Schockdiagnose Knorpelschaden

Das BVB-Trikot kann Lukasz Piszczek nach seiner OP lange nicht tragen.

Schon in der Winterpause ­klagte Lukasz Piszczek (28) über Schmerzen in der rechten Hüfte. Schnell erkannten die Dortmunder Teamärzte, dass ein ­Eingriff nötig geworden war. ­Diagnose: Knorpelschaden – ein Schock für den BVB-Verteidiger. Doch er wollte die Saison, das Champions-League-Finale vor ­Augen, unbedingt zu Ende spielen. In der Rückrunde wurde der Pole dann in vier BL-Spielen komplett geschont, nur in den wichtigen Partien eingesetzt. Aber hätte er überhaupt spielen dürfen?

Heilung dauert lange: Das ­Tückische an einem Knorpelschaden: „Kaputter Knorpel wächst nicht von alleine nach“, sagt Pütz. Der Heilungsprozess kann sogar bis zu einem Jahr ­dauern. Lukasz Piszczek will nach sechs Monaten wieder auf dem Platz stehen. Verläuft die Heilung gut, könnte sein Plan aufgehen.

Links: gesunde Hüfte / Rechts: geschädigte Hüfte

Abnutzung: Der Verschleiß führt zu einer Zerstörung des Knorpels, der die Gelenkflächen umgibt (blau) und für eine reibungsarme Beweglichkeit sorgt.

Frühstadium: Zu Beginn eines Knorpelschadens ist der Defekt (rot) nur auf kleine Flächen begrenzt, was dennoch keineswegs harmlos ist!

Spätfolgen: Selbst durch kleinste Schäden kommt es zu Veränderungen am Gelenk, die auf Dauer die unter den erkrankten Bereichen liegenden Knochen angreifen und Schmerzen verursachen.

Grad 1 und Grad 2

Grad 1: Die Oberfläche des Gelenkknorpels ist noch unversehrt. Schädigungen wie Auffaserung oder Einschnitte sind noch nicht zu erkennen. Allerdings ist sie schon erheblich eindrückbar und kann bei unvorsichtigem Ausüben von Druck verletzt werden.

Grad 3 und Grad 4

Grad 4: Der Knorpel ist bis zum Knochen abgenutzt. Man spricht von einer sogenannten „Knorpelglatze“. Ab einem Schaden dritten bis vierten Grades haben die Betroffenen Belastungsbeschwerden.

Die Operation

Die Operation eines Knorpelschadens in der Hüfte ist sehr kompliziert.

Schwieriger Eingriff: Knorpel- schäden in der Hüfte, wie bei Lukasz Piszczek, sind komplizierter zu behandeln als zum Beispiel im Kniegelenk.

Defekt beheben: Entstandene Unebenheiten an den Gelenkflächen werden vom Ärzteteam in der Operation weggefräst und geglättet.

Die Rehabilitation nach einer Knorpelschaden-OP ist sehr langwierig.

Nach der OP stehen Krankengymnastik und Physiotherapie an, die speziell auf den Patienten abgestimmt sind.

Langwierig: Währenddessen bildet sich die Muskulatur sehr schnell zurück. Diese wieder aufzubauen, dauert sehr lange. Die Stabilität des Gelenks ist bis zur kompletten Heilung nicht ­gewährleistet. Die Gefahr, sich erneut zu ­verletzen, bleibt deshalb sehr hoch.

Knorpelschäden können im Schulter-, Ellenbogen-, Hüft-, Knie- oder Sprunggelenk auftreten.

Überall im Körper: Knorpeldefekte sind überall dort möglich, wo Knochen durch Gelenke verbunden sind. Profi-Fußballer leiden wegen der ständigen hohen Belastung im Training und in den Spielen am häufigsten an Knorpelschäden an Knie, Hüfte oder Sprunggelenk. Seltener sind Ellenbogen, Schulter oder Wirbelsäule betroffen. Hier haben eher Basketball- oder Tennisspieler Probleme.