Was ist ein Leistenbruch? Operation Und was passiert bei einer?

Sven Bender wurde nach einem Leistenbruch auf beiden Seiten operiert

Dortmunds Mittelfeldspieler Sven Bender wurde wegen eines doppelten Leistenbruchs operiert und fällt vier Wochen aus. Was genau ist ein Leistenbruch? Und was passiert bei einer Operation? Wir beschreiben es euch!

Sven Bender wurde erfolgreich an der leiste operiert. Der Mittelfeldspieler hatte auf beiden Seiten einen Leistenbruch. Was bedeutet das?

Die Bezeichnung Leistenbruch ist etwas irreführend. Tatsächlich bricht kein Knochen. Eingeweide, vor allem der Darm, brechen durch die Bauchdecke und das Bauchfell. Von diesem "Durchbruch" kommt der Name. Solche Durchbrüche werden auch "Hernien" genannt.

Grafik eines Leistenbruchs
Grafik eines Leistenbruchs

Die Bauchdecke, also die Körperhülle des Bauches wird von Muskeln, Sehnen und Bindegewebe gebildet. In dieser Hülle können Schwachstellen entstehen. Meistens passiert das über einen längeren Zeitraum und ohne, dass man etwas davon bemerkt. Durch eine etwas heftigere Belastung, wie zum Beispiel beim Sport, durch das Heben eines schweren Gegenstands, aber auch bei ganz normalen Dingen, wie Niesen oder festes Pressen auf der Toilette können diese Schwachstellen reißen und Lücken entstehen. Bei Männern passiert das ganz besonders oft in der Leiste, weil dort der Leistenkanal (siehe Bild) verläuft. Das ist eine muskelfreie Sehnenplatte, die besonders anfällig für Schwachstellen ist.

Ist die Bauchdecke gerissen, drückt der Darm durch die Lücke. Ein sogenannter "Bruchsack" entsteht. Auch wenn der Leistenbruch nicht immer eine Beeinträchtigung darstellt, muss er trotzdem unbedingt operiert werden. Denn im schlimmsten Fall kann sonst der Darm abgeklemmt werden, wodurch das Darmgewebe abstirbt und eine Bauchfellentzündung entsteht. Und das ist lebensgefährlich. Deswegen immer zum Arzt gehen, wenn du einen Knubbel in der Leistengegend hat, der dir komisch vorkommt.

 

Was wird bei einer Leistenbruch-Operation gemacht?

Die OP eines Leistenbruchs ist ein Routine-Eingriff. Ungefähr 150.000 Operationen dieser Art werden jedes Jahr in Deutschland durchgeführt. Dabei gibt es verschiedene Methoden, mittlerweile wird aber am häufigsten ein Netz in die Bauchdecke implantiert. Das wurde übrigens auch bei Dortmunds Sechser Sven Bender gemacht. Dabei wird mit kleinen Schnitten ein Zugang zum Bruch geschaffen. Ein Kunststoffnetz wird großflächig über den Bruch genäht und hält somit die Eingeweide im Bauchraum. Diese Netz ist spannungsfrei, das heißt es schränkt die Bewegung des Bauchs nicht ein. Der Vorteil: Bereits nach kurzer Zeit ist man wieder voll belastbar. Sven Bender soll zum Beispiel in vier Wochen schon wieder auf dem Platz stehen.

Bei Jugendlichen wird aber meistens ein anderes Verfahren angewendet, die sogenannte "Shouldice-OP". Dabei wird jede kaputte Schicht der Bauchhülle vernäht. Bei Kinder und Menschen im Wachstum ist diese Methode definitv besser, als das Vernähen eines Netzes: Der Grund: Die oben genannten Netze wachsen nicht mit und könnten dann zu klein sein, oder abreißen.