Star: BVB-Neuzugang Mkhitaryan

Teuerster BVB-Transfer aller Zeiten: Henrikh Mkhitaryan und sein neuer Coach Jürgen Klopp.

Es war eine langer Weg mit scheinbar zähen Verhandlungen, doch nun ist der Transfer von Mittelfeld-Mann Henrikh Mkhitaryan zu Borussia Dortmund perfekt. Wie der BVB am Dienstag-Morgen auf seiner Website mitteilte, kommt der armenische Nationalspieler, nachdem er am Tag zuvor den Medizincheck in Dortmund absolviert hatte, für eine Ablösesumme von 27,5 Millionen Euro aus Donezk. Wir stellen euch heute den teuersten Einkauf der BVB-Vereinsgeschichte vor und erklären, warum die Verhandlungen so schwierig waren und wer bei diesem Deal alles mit am Verhandlungstisch gesessen hat. Unser Star des Tages ist Neu-Dortmunder Henrikh Mkhitaryan.

Der BVB hat die Suche nach einem Nachfolger für den zum FC Bayern abgewanderten Mario Götze erfolgreich beendet. Henrikh Mkhitaryan heißt der neue Star der Dortmunder. Der armenische Nationalspieler, der für krasse 27,5 Millionen Euro zum Vizemeister kommt, ist der teuerste BVB-Neuzugang aller Zeiten und erhält das Trikot mit der Nummer 10, das bisher Götze getragen hatte. Mkhitaryan löst damit den Brasilianer Marcio Amoroso ab, der bisher mit ca. 21 Millionen Euro der teuerste BVB-Transfer aller Zeiten war. Nach Abwehspieler Sokratis und Flügelstürmer Pierre-Ermerick Aubameyang, für die der BVB zusammen ca. 22 Millionen Euro ausgegeben hat, ist Mkhitaryan der dritte neue BVB-Star.

Die fetten Einnahmen aus der Champions League und dem Verkauf von Götze nach München, sind damit in drei Top-Tranfsers reinvestiert. Der Transfersommer, der in Dortmund zunächst nur mühsam angelaufen war, hat aus BVB-Sicht damit den absoluten Höhepunkt erreicht. Mkhitaryan soll der neue Superstar in Schwarz-Gelb werden – die ersten Fans hat er mit Hans-Joachim Watzke, Michael Zorc und Trainer Jürgen Klopp auch bereits in Dortmund. Die drei sind mega begeistert von ihrem Königstranfser.

 

27 Millionen für den absoluten Wunschsspieler

27 Millionen Euro – Rekord beim BVB, aber laut allen Verantwortlichen war der Armenier der absolute Wunschtransfer. Er und kein anderer sollte es sein und nun ist er da. "Wir freuen uns sehr, in Henrikh Mkhitaryan einen Super-Neuzugang für das offensive Mittelfeld präsentieren zu können", wird Manager Michael Zorc auf der Website des BVB zitiert, Geschäftsführer Watzke bläst ins selbe Horn und unterstreicht, dass man Mkhitaryan um jeden Preis haben wollte: "Es war kein einfacher Transfer, aber wir wollten Henrikh unbedingt haben - und jetzt haben wir ihn", so der Dortmund-Boss.

Auch der Trainer ließ am Rande eines Testspiels am Montag (08.07.) bereits Begeisterung für seinen neuen Megastar durchblicken. Klopp bezeichnete Mkhitaryan als "unglaublich guten Spieler", "unglaublich beweglich" und "extrem torgefährlich" – Dortmunds Neuer: Scheinbar einer nach Kloppos Geschmack. Sokratis, Aubameyang und Henrikh Mkhitaryan – der BVB hat mächtig aufgerüstet und will in der neuen Saison wieder oben angreifen.

Nachdem die drei Top-Transfers unter Dach und Fach gebracht wurden, gilt es nun, eine optimale Vorbereitung zu absolvieren um die Jagd auf den FC Bayern zu eröffnen. Das werden die Dortmunder mit ihren drei neuen Stars tun und wenn es nach Marco Reus geht, mit ganz breiter Brust: "25 Punkte Rückstand wird es nicht mehr geben. Am 10. August beginnt für uns eine neue Saison, wir greifen wieder an", so die "Rakete" gegenüber dem "Kicker".

 

Die Karriere von Henrikh Mkhitaryan

Henrikh Mkhitaryan, der am 21. Januar 1989 in der armenischen Hauptstadt Jerewan zur Welt kommt, beginnt seine Profi-Karriere in der beschaulichen Liga Armeniens und zwar beim FC Pjunik Jerewan, dem Klub aus seiner Heimatstadt. Nachedem er sieben jahre seiner Kondheit in Frankreich verbracht hatte kommt er 2006 im Alter von 17 Jahren zu den Profis des heute 13-fachen armenischen Meisters. Das Potenzial des Mittelfeldmannes spricht sich schnell über die Grenzen Armeniens hinaus herum und nach drei Jahren geht Mkhitaryan in die Ukraine zum Metalurh Donezk – dem kleineren der beiden Klubs aus der ukrainischen Industriestadt. In Donezk spielt er sich schnell ins Visier des reichen Großklubs Schachtjor, der Mkhitaryan nach nur einer Spielzeit bei Metalurh unter Vertrag nimmt.

Bei Schachtjor nimmt die Karriere von Mkhitaryan ab 2010 dann richtig Fahrt auf. Im Trikot des mehrfachen ukrainischen Meisters betritt er im September 2010 erstmals die Bühne der Champions Legaue und zwar beim 3:0-Sieg gegen Sporting Braga. 2011 werden Mkhitaryan und Donezk zusammen Meister und holen den ukrainischen Pokal. 2012 und 2013 gelingt dem Armenier mit seinem Klub die Titelverteidigung in beiden Wettbewerben – Mkhitaryan und Donezk räumen alles ab und sind in der Champions League fortan Stammgäste. Im Achtelfinale der CL-Saison 2012/2013 trifft der Armenier mit Schachtjor auf den BVB – scheinbar hinterließ Mkhitaryan, der bereits seit 2007 in der Nationalmannschaft Armeniens am Start ist, in den beiden Spielen einen bleibenden Eindruck bei Jürgen Klopp und Borussia Dortmund.

 

Schwierige Verhandlungen in Donezk

Dass der BVB und Mkhitaryan sich einig seien, wurde in der Vergangenheit bereits mehrfach gemeldet. Doch der Transfer war zum Zeitpunkt dieser Meldungen noch lange nicht perfekt. Warum? Es gibt mehrere Gründe: Erstens waren sich die Klubs zunächst scheinbar in der Höhe der Ablösesumme uneinig, was nicht ungewöhnlich ist und zweitens hatten bei den Verhandlungen neben dem BVB, dem Spieler und Schachtjor auch noch einige andere "Parteien" Mitspracherecht.

Es ist kompliziert. Der Reihe nach: Zunächst erzielte der BVB Einigung mit dem Spieler – die wichtigste Voraussetzung für einen Transfer. Bei der Frage der Ablöse bot der BVB zunächst einen Betrag im Bereich von 22 Millionen Euro an – zu wenig für Schachtjor, das auf einer Ablöse von 30 Millionen bestand. Zwischenzeitlich hieß es dann sogar, der Klub hätte sich mit dem FC Liverpool auf einen Transfer geeinigt – die Reds waren wohl bereit, die 30 Millionen Euro hinzulegen.

Doch auch Dortmund besserte sein Angebot nach, um nicht ins Hintertreffen zu geraten. Einigung zwischen Dortmund, dem Spieler und Schachtjor – alles gut oder etwa nicht? Nein, denn bei dem Mkhitaryan Transfer hatten sowohl sein Berater, als auch drei schwerreiche ukrainischen Gechäftsmänner, so genannte Oligarchen, und sogar Mkhitaryans Mutter mitzureden – irre. Der Grund: Die Transferrechte an Mkhitaryan lagen nicht alleine bei Schachtjor und Klub-Besitzer Rinat Achmetow, sondern bei ihm, dem Besitzer von Mkhitaryans vorherigen Klub Metalurh Donzek, Sergej Taruta und dem Präsidenten des armenischen Fußballverbandes Ruben Hayrapetyan.

Insgesamt hielten also drei Oligarchen Anteile der Transferrechte und alle mussten dem Deal folglich wohl zustimmen. Um Donezk verlassen zu können, engagierte Mkhitaryan übrigens den berüchtigsten Spielerberater überhaupt: Mino Raiola, Berater der Superstars Zlatan Ibrahimovic und Mario Balotelli, gilt als mega abgezockter Typ, der mit allen Wassern gewaschen ist – hat er den Deal erst möglich gemacht?

Wahrscheinlich war Raiola die treibende Kraft, aber sogar Mkhitaryans Mutter soll entscheidend am Transfer mitgewirkt haben, denn: Sie ist Direktorin der Nationalmannschaft beim armenischen Fußballverband, eine mächtige Position. Laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" soll sie den Verbandchef und Teilinhaber der Transferrechte, Hayrapetyan, entscheidend beeinflusst haben. Die Hintergründe des Mkhitaryan-Deals sind sehr verworren. Detailliert ist der Bericht der Süddeutschen Zeitung hier nachzulesen.

 

Mkhitaryan im Steckbrief

Name: Henrikh Mkhitaryan

Gebutsort: Jerewan, Armenien

Geburtstag: 21. Januar 1989

Größe: 1,78 m

Position: Mittelfeld, zentral offensiv

Marktwert: 22 Mio. Euro

Vereine als Profi: FC Pjunik Jerewan (2006-2009)

Metalurh Donezk (2009-2010)

Schachtjor Donezk (2010-2013)

Borussia Dortmund (seit 2013)

Erfolge: Armenischer Meister (2006, 2007, 2008, 2009)

Armenischer Pokalsieger (2009)

Armenischer Supercup (2006, 2007, 2009)

Ukrainischer Meister (2011, 2012, 2013)

Ukrainischer Pokalsieger (2011, 2012, 2013)

Auszeichnungen: Armeniens Fußballer des Jahres (2009, 2011, 2012)

Ukrainischer Torschützenkönig (2012)

 

Video: Henrikh Mkhitaryan Skills und Tore