Wie man Bayern bremsen kann Taktik-Talk

Bayerns Bastian Schweinsteiger wird von André Schürrle und Gonzalo Castro bedrängt

Der FC Bayern hat in dieser Saison selten Probleme gehabt, dem Gegner sein Spiel aufzuzwingen. Gegen Leverkusen sind Bastian Schweinsteiger und Co. aber an einer cleveren Mannschaft gescheitert. Eine taktische Analyse, wie man die Bayern bremsen kann. Oder zumindest ärgern.

Der FC Bayern hat am Wochenende das erste Mal in dieser Spielzeit der Bundesliga verloren. Bayer Leverkusen schaffte das Kunststück, die Bayern nach acht Siegen in Folge zu schlagen. Sogar in der Allianz Arena. Davor war es in dieser Saison nur BATE Borissow in der CL gelungen, dem FCB ein Bein zu stellen. Beide Mannschaften hatten dabei eins gemeinsam: Sie spielten ein auf die Bayern zugeschnittenes taktisches Konzept und zogen ihr Spiel auch konsequent durch. Ehrlich gesagt, hatte Borissow dabei das simplere Mittel – und auch etwas mehr Glück. In der CL-Begegnung stellte der weißrussische Klub permanent die Mitte zu und zwang die Bayern zu Flanken. Die kamen an diesem Tag eher schlecht, damit wurde dem FCB der Schneid abgekauft. Leverkusen spielte ausgefuchster und könnte durchaus als Vorbild gelten, um die Bayern in Zukunft zu ärgern.

 

Leverkusens Spielweise gegen Bayern

Die Leverkusener machten den Bayern durch eine kompakte Grundstellung und geschicktes Verschieben das Leben schwer. Das übliche Spiel des FCB basiert auf vielen Pässen und häufigen Seitenwechseln. Dabei sind besonders Bastian Schweinsteiger und Luiz Gustavo (bzw. der zweite Sechser) gesuchte Anspielstationen. Die Leverkusener haben es geschafft, den Bayern diese Pässe schwer zu machen und die Ballverteiler unter Druck zu setzen.

Die Bayern-Spieler sind ziemlich zugedeckt
Die Bayern-Spieler sind ziemlich zugedeckt

In diesem Bild sieht man, wie Leverkusen beim Spielaufbau der Bayern die wichtigsten Passwege und Anspielstationen abdeckt. Bastian Schweinsteiger (BS) hat nicht viele Möglichkeiten zum Abspiel. Sowohl Philipp Lahm (PL), als auch Toni Kroos sind ohne hohes Risiko keine Option. Thomas Müller (TM) ist komplett zugestellt. Schweinsteiger macht jetzt das, was bei Bayern in solchen Situationen der Normalfall ist: Er passt ins Zentrum zu Luiz Gustavo (LG), der genug Platz hat um den Ball gefahrlos zu verarbeiten.

 

Geschicktes Verschieben stellt Bayern vor Probleme

Leverkusen verschiebt und bereitet Bayern Schwierigkeiten
Leverkusen verschiebt und bereitet Bayern Schwierigkeiten

Luiz Gustavo (LG) hat nun den Ball und orientiert sich zum Seitenwechsel in Richtung Holger Badstuber (HB). Die "Werkself" orientiert sich bereits auf die andere Seite und kann den Außenverteidiger sofort unter Druck setzen, sollte er den Ball erhalten. Was Leverkusen dabei besonders gut macht, ist dass nicht der eigentlich "erste Mann" (7) am Stärksten schiebt, sondern aus dem Zentrum Druck aufgebaut wird (10). Vorteil: Toni Kroos (TK) ist weiterhin schlecht anspielbar und sollte Gustavo doch wieder auf die rechte Seite spielen, ist die vorherige Situation schnell wieder hergestellt. Und das Zentrum bleibt nach wie vor sehr eng. Natürlich profitieren die Leverkusener davon, dass Franck Ribéry nicht mitspielt, da er in der Lage ist durch seine Fähigkeiten taktische Konzepte ins Wackeln zu bringen. Allerdings muss man sagen, dass er hier auch seine Schwierigkeiten bekommen hätte, denn Leverkusen hat sein Spiel sehr konzentriert durchgezogen. Das werden in dieser Saison nicht viele Gegner der Bayern schaffen, denn wenn nur ein Spieler seine Aufgaben vernachlässigt, entstehen Lücken und die beste Taktik hilft nichts mehr.

War die Niederlage gegen Leverkusen ein Ausrutscher? Oder sind die Bayern bei so einer Taktik immer anfällig?