Tiki-Taka oder Tod

Arjen Robben und Xabi Alonso im WM-Finale 2010.

Am zweiten WM-Tag steht der erste Hammer an. Mit der Partie Spanien gegen Holland kommt es zur Neuauflage des WM-Finals von 2010. Spätestens seit der deutlichen Niederlage gegen Brasilien beim Confed-Cup scheint die Dominanz der Spanier gebrochen. Doch ein Blick auf den Kader des Titelverteidigers reicht, um zu wissen, dass Spanien auch 2014 wieder um den Titel spielen kann. Dabei will die "Furia Roja" am Spielstil festhalten. Das WM-Motto könnte heißen: "Tiki-Taka oder Tod".

Nach dem Gewinn der letzten drei großen Turniere will Spanien als erste Nation seit Brasilien den WM-Titel verteidigen. Kapitän Iker Casillas sagt: "Wir wollen den zweiten Stern für unser Land." Dabei baut die "Furia Roja" auf den altbewährten Tiki-Taka-Stil und viele Barca-Stars, auch wenn die Katalanen eine mittelmäßige Saison gespielt haben. Mittelfeld-Akteur Xavi, für den es wie auch für Casillas die letzte WM ist, betont: "Wir wollen das Spiel dominieren, wir wollen den Ball haben. Das ist seit Jahren unser Erfolgsrezept, das werden wir nicht ändern." Und weiter: "Entweder wir gewinnen oder wir sterben mit diesem Stil."

 

Del Bosque hat die Qual der Wahl

Nationaltrainer Vicente del Bosque steht der wohl beste Kader bei dieser WM zur Verfügung. Das zeigt alleine schon die Nichtberücksichtigung von Isco, der im CL-Finale gegen Atletico groß aufspielte.

Wer wird in der Startelf stehen und welchem System lässt del Bosque spielen? Aktuell sieht es so aus, dass Sergio Busquets und Xavi Alonso in einem 4-2-3-1 auf der Dopelsechs spielen. In der Offensivreihe kommen wohl Andres Iniesta, Xavi und Pedro zum Einsatz. Ganz vorne soll der genesene Diego Costa für Tore sorgen. Neben Alonso und Casillas steht wohl nur Sergio Ramos von Real Madrid in der Startelf. Die Abwehr wird durch Jordi Alba, Gerard Pique und Cesar Azpilicueta vervollständigt. Somit würde del Bosque einem Sechser-Block der eingespielten Barca-Stars das Vertrauen geben.

Für Fernando Torres, David Villa, Cesc Fabregas, Juan Mata, Santi Cazorla und Javi Martinez bleiben damit nur die Plätze auf der Bank. Genug Qualität also, um noch nachzulegen, wenn es mal nicht läuft.

 

Robben soll's richten

Trotz dieser Qualität werden die Spanier Holland nicht unterschätzen. Casillas warnt vor Oranje: "Arjen Robben ist ein sehr schneller und gefährlicher Spieler. Und gemeinsam mit Robin van Persie und Wesley Sneijder haben die drei sehr wichtige Spieler mit großer internationaler Erfahrung." Vor allem auf Arjen Robben liegen die Hoffnungen der Holländer. Der Bayern-Star, der zuletzt meist halblinks als Stürmer neben Robin van Persie auflief, war in den letzten Tests an allen Offensivaktionen seines Teams beteiligt. In dieser Form ist Robben kaum zu bremsen. Der Linksfuß soll seine jungen Kollegen mitreißen. Diese mussten sich erst an eine Systemumstellung gewöhnen. Denn Trainer van Gaal lässt nicht im typischen 4:3:3 spielen, sondern stärkt mit einer Fünferkette vorrangig die Defensive. Kapitän van Persie sagt dazu: "Es ist anders, aber wir kommen so zu Chancen."

Die braucht man natürlich, um zu gewinnen. Gegen Spanien wird es davon nur wenige geben. Und die will Robben nutzen. Im Finale von 2010 vergab er freistehend vor Casillas. Das Spiel ging in die Verlängerung - Spanien gewann durch das Tor von Iniesta.