Star des Tages: Stefan Kießling

Stefan Kießling jubelt nach seinem Tor im BL-Spiel gegen Stuttgart.

Er ist momentan nicht zu stoppen: Stefan Kießling. Aus dem ehemaligen "Stolper-Stefan" ist die Tormaschine "Kies" geworden. Aktuell liegt der Torjäger von Bayer Leverkusen mit starken 16 Hütten nur einen Treffer hinter BVB-Goalgetter Robert Lewandowski in der Torschützenwertung der Bundesliga. "Kies" war darüber hinaus der beste Bundesliga-Torschütze im Jahr 2012 – megastark. Doch auch für die WM-Qualifikationsspiele gegen Kasachstan nominierte Joachim Löw "Kies" nicht für die Nationalelf – mal wieder.

"Kies" ist die personifizierte Torgefahr im Angriff von Bayer Leverkusen, schoss die meisten Bundesliga-Treffer von allen im Jahr 2012. Doch dass ihn seine Karriere eines Tages dahin führen würde, ahnt der kleine Stefan sicherlich nicht, als er im Alter von vier Jahren seine Liebe zum Fußball entdeckt. In seiner fränkischen Heimat kommt Kießling im Jahr 1988 zum TSV Eintracht Bamberg – seine Position: Torwart. In Bamberg wird man allerdings schnell auf die Torjäger-Qualitäten des Nachwuchs-Spielers, dessen Vater den Klub mitgründete, aufmerksam, so dass "Kies" schon bald als Sturmspitze auf dem Platz steht. 13 Jahre trägt Kießling das Bamberger Trikot, bevor er zu "höheren Aufgaben berufen" wird. 2001 wechselt das Sturm-Talent in die Jugendabteilung des großen 1. FC Nürnberg, ein Jahr später spielt er zum ersten mal für die Profis beim "Club". Kießlings Debüt geht mit 0:4 gegen den HSV gründlich in die Hose, am Ende der Saison 2002/2003 steigen die Nürnberger sogar ab. Doch Kießling bleibt.

Im fränkischen Derby gegen Greuther Fürth feiert "Kies" in der Zweitligasaison 2003/2004 sein erstes Profi-Tor – es sollte nicht bei einem bleiben. Nach dem Wiederaufstieg schafft Kießling in der Saison 2005/2006 den endgültigen Durchbruch in der Bundesliga. Seine Saisonbilanz: 10 Tore für den "Club" – die Interessenten für den Stürmer stehen Schlange. Kießling entscheidet sich für Bayer Leverkusen. Bei den Rheinländern erhält "Kies" einen Vierjahresvetrag. Seine erste Hütte für Bayer erzielt er am 12. Spieltag ausgerechnet gegen Bayern München. Seine erste Saison in Leverkusen beendet "Kies" auf Platz fünf – seine erste Qualifikation für das "internationale Geschäft".

Im Bayer-Sturm entwickelt sich der Junge aus Franken immer mehr zum Leistungsträger. Seine Torquoten bewegen sich in den folgenden Spielzeiten immer im zweistelligen Bereich. Besonders in der Saison 2009/2010 fluppt es bei Kießling richtig, was ihm die Nominierung für die WM in Südafrika einbringt. Nach einer schweren Verletzung zu Beginn der Saison 2010/2011, die "Kies" fast für die gesamte Hinrunde außer Gefecht setzt, kämpft der Goalgetter sich zurück: Operation, Reha, Aufbautraining und dann das Comeback: Kießling steht am 16. Dezember 2010 wieder auf dem Platz – in der Europa League gegen Atletico Madrid. "Kies" und Bayer Leverkusen werden am Saisonende Vizemeister und packen die Qualifikation für die Champions League, in der das Team in der Folgesaison das Achtelfinale erreicht.

Unter dem Trainer-Duo Sami Hyypiä/Sascha Lewandowski, das Bayer ab April 2012 trainiert, blüht "Kies" so richtig auf, schießt ordentlich Buden und wird zum gefährlichsten BL-Torschützen im Jahr 2012 – insgesamt 25 Mal netzt er ein. Die Stimmen, die ein "Kies-Comeback auch bei Jogi Löw fordern werden lauter.

 

"Kies" und die Nationalmannschaft

Kießling im Trikot der deutschen Nationalmannschaft.
Kießling im Trikot der deutschen Nationalmannschaft.

Nach seinem Debüt im DFB-Trikot gegen Dänemark im März 2007 vergehen fast zwei Jahre bis zum nächsten Einsatz. Trotz guter Leistungen in Leverkusen scheint der Bundestrainer kein besonders großer Kießling-Fan zu sein. Löw nominiert Kießling nur sporadisch – gegen die Elfenbeinküste darf er dann im November 2009 zum ersten Mal von Beginn an im Trikot der DFB-Auswahl spielen. Ein wenig überraschend nominiert Löw den Bayer-Stürmer in den vorläufigen Kader für die WM 2010, Kießling gilt als einer der "Streichkandidaten". Doch Löw nimmt "Kies" mit nach Südafrika, wo er im Achtelfinale gegen England (4:1 für Deutschland) eingewechselt wird und das erste Mal bei einer WM auf dem Platz steht. Im Spiel um Platz drei gegen Uruguay kommt Kießling ebenfalls von der Bank, wird 73. Minute für Cacau eingewechselt.

Nach der WM verzichtet Joachim Löw bei seinen Nominierungen auf "Kies", der bei Bayer weiterhin am laufenden Band knipst. Doch Kießling fehlt beim DFB die Lobby, außerdem heißt es immer wieder, der schlacksige Stürmer passe nicht in das System des Bundestrainers, entspräche nicht dessen Idee vom Fußballspielen. Die Forderungen nach einer Rückkehr des Knipsers ins Nationalteam wird immer wieder gefordert – "Kies" selbst "nervt" das Thema Nationalmannschaft nur noch.

 

Stefan Kießling im Steckbrief

Name: Stefan Kießling

Geburtstag: 24. Januar 1984

Geburtsort: Lichtenfels, Deutschland

Größe: 1,91 m

Position: Sturm, Mittelstürmer

Marktwert: ca. 10 Millionen Euro

Bisherige Vereine als Aktiver: 1. FC Nürnberg (2002-2006)

Bayer Leverkusen (2006-heute)

 

Die "Kies-Story" in der aktuellen BRAVO Sport

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[align:center]Aufgepasst Jogi![/align]

[align:center]Kießling kanns wie Klose[/align]

Seit über einem Jahr knipst Stefan Kießling in der Bundesliga wie verrückt. Aktuell ist der Stürmer bester deutscher Torschütze. Aber: Bei Jogi Löw hat "Kies" bisher keine Chance. Warum eigentlich? Der Leverkusener wäre der perfekte Klose-Klon.