-1-4-1 auf dem Feld steht.

Eine weitere Variante: Das 3-5-2