Im Stadion: Angst vor Ultras? Unterschied zwischen Ultras und Hooligans?

Die Südtribüne im BVB-Stadion mit Ultras und jeder Menge Fans

Die Frage des Tages von BVB-Fan Jonas:

Hallo BRAVO SPORT-Team!

Die Antwort des Gurus: Keine Angst im Ultra-Block

Das Wichtigste gleich zu Beginn: Vor Ultras muss man im Allgemeinen keine Angst haben. Die Dauerkarte wieder zu verkaufen ist absolut nicht nötig. Es gibt zwar immer wieder Vorfälle, in die Ultras verwickelt sind. Die Gruppierungen an sich sind aber nicht gewalttätig und suchen die Gewalt im Normalfall auch nicht. Schon gar nicht gegen Fans des eigenen Vereins. Im Block des harten Kerns der [search:fans]Fangruppen[/search] sollte man als Neuling dennoch etwas vorsichtig sein, um ein Gespür für das Verhalten im Block zu bekommen.

Wenn man die ersten Male im Stadion ist, empfiehlt es sich relativ früh da zu sein. In Dortmund ist der Block 13 zum Beispiel oft sehr voll. Je früher man da ist, desto eher kann man sich einen Platz aussuchen. Am Besten versucht ihr einen Platz am oberen Rand des Blocks zu bekommen. Unten am Zaun stehen viele "Hardcore-Fans", die bei Toren oder brenzligen Situationen gerne mal auf den Zaun zustürmen. Dabei passiert in der Regel nichts. Wenn man das aber nicht kennt, kann es schnell beängstigend wirken. Die Mitte des Blocks ist zu Beginn der "Fan-Karriere" auch nicht empfehlenswert. Oft sind dort Gruppen, die schon seit Jahren ihre Stammplätze haben. Und dort werden auch am ehesten Bengalos oder Rauchbomben gezündet, weil dort viele Menschen eng beisammen stehen und die Täter weniger leicht zu identifizieren sind. Davon sollte man sich möglichst fernhalten, da die Fackeln ziemlich heiß werden können.

Wir empfehlen also, erstmal Plätze am oberen Rand des Blocks zu suchen. Von dort aus kann man dann beobachten, was im Block so abgeht und sich dann im Lauf der Saison seinen Stammplatz suchen. Ansonsten kann man sich natürlich verhalten wie in jedem anderen Block auch. Fangesänge und die Unterstützung der eigenen Mannschaft sind Pflicht!

Was machen Ultras im Stadion?

Ultras fallen im Stadion aus mehreren Gründen auf. Was als erstes ins Auge oder besser ins Ohr fällt, ist der Vorsänger. Der sogenannten "Capo" gibt mit einem Megaphon oder Lautsprecher-Anlagen die Gesänge vor, die die Fans dann weitertragen. Meistens steht er mit dem Rücken zum Spielfeld und auf einer erhöhten Position vor dem Block. Was ebenfalls auffällt, ist dass Ultras im Normalfall keine Trikots oder andere Fanartikel des Vereins tragen, sondern selbst produzierte Kleidung anhaben. Außerdem sind Doppelhalter und Fahnen Bestandteil der Ultra-Kultur.

Was ist der Unterschied zwischen Ultras und Hooligans?

Hooligan-Ausschreitungen in Polen

Auch wenn sie äußerlich teilweise schwer zu unterscheiden sind, weil sowohl Ultras als auch Hooligans gerne schwarz tragen, gibt es gewaltige Unterschiede. Der Wichtigste ist auf jeden Fall die Gewaltbereitschaft. Für Ultras ist Gewalt kein grundlegender Bestandteil ihrer Kultur. Bei Hooligans sind Ausschreitungen und Auseinandersetzungen mit Hools der Gegner einer der Hauptgründe um ins Stadion zu gehen. Fußball ist für Hools oft nur der Anlaß zu Prügeleien mit "Feinden" und der Polizei.