Die geheimen Greenkeeper-Tricks

Seit 2011/12 setzt der BVB auf eine UV-Bestrahlungs-Anlage, die nur an Spieltagen aus dem Stadion gerollt wird.

Ein Fußball-Rasen muss genauso gepflegt werden wie ein Profi“, sagt Willi Droste, Hüter des Platzes in Deutschlands größtem Fußball-Tempel, dem Dortmunder ­Signal Iduna Park, im Gespräch mit BRAVO SPORT. Der Grund: So ein Rasen ist sehr anspruchsvoll. Für ­seine Entwicklung, Erhaltung und ­Regeneration ist neben den Wachstumsfaktoren ­Wasser, Luft sowie ­verschiedenen Nährstoffen vor allem UV-Licht von besonderer ­Bedeutung.

Kunstlicht: Doch Droste ist ­zufrieden mit seiner gut 7.000 ­Quadratmeter ­gro­ßen Rasenfläche in Dortmund. Der Grund: Der Platzwart wird bei der Pflege von ­einer riesigen Kunstlicht-Anlage unterstützt, wie sie ­mittlerweile in ­vielen Bundesliga-Stadien benutzt wird. Sie besteht aus ­verschiedenen ­Modulen, die die ­gesamte Breite des Feldes überspannen. In mehr­stündigen Abständen wird das 2,5 Tonnen schwere Gerüst mit den ­Lampen, die das künstliche ­Sonnenlicht spenden, über den

Was der Rasen braucht

So wird nachgeholfen

Das „Rasensolarium“ im Dortmunder Signal Iduna Park (Foto links) läuft in den dunklen Monaten fast rund um die Uhr – auch in der Nacht. Das goldgelbe Licht erzeugt sogenannte photosynthetisch aktive Strahlung und fördert so den Stoffaufbau und damit das Wachstum des Rasens. Zur Regeneration herausgefahren wird das komplette Fußballfeld in der Veltins-Arena auf Schalke. So liegt der Rasen immer an der Luft, und die wichtigen Sonnenstrahlen werden nicht vom Stadion „abgefangen“. Die Dachkonstruktion in der Leverkusener ­BayArena filtert die UV-Strahlung derart, dass die Rasenfläche genügend Licht zum ausreichenden Wachstum erhält. Ventilatoren sorgen zum Beispiel in der Imtech-Arena in Hamburg für die nötige Windzufuhr, um den Rasen zu trocknen und so vor Schimmelbefall zu schützen (Foto rechts).

Geschummelt: Ist der Rasen bereits vertrocknet, soll aber dennoch grün und saftig wirken, wird er oft kurzerhand angesprüht (Foto links). Denn: Ein komplett neuer Rollrasen ist teuer! Rund 130.000 Euro müssen die Klubs beim Austausch hinblättern.