Star des Tages: Thomas Müller

Thomas Müller will noch einmal jubeln am Sonntag...

Staubtrocken im Humor, abgeklärt auf und neben dem Platz und ein fußballerisches Wunderwerk: Thomas Müller wir am Sonntag in Maracana gegen Argentinien zum ersten Mal mit der deutschen Nationalmannschaft in einem WM-Finale auflaufen. Trotz seines jungen Alters ist der WM-Titel eines der wenigen Ziele im Fußball, die Müller noch erreichen kann. Größer war die Chance wohl nie.

von David Vorholt

Bei der WM 2010 in Südafrika erfüllte sich Thomas Müller einen Traum: Der Youngster gewann damals die Torjäger-Wertung des Turniers als jüngster Spieler der WM-Geschichte. Als sein Triumph nach dem Finale feststand war ein anderer Traum allerdings längst geplatzt und das nicht nur für Müller. Durch die Halbfinal-Pleite gegen den späteren Champion Spanien war für das junge deutsche Team, das im Achtel- und Viertelfinale England und Argentinien mit 4:1 und 4:0 chancenlos gelassen hatte, der Traum vom Titel bereits ausgeträumt.

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2014 hat Müller bei seiner zweiten WM-Teilnahme schon wieder die Torjägerkrone im Visier (Müller steht bei 5 Trefferm bisheriger Spitzenreiter ist der bereits ausgeschiedene James Rodriguez mit sechs Toren). Doch den Bayern-Stürmer, der mittlerweile diverse Meisterschaften und Pokalsiege, sowie den Champions League-Triumph 2013 im Briefkopf stehen hat, scheint das gar nicht sonderlich zu interessieren. Wer die Tore schießt und wie sie fallen, für Müller absolut egal, wie er während der Pressekonferenzen im Campo Bahia immer wieder betonte. Ein Sieg in der Torjägerwertung wäre für Müller "sicherlich schön", einen wirklichen Stellenwert hat das aber für ihn wohl nicht.

Ganz im Gegensatz zum Titel, den Müller und Co. am Sonntag nach 24 Jahren Durststrecke endlich wieder nach Deutschland bringen wollen. Von Turnier-Beginn an verstand sich das komplette DFB-Team als Einheit, "gemeinsam zum Erfolg" lautet das 2014er-Motto im Nationalteam. Anders noch als bei der EM 2012, als teaminternes Konkurrenzgehabe die Stimmung verätzte und letztlich aus einem mit hervorragenden Spielern bestückten Titel-Kandidaten einen Halbfinal-Verlierer machte.