Uli Hoeneß: Steuerhinterziehung in der Schweiz

Uli Hoeneß hat Stress mit dem Finanzamt

Ihr habt ja sicher mitbekommen, dass Bayern-Boss Uli Hoeneß gerade ziemlich unter „Beschuss“ steht. Wir erklären euch hier, was da eigentlich genau los ist und warum der FC Bayern damit nichts zu tun hat.

Erst mal vorneweg: Jeder, der in Deutschland lebt und Geld verdient (bis auf einige Ausnahmen) muss an den Staat Steuern zahlen. Zum Beispiel eure Eltern oder auch wir hier in der BRAVO Sport Redaktion. Steuern sind ein gewisser Teil des Gehaltes, je mehr man verdient, desto mehr muss man von seinem Gehalt abgeben. Die Steuern werden dazu verwendet, damit der Staat in Deutschland die Dinge bezahlen kann, die uns eigentlich selbstverständlich erscheinen. Davon werden Straßen und Kindergärten gebaut, Lehrer bezahlt oder auch eure Schulbücher – eigentlich also eine gute Sache. Aber: Nicht jeder möchte von seinem verdienten Geld etwas abgeben. Gerade als Top-Verdiener gehen die Steuern schließlich in die Millionen.

Deshalb gibt es Menschen, die ihr Geld in einem anderen Land auf ein Konto einzahlen, z.B. in der Schweiz oder in einem anderen Land. Denn: Es gibt einige Länder, in denen – anders als in Deutschland – keine oder wenig Steuern gezahlt werden müssen. Der deutsche Staat bekommt also gar nicht mit, wie viel Geld man verdient hat bzw. wie groß das Vermögen ist und man zahlt keine Steuern. Das hört sich natürlich verlockend an, allerdings gibt es einen Haken an der Sache: Es ist verboten! Je nach dem, wie viel Kohle man heimlich in ein anderes Land überwiesen hat, können bis zu 10 Jahre Gefängnis drohen!

 

Steuerhinterziehung

Dieses heimliche „Verstecken“ des Geldes nennt man „Steuerhinterziehung“. Es gibt verschiedene Strafen, die drohen können. Wenn man bis zu 50.000 Euro Steuern pro Jahr „hinterzogen“ hat, gibt es eine hohe Geldstrafe, ab 100.000 Euro kann man schon im Gefängnis landen, bei mehr als 1 Million Euro pro Jahr landet man ganz sicher im Gefängnis – und zwar bis zu 10 Jahre!

Noch mal zur Erinnerung: Es geht hier um die Höhe der Steuern. Das Geld, was man verdient hat, ist um ein Vielfaches höher.

Es gibt nur zwei Möglichkeiten diesen Strafen zu entgegen: Entweder man lässt sich nicht erwischen (was selten klappt) oder man geht zur Polizei und zeigt sich selbst an! Diese Selbstanzeige ist gesetzlich geregelt und bewahrt den Steuerhinterzieher vor dem Gefängnis. Nachgezahlt werden müssen die Steuern aber trotzdem direkt.

Bedingung der erfolgreichen Selbstanzeige ist jedoch, dass noch niemand gemerkt hat, dass man keine Steuern bezahlt. Sobald der Staat (bzw. das Finanzamt) schon einen Verdacht geschöpft hat, wirkt die Selbstanzeige nicht mehr.

 

Doch was hat das mit Uli Hoeneß zu tun?

Uli Hoeneß war nicht nur ein erfolgreicher Spieler und ist seit über 30 Jahren Manager des FC Bayern. Obwohl er auch hier schon sehr sehr viel Geld verdient hat, stammt ein Großteils seines Vermögens auch aus einem anderen Unternehmen. 1985 gründete er das Wurst-Unternehmen „HoWe Wurstwaren KG“. Außerdem handelte Uli Hoeneß sehr erfolgreich mit Aktien – ein richtiger Geschäftsmann also!

Da er viel Geld verdient hat und ein großes Vermögen angesammelt hat, entschied auch er sich illegal die Steuern zu umgehen. Anfang des Jahres zeigte er sich aber schließlich selbst an und zahlte alle seine Steuern zurück. Er hatte so viel Geld in der Schweiz auf einem Konto, dass ihm bis zu 10 Jahre Haft gedroht hätten, wenn das rausgekommen wäre!

 

Und wieso regen sich alle darüber auf?

Uli Hoeneß hatte immer einen sehr guten Ruf und wirkte sehr vertrauenserweckend, niemand hätte ihm zugetraut, dass er den Staat betrügt! Außerdem erschien kurz vor seiner Selbstanzeige ein Artikel in der Zeitschrift „Stern“ über einen Bundesliga-Manager, der angeblich Steuern hinterzieht. Hätte sich Uli Hoeneß aufgrund dieses Artikels selbst angezeigt, hätte es Probleme geben können. Schließlich hätte es bedeutet, dass jemand Bescheid weiß und seine Selbstanzeige ihn somit nicht mehr vor dem Gefängnis bewahrt.

Aber: Das ist nicht bewiesen! So wie es aussieht, wird Uli Hoeneß freigesprochen und muss nicht ins Gefängnis. Entschieden ist aber auch hier noch nichts.

Und: Das alles hat NICHTS mit dem FC Bayern zu tun! Es geht hier nur um Uli Hoeneß als Privatmenschen. Trotzdem werden die Stimmen immer lauter, die den Rücktritt von Uli Hoeneß als Präsidenten vom FCB fordern.

Was denkt ihr über die ganze Sache?