Was ist passives Abseits? Erklärung und Probleme

Bastian Schweinsteiger macht ein Tor – es zählt aber wegen Abseits nicht.

Die Abseitsregel ist ja schon die komplizierteste Regel im Fußball. Aber wenn es um passives Abseits geht, wird die ganze Sache erst recht schwierig. Wir bringen Licht ins Dunkel und erklären, was passives Abseits ist – und wo die Probleme entstehen.

Die Abseitsregel haben wir ja bereits erklärt. Doch es gibt eine wichtige und komplizierte Ausnahme in der Anwendung der Regel. Das sogenannte passive Abseits. In der eigentlichen Regel steht davon nichts, die Schiedsrichter haben aber von FIFA und DFB die Anweisung passives Abseits nicht zu ahnden. Wann genau ein Spieler passiv ist, erklären wir hier.

 

Ein Spieler steht im passiven Abseits

Spieler 3 steht im passiven Abseits
Spieler 3 steht im passiven Abseits

Beim Pass von Spieler 1 auf Spieler 2 steht Spieler 3 im passiven Abseits. Da er mit dem Spielgeschehen nichts zu tun hat und auch nicht aktiv ins Spiel eingreift, wird seine Abseitsstellung nicht geahndet. Das Spiel läuft weiter.

 

Ein Spieler steht in Ballnähe im passiven Abseits

Spieler 2 steht im passiven Abseits, Spieler 3 bekommt den Ball
Spieler 2 steht im passiven Abseits, Spieler 3 bekommt den Ball

Bei diesem Beispiel steht Spieler 2 im passiven Abseits. Wenn er sich nicht in Richtung Ball bewegt ist er im passiven Abseits. Seine offensichtliche Abseitsstellung wird nicht geahndet. Spieler 3 ist nicht im Abseits. Wenn er den Ball erreicht geht das Spiel weiter. Greift Spieler 2 aber ins Spiel ein wird Abseits gepfiffen – ganz wie es die Abseits-Grundregel vorschreibt. Dazu reicht je nachdem auch eine Bewegung in Richtung des Balls aus, wenn dadurch andere Spieler irritiert oder gestört werden.

 

Aus passivem Abseits wird aktives Abseits

Spieler 2 steht beim Torschuss im passiven Abseits
Spieler 2 steht beim Torschuss im passiven Abseits

Bei einem Abpraller wird Spieler 2 aktiv – Abseits!
Bei einem Abpraller wird Spieler 2 aktiv – Abseits!

Für diese Situation benötigen wir zwei Grafiken. In der ersten schießt Spieler 1 aufs Tor. Spieler 2 steht im passiven Abseits und hat im Moment des Schusses (Ballabgabe) nichts mit dem Spielgeschehen zu tun (außer er verdeckt dem Torhüter die Sicht). Ist der Ball im Tor, zählt der Treffer, die Abseitsstellung ist in dem Moment uninteressant. Geht der Ball aber an Pfosten oder Latte, oder der Torhüter wehrt in ab, wird aus dem passiven Abseits aktives Abseits (Grafik 2). Spieler 2 hat eindeutig einen Vorteil aus seiner Abseitsstellung, deswegen muss abgepfiffen werden. So war die Situation auch beim Tor von Bastian Schweinsteiger gegen Hoffenheim.

 

Passives Abseits & neue Spielsituation

Spieler 3 steht im Abseits, der Vorteil ist durch die "neue Spielsituation" aufgehoben
Spieler 3 steht im Abseits, der Vorteil ist durch die "neue Spielsituation" aufgehoben

Die sogenannte neue Spielsituation ist ein Sonderfall beim passiven Abseits. In der Grafik steht Spieler 3 im passiven Abseits und hat auch einen Vorteil gegenüber den Abwehrspielern, da er einen Vorsprung zum Tor hat. Da Spieler 2 aber ein Stück mit dem Ball läuft und dann erst nach innen passt, ist eine neue Spielsituation entstanden. Nun steht Spieler 3 hinter dem Ball und dadurch nicht mehr im Abseits. Diese Anwendung ist immer wieder Stoff für Diskussionen. Denn wann genau eine Spielsituation neu ist, ist in vielen Fällen Interpretationssache des Schiedsrichters.