Das macht ein Scout

Auf Sportplätzen beobachten Scouts die Stars von morgen

Scout – bedeutet aus dem Englischen übersetzt "Späher", "Kundschafter" und "Informationssammler". Mit diesen drei Begriffen lässt sich erklären, was ein Scout im Fußballgeschäft eigentlich macht.

Ohne Scouts läuft bei einem Fußballklub gar nichts! Die Vereine brauchen sie, um ihre Mannschaft einerseits zu verbessern und andererseits auf die Gegner vorzubereiten. Was man über diese Scouts weiß? Bevor der Wechsel von Dortmunds Shinji Kagawa zu Manchester United konkrete Formen annahm, berichteten die Kommentatoren bei BVB-Spielen zum Beispiel immer wieder, es seien "Scouts aus Manchester im Stadion." Und das nicht, weil die Stadionwurst in Deutschland so gut schmeckt (zumindest nicht nur), sondern um einen oder mehrere Spieler zu beobachten. Mit dem Ziel, ein ganz genaues Bild des Beobachteten zu bekommen. Dabei geht es nicht nur um die spielerische Leistung, sondern oft auch um das Verhalten des Spielers in bestimmten Situationen. Wie präsentiert er sich? Spielt er fair? Packt er auch bei "Drecksarbeit" mit an? So bekommt der Scout auch einen Eindruck vom Charakter des Spielers.

Gutes Beispiel: Der heutige ManCity-Star Sergio Agüero stand 2006 beim FC Bayern auf dem Zettel. Als Felix Magath (damals Bayern-Trainer) sich dann aber persönlich einen Eindruck vom argentinischen Talent machen wollte (oft checken Trainer Spieler vor Abschluss eines Transfers selbst), fiel der Stürmer durch. Grund: Während sich die Mitspieler warmmachten, lümmelte Kun Agüero rum und machte Späßchen. Er wirkte nicht professionell. Da dem Fernsehzuschauer solche Szenen entgehen, sind Stadionbesuche für einen Scout Pflicht.

City-Stürmer "Kun" Agüero wäre fast beim FCB gelandet
City-Stürmer "Kun" Agüero wäre fast beim FCB gelandet

Auf die gleiche Art wird auch der Nachwuchs beobachtet. Der Scout grast Sportplätze nach vielversprechenden Talenten ab und versucht sie für seinen Verein zu gewinnen. Gerade bei Turnieren, an denen viele Mannschaften teilnehmen, finden sich die Scouts ein. Weil gerade junge Spieler oft verkrampfen, wenn sie mitkriegen, dass sie beobachtet werden, bemühen sich die Scouts häufig, ihre Anwesenheit geheimzuhalten. Andersrum können sie sich natürlich auch im Vorfeld ankündigen und dann sehen, wie die Spieler mit dem "Druck" der Beobachtung umgehen.

Außerdem kann der Scout als Spielbeobachter fungieren. Von der Tribüne aus sieht er taktische Dinge oder das Verhalten einzelner Spieler besser als der Coach von der Bank aus. So hilft er dem Trainerstab, Schwächen im Spiel aufzudecken und zu beheben. Den "Tribünenblick" setzt er auch bei Spielen des Gegners ein. So wie er Verhaltensweisen der eigenen Mannschaft erkennt, kann er das natürlich auch beim nächsten Gegner seines Vereins tun – quasi als Spion. Nach seiner Analyse kann er dem Cheftrainer vielleicht berichten, dass dem Rechtsverteidiger nach 70 Minuten jedes Mal die Luft ausgeht – Details, die im direkten Duell den Unterschied machen können!