Verhütungspanne? Die „Pille danach“ hilft

Letzte Woche hat Anne die Pille gleich zweimal vergessen. Deshalb haben Max und sie zusätzlich mit Kondom verhütet. Aber gestern Abend hatte das Kondom plötzlich einen kleinen Riss. Das haben sie erst nach dem Sex entdeckt. „Was soll ich denn jetzt machen?“ fragt Anne ihre Freundin Mia am Telefon. Mia weiß es sofort: „Es gibt doch die Pille danach. Die kannst du auch nachts in der Not-Apotheke bekommen!“ Echt? Das wusste Anna nicht. Sie dachte, man braucht ein Rezept bei der Frauenärztin oder dem Frauenarzt.

Die „Pille danach“ ist ein Medikament, das nur im Notfall nach einer Verhütungspanne eingenommen wird. Es sollte möglichst innerhalb der ersten 24 Stunden nach dem Sex eingenommen werden.

Die „Pille danach“ enthält Hormone. Sie kann verhindern, dass eine Schwangerschaft entsteht. Das funktioniert, weil die „Pille danach“ den Eisprung hemmt oder so lange verzögert, bis die Spermien das Ei nicht mehr erreichen können.

Die Pille danach
Foto: Shutterstock

Wie komme ich an die „Pille danach“?

Wenn du die „Pille danach“ kostenlos haben möchtest, musst du zu einer Frauenärztin oder einem Frauenarzt gehen und ein Rezept holen. Damit bekommst du das Notfall-Medikament kostenlos in der Apotheke, wenn du unter 22 Jahre alt bist. Ab 18 Jahre musst du allerdings die Rezeptgebühr von 5 Euro bis 10Euro zahlen, je nach Preis des Medikaments.

Wenn du die „Pille danach“ ohne Rezept in der Apotheke kaufen willst, zahlst du zwischen 16 und 36 Euro dafür. Der Preis hängt vom Wirkstoff ab:

  • Präparate mit dem Wirkstoff Levonorgestrel kosten in der Apotheke ab 16 Euro. Sie wirken bis zu 72 Stunden nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr.

  • Das Präparat mit dem Wirkstoff Ulipristalacetat (UPA) kostet etwa 36 Euro. Es kann bis maximal fünf Tage nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingesetzt werden.

Apothekerinnen und Apotheker können dich dabei gut beraten. In der Nacht und an Wochenenden gibt es Notdienste. Welche Apotheke gerade Notdienst hat, findest du im Internet. Viele Apotheken hängen auch ein Schild ins Schaufenster, auf dem steht, welche Apotheke Notdienst hat.

Ab welchem Alter bekomme ich die „Pille danach“?

Wenn du zwischen 14 und 18 Jahre alt bist, beurteilt die Apothekerin oder der Apotheker bzw. die Ärztin oder der Arzt in einem gemeinsamen Gespräch, ob du reif genug bist, diese Entscheidung selbst treffen zu können und ob etwas gegen die Einnahme spricht. Mädchen unter 14 Jahren brauchen die Zustimmung ihrer Eltern, wenn sie die „Pille danach“ kaufen oder verschrieben haben wollen.

Wie nehme ich die „Pille danach“ ein?

Nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr muss ein Mädchen das Medikament so schnell wie möglich nehmen – am besten in den ersten 24 Stunden. Bevor du die „Pille danach“ nimmst, solltest du eine Kleinigkeit essen. Denn bei leerem Magen ist das Risiko höher, dass die Tablette wieder erbrochen wird.

Welche Nebenwirkungen hat die „Pille danach“?

Manche Mädchen und Frauen bekommen Kopf- oder Bauchschmerzen oder ihnen wird übel. Möglich sind auch Blutungsunregelmäßigkeiten, Schwindel oder Schmerzen im Unterbauch.

Was muss ich noch beachten?

Die „Pille danach“ ist kein Verhütungsmittel, sondern ein Notfall-Medikament. Für den Rest des Zyklus müsst ihr also zusätzlich verhüten, zum Beispiel mit Kondomen. Ein Mädchen, das normalerweise die Pille nimmt, sollte sie ruhig weiter nehmen – und trotzdem bis zur nächsten Menstruation (Monatsblutung) zusätzlich ein Kondom verwenden.

Mehr über die Pille danach liest du hier.