Taktik-Tag: Nationalmannschaft Varianten und Ideen für die Nationalmannschaft gegen Irland und Schweden WM-Qualifikation

Jogi Löw kann über verschiedene Taktik-Varianten nachdenken

Die deutsche Nationalmannschaft hat mit Irland und Schweden zwei defensive Gegner vor der Brust. Welche taktischen Varianten wären möglich, um die Bollwerke zu knacken? Und welche Spieler sind dafür am Besten geeignet? Der Taktik-Guru checkt, was Bundestrainer Jogi Löw in den WM-Qualifikationsspielen für Möglichkeiten hätte.

Die deutsche Nationalmannschaft spielt in der WM-Qualifikation gegen Irland und Schweden – zwei Gegner, die eher defensiv agieren und tief stehen. Besonders die Iren setzen mit ihrem Trainer Giovanni Trappatoni auf eine starke Abwehr und schnelle Konter. Da die "Boys in Green" in der Abwehr sehr robuste und körperlich starke Spieler haben, hat Deutschland mit quirligen, ballgewandten Spielern wie Mario Götze, Marco Reus und Mesut Özil die Chance über schnelles Spiel gefährlich zu werden. Bundestrainer Jogi Löw setzt zwar meist auf ein 4-5-1-System, aber es gibt ein paar Varianten, die evtl. noch besser zu den Gegnern passen würden.

 

Variante 1: Das 4-1-4-1-System mit Miro Klose

Mögliches 4-1-4-1-System der Nationalmannschaft
Mögliches 4-1-4-1-System der Nationalmannschaft

Dieses System vereint die Vorteile der technisch starken, jungen Spieler im Mittelfeld und den Stärken von Miroslav Klose (MK) im Angriff. Damit hat man die Möglichkeiten, schnell zu spielen, aber auch den momentan in Top-Form spielenden Klose mit einzubinden. Gepaart mit vielen Positionswechseln in der offensiven Vierer-Reihe wäre die DFB-Elf besonders unberechenbar. Bastian Schweinsteiger (BS) würde hier die "Sechser-Position" alleine abdecken, während vor ihm Marco Reus (MR), Mesut Özil (MÖ), Mario Götze (MG) und Thomas Müller für Alarm sorgen. In der Viererkette in der Abwehr müssen der verletzt fehlende Mats Hummels und der gesperrte Philipp Lahm ersetzt werden. Einziger Nachteil des Systems: Wenn der Gegner durchs Zentrum kontert, müssen die offensiven Mittelfeldspieler schnell umschalten, was nicht die große Stärke der vier Spieler dort ist.

 

Variante 2: Ein 3-4-3-System mit Toni Kroos

Ein 3-4-3 mit Kroos und Reus
Ein 3-4-3 mit Kroos und Reus

Bei dieser Aufstellung ist Sami Khedira (SK) wieder mit im Boot, der in Variante 1 keinen Platz im System hat. Hier bleibt das zentrale defensive Mittelfeld mit der "Doppel-Sechs" gewohnt stark, dafür wird ein Verteidiger geopfert. Der [search:barcelona]FC Barcelona[/search] und der SSC Neapel haben mehrfach mit einer Dreierkette in der Abwehr gespielt und demonstriert, dass man damit durchaus erfolgreich sein kann. Wichtig ist in diesem System, dass die beiden "Sechser" die Abwehr unterstützen. Mit Holder Badstuber (HB) hat Jogi Löw auf der linken Seite den perfekten Mann für diese Aufstellung. Der Bayern-Abwehrspieler kann sowohl in der Innenverteidigung, als auch außen spielen. Auf der rechten Seite steht mit Jerome Boateng (JB) ein ähnlicher Spielertyp zur Verfügung. Philipp Lahm ist im Spiel gegen Irland gesperrt. Im Abwehr-Zentrum passt Per Mertesacker sehr gut in die Aufstellung. Mertesacker ist solide und konstant und deswegen erste Wahl, weil gerade auf dieser Position Sicherheit absoluten Vorrang hat.

 

Warum mit Reus & Kroos statt mit Klose & Götze?

Mesut Özil und Marco Reus
Mesut Özil und Marco Reus

Dieses System ist im Angriff mit diesen Spielern extrem variabel. Im Prinzip kann jeder offensive Mittelfeldspieler auch (fast) jede offensive Position übernehmen. Toni Kroos (TK) ist die etwas defensivere Variante, als Mario Götze, der hier fehlt. Kroos ist eher der Spielertyp, der sich fallen lässt und die Defensive unterstützt. Das ist bei der ansonsten sehr auf Attacke ausgelegten Aufstellung sehr wichtig. Marco Reus (MR) bekommt den Vorzug vor Miro Klose, weil er mit jedem Spieler hinter ihm rochieren kann. Theoretisch könnte die Offensive in dieser Konstellation bei jedem Angriff die Positionen tauschen und die Gegner damit extrem verwirren. Mario Götze wäre eine zusätzliche Option, eventuell für Lukas Podolski (LP), oder bei schlechtem Spielverlauf für Toni Kroos.

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Variante 3: Ein 3-5-2-System mit Reus und Klose

Ein 3-5-2 mit Klose und Reus
Ein 3-5-2 mit Klose und Reus

Wenn Jogi Löw lieber auf etwas festere Positionen setzen möchte, bietet sich ein 3-5-2-System an. Toni Kroos nimmt auf der Bank Platz, dafür spielt Mesut Özil (MÖ) etwas zurückgezogener. Auch Lukas Podolski (LP) links und Thomas Müller (TM) rechts sind einen Tick defensiver. Marco Reus (MR) spielt einer Art "falsche Neun" und Miro Klose (MK) spielt ganz vorne im Angriffzentrum. Özil und Reus können im Wechselspiel als Spielmacher und Angreifer variieren. Die Dreierkette in der Abwehr und die "Doppel-Sechs" verändert sich gegenüber Variante 2 nicht.

Was gegen beide Varianten mit nur drei Abwehrspielern spricht, ist dass Jogi Löw dem Dortmunder Marcel Schmelzer vier Spiele am Stück versprochen hatte um sich zu beweisen. Insgesamt ist Löw taktisch nicht sehr experimentierfreudig, obwohl es sich bei diesen beiden Gegnern anbieten würde, etwas offensiver und noch dominanter aufzutreten.

Welche Variante würdest du wählen? Einer dieser drei, oder das meistens gespielte 4-5-1? Oder eine ganz andere Aufstellung?