Xherdan Shaqiri

Der "Zauberwürfel" verzichtet nach seinem Treffer zum 1:0 vs. Albanien auf den Torjubel.

Der Schweizer mit albanischen Wurzeln spielt gegen das Heimatland seiner Eltern, trifft und jubelt nicht.

Der Schweiz ist ein perfekter Start in die WM-Qualifikation gelungen: Nach dem Sieg in Slowenien gewann das Team von Ex-Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld auch das zweite Spiel der Quali-Gruppe E. Gegen Albanien gab es ein verdientes 2:0.

Im Mittelpunkt stand schon vor dem Spiel Xherdan Shaqiri (20). Der Mittelfeldstar stammt, wie auch die Teamkollegen Granit Xhaka (19) und Valon Behrami (27) aus Albanien, von wo seine Eltern in die Schweiz zogen, als Shaq noch ein Kind war. Schon vor dem Spiel bekam der Kraftwürfel die Abneigung der Albaner zu spüren, als sie ihn beim Spaziergang ums Teamhotel als "Verräter" beschimpften. In der Luzerner Swissporarena pfiffen die Gästefans ihn dann gnadenlos aus. Shaqiri: "Wir haben mit Pfiffen gerechnet, wollten uns aber auf den Fußball konzentrieren." Das gelang gut!

Shaq knipst das 1:0.
Shaq knipst das 1:0.

Nach Xhaka-Zuspiel und zwei vergeblichen Schussversuchen schob "Shaq", dessen Eltern das Match von der Tribüne aus verfolgten, in der 23. Minute cool zur 1:0-Führung ein. Der große Jubel blieb aus: Vater Isen, Mama Fatime und Schwester Medina klatschten brav, blieben aber sitzen, und auch Xherdan legte nur die Hand aufs Herz. Die Nummer 23 nach dem Spiel: "Ich habe gesagt, wenn ich ein Tor schieße, dann juble ich nicht. Aus Respekt vor Albanien." Den 2:0-Endstand besorgte Kapitän Gökhan Inler per Elfmeter.

Jetzt geht es für den kleinen Offensiv-Wirbler mit Bayern in der Bundesliga weiter, seiner ersten Station im Ausland, zu der er im Sommer vom FC Basel gewechselt ist. Der deutsche Rekordmeister hält große Stücke auf den Schweizer und erwartet noch das ein oder andere Tor von ihm – am besten so schön wie sein letztes: Im DFB-Pokal gegen Jahn Regensburg traf er per Freistoß. Beim nächsten darf er dann auch wieder richtig jubeln!