Wie funktioniert die Viererkette?

Die Viererkette des FC Fulham im Spiel gegen Aston Villa

Kaum eine Mannschaft im Profi-Fußball, die nicht mit einer Viererkette in der Abwehr spielt. Doch wie genau arbeitet diese eigentlich?

Durchgesetzt hat sich die moderne Viererkette als die vorherrschende Abwehrformation in den 1990er Jahren. Damals war es übrigens ausgerechnet Deutschland, das ein bisschen länger brauchte, auf der Höhe der Zeit zu sein. Das deutsche Nationalteam war eines der letzten, das noch mit herkömmlichem Libero, dem freien Mann hinter der Abwehr, spielte. Doch das hat sich ja inzwischen geändert …

 

Viererkette in der Grundaufstellung

Die Grundaufstellung der Viererkette
Die Grundaufstellung der Viererkette

Die Viererkette besteht logischerweise aus vier Spielern: zwei Innenverteidiger und zwei Außenverteidiger. Im Normalfall praktizieren sie eine Raumdeckung. Das heißt, keiner der vier hat einen festen Gegenspieler. Sondern: Bei gegnerischen Angriffen verschieben sie sich zum Ball hin. Heißt: Greift der Gegner über eine der Außenseiten an, übt der jeweilige Außenverteidiger Druck auf den Angreifer aus und wird dabei von dem ihm am nächsten befindlichen Innenverteidiger abgesichert.

 

Ballorientiertes Verschieben

Verschobene Viererkette zum ballführenden Spieler
Verschobene Viererkette zum ballführenden Spieler

Der Abstand zwischen diesen beiden Spielern der Viererkette sollte nicht allzu groß sein, damit der Innenverteidiger eingreifen kann, falls der Angreifer den Außenverteidiger umspielt. Interessant: Die anderen beiden Spieler der Viererkette rücken auch in Richtung des Balles nach. Dies hat zur Folge, dass etwaige Angreifer an der gegenüberliegenden Außenlinie nicht beachtet werden. Wenn man sich also als Zuschauer wundert, wieso bei einem Angriff auf einer Seite ein Spieler ziemlich frei ist – – es liegt eben an dem ballorientierten Verschieben der Viererkette.

Bei Angriffen durch die Mitte ist es im Prinzip ähnlich: Der Innenverteidiger, der am nächsten ist, attackiert den Gegner – oder blockt ihn zumindest –, und wird dabei unterstützt von den zwei Kollegen, die am nächsten zum Ball stehen.

 

Angriffs- und Aufbauspiel

Die Viererkette bei eigenem Aufbauspiel
Die Viererkette bei eigenem Aufbauspiel

Ist die eigene Mannschaft im Angriff, rücken die vier Abwehrspieler weiter auseinander. Die Innenverteidiger spielen die Bälle in der Regel weiter ins Mittelfeld, während die Außenverteidiger oft weit mit nach vorne gehen und auf den Außen Überzahlsituationen erwzingen sollen.

Die Viererkette erfordert von den Abwehrspielern, ständig die gesamte Spielsituation genau im Blick zu haben. Und deswegen ist sie sehr anspruchsvoll. Die größte Gefahr dabei ist, dass die Abstände zwischen den Spielern zu groß sind und der Gegner eine Pass in eine solche Schnittstelle (also der Raum zwischen den Spielern) spielt. Denn es gibt nach hinten keine Abischerung mehr.