Was war bei Rooneys Tor los?

Wayne Rooney trifft zum 1:0 für Manchester United gegen Bayer Leverkusen.

Riesen-Aufregung um den ersten Treffer von Wayne Rooney gegen Bayer Leverkusen! Und das zu Recht. Warum das erste Tor von Manchester United gegen Bayer Leverkusen nicht zählen darf und gleich drei Fehlentscheidungen stattfanden, erklären wir hier.

Nach dem Champions League-Spiel zwischen Manchester United und Bayer Leverkusen (4:2) regen sich Funktionäre und Spieler der Leverkusener tierisch über Schiedsrichter Damir Skomina und sein Team auf. Sportdirektor Rudi Völler lässt in der Schiri-Kabine Dampf ab, Simon Rolfes stellt die Professionalität der Schiedsrichter in Frage und Torhüter Bernd Leno sagt: "Ich weiß gar nicht, was die Aufgabe des Torrichters ist. Das war klarer als klar. Die stehen da einfach nur rum und meckern den Torwart an." Worüber sich alle so aufregen? Das 1:0 von Wayne Rooney, bei dem das gesamte Schiedsrichtergespann offenbar gepennt hat. Das Tor darf auf gar keinen Fall zählen. Und das aus mindestens drei Gründen, wie wir hier zeigen.

 

Grund 1: Abseits beim Kopfball auf Patrice Evra

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Auf diesem Bild sieht man es zwar, aber zugegeben: In Echtzeit ist das tatsächlich schwer zu erkennen. Deswegen kann man dem Schiedsrichtergespann keinen allzu großen Vorwurf machen. Dennoch, Patrice Evra, der linke der beiden ManU-Spieler am Strafraum steht im Abseits. Bei der Kopfballverlängerung, die er zur Flanke auf Wayne Rooney verwertet ist der Außenverteidiger von Manchester United einen kleinen Ticken näher am Leverkusen-Tor, als zwei der Verteidiger (inklusive Torhüter). Gehen wir hier mal zu Gunsten der Schiris davon aus, dass der Assistent die Situation als gleiche Höhe bewertet hat. Auch wenn es falsch ist, wäre die Entscheidung weiterspielen zu lassen konsequent. Die eigentlichen Fehler kommen danach bei der Aktion von Antonio Valencia.

 

Grund 2 und 3: Was macht Antonio Valencia da?

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Nach der Flanke von Evra schaltet Antonio Valencia offenbar ab und trabt weiter Richtung Tor. An sich unproblematisch, aber was danach daraus wird, ist es nicht.

Denn Valencia begeht gleich zwei Regelverstöße, von denen mindestens einer geahndet werden MÜSSTE. Was aber nicht geschehen ist.

Punkt 1 ist die Abseitsstellung, die auf dem Bild oben eindeutig zu sehen ist.

Dabei greift Regel 11:

[align:center]Ein Spieler wird nur dann für seine Abseitsstellung bestraft, wenn er nach Ansicht

des Schiedsrichters zum Zeitpunkt, zu dem der Ball von einem Mitspieler berührt oder gespielt wird, aktiv am Spiel teilnimmt, indem er

- ins Spiel eingreift, oder

- einen Gegner beeinflusst (…).[/align]

Antonio Valencia beeinflusst Leverkusens Keeper Bernd Leno auf jeden Fall. Er nimmt ihm teilweise die Sicht und ist so nah an ihm dran, dass er Lenos Möglichkeiten den Ball zu erreichen deutlich einschränkt. Wobei wir direkt bei Punkt 2 sind. Denn Valencia steht nicht nur neben Leno, er springt fast in den Keeper hinein und stört in aktiv im Torraum. Hier greift Regel 12:

[align:center]Das Behindern des Torhüters durch unfaires Bedrängen, z. B. bei einem Eckstoß, gilt als Vergehen.[/align]

Die Regel gilt natürlich nicht nur bei Eckstößen. Deswegen muss hier zwingend abgepfiffen werden. Die Leverkusener zeigen sich nach dem Spiel aber auch als faire Sportsmänner und geben den Schiedsrichtern nicht die Schuld an der Niederlage. Aber dass so ein Tor in der Champions League zählen darf sorgt nicht nur bei der "Werkself" für Kopfschütteln.