Vettel & Co. im Fitnesswahn Sebastian

Sebastian Vettel ist auch beim Fußball stark.

Formel-1-Fahrer müssen nichts weiter tun, als alle zwei Wochen zwei Stunden im Kreis zu fahren – chilliger Job, oder? Quatsch! Viele Piloten sind ­sogar so fit wie Olympia-­Teilnehmer!

Wie anstrengend ein Formel-1-Rennen ist, sieht man als Fernseh­zuschauer ­immer erst nach dem ­Rennen: wenn die Piloten nass geschwitzt und total außer Atem aus dem Auto steigen und den Helm abnehmen. Klar, denn die körperliche ­Belastung in Kurven und bei ständigen Beschleunigungs- und Bremsvorgängen ist extrem. Um das auszuhalten, muss man auch ­neben der Strecke ein ­absoluter Topsportler sein.

Qual im Januar: Ohne eine lange "Puste" sowie ­eiserne Schulter- und Nackenmuskulatur geht gar nichts. Das erfuhr Dreifach-Champ Sebastian Vettel (25) bei ­seinem allerersten F1-Rennen schmerzlich:

Dies ist eine Geschichte aus der BRAVO SPORT Printausgabe. Klick auf das Bild für Infos zum aktuellen Heft!
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Immer ­wieder sank der Kopf seitlich auf die Schulter, zu hart war die ­Belastung (bis zum Fünffachen des Körpergewichts) für ­einen normal Trainierten. Vettel: "Ich dachte: Das ist was für echte Männer, eine Nummer zu groß für mich." ­Bedeutet: Auf die Saison-Vorbereitung kommt’s an. "Im ­Januar fängst du an, dich richtig zu quälen", sagt "Seb". ­Neben ­Dauerläufen und Arbeit mit Gewichten stehen dabei vor allem Übungen auf dem Programm, die Koordination und ­Reaktionsfähigkeit schulen.

Irre Methoden: Dabei hat jeder Fahrer seine eigenen ­Methoden. "Wir haben alle Übungen, bei denen wir den Körper unter Stress setzen und zusätzlich noch mentale Leistungen ­bringen müssen", erklärt 2012-Aufsteiger Nico Hülkenberg (25). "Eine gute Methode ist, Liegestütze zu machen und dabei Memory zu spielen." Hört sich witzig an, ist aber ernst gemeint. F1-Training ist ein Knochenjob. Lewis Hamilton (27) meint: "Ich bin mir sicher, dass die stärksten Fahrer wirklich mit Olympia-Sportlern verglichen werden können. So hart trainieren wir."

 

Alleskönner: Sebastian Vettel

Sebastian Vettel
Sebastian Vettel

Laufen und Radeln für die Kondition, Rückschlagspiele wie Badminton für bessere Reaktionsfähigkeit – um fit zu werden, macht Vettel so ziemlich alles. Ganz wichtig: Auch hier MUSS er gewinnen. Sein ehemaliger Physiotherapeut: "Beim Badminton hat er früher meistens verloren. Das hat ihm total gestunken. Dann haben wir so lange weitergespielt, bis er wieder auf der Siegerstraße war."

 

Ironman: Jenson Button

Jenson Button
Jenson Button

McLaren-Pilot Jenson Button (33) ist der absolute Zerstörer unter den Fahrern – er schont seinen Körper keine Sekunde. Seine Leidenschaft: Triathlon. Im Juli wurde er beim Halb-Ironman (Distanz: 1,9 km Schwimmen, 90 km Radfahren, 21,1 km Laufen) auf den Philippinen 14. von 1.130 Männern! In seiner Altersklasse schaffte er sogar Platz 3.

 

Extrem-Freak: Mark Webber

Mark Webber
Mark Webber

Mark Webber (36) mag’s extrem: Seit 2003 organisiert er jedes Jahr im Spätherbst die "Mark Webber Tasmania Challenge" in Australien. Disziplinen: Laufen, Mountainbike und Kajak über drei Tage. Bitter: 2008 brach er sich dabei das rechte Bein. Nur dank der Kältekammer (–135 °C) schaffte er es, zum Saisonstart fit zu sein.

 

Radprofi: Fernando Alonso

Fernando Alonso
Fernando Alonso

Fernando Alonso (31) gibt auch neben der Strecke Gas: Bei einem Radrennen im Juli wurde er Dritter – mit einem Speed à la Tour de France.

 

"Rocky": Lewis Hamilton

Lewis Hamilton
Lewis Hamilton

Lewis Hamilton macht gern einarmige Liegestütze im Style von (Film-)Box-Legende Rocky Balboa. Auch verrückt: Bei Nackenübungen setzt er seinen Helm auf.