So hilft der FC Bayern Breno

Ex-Bayern-Star Breno

Das brasilianische Mega-Talent Breno galt beim FC Bayern lange als Hoffnungtsräger für die Zukunft. Doch nach privaten und gesundheitlichen Problemen verlor Breno die Nerven, musste wegen Brandstiftung ins Gefängnis. Jetzt hilft ihm sein Ex-Klub FC Bayern bei der Rückkehr in ein geordnetes Leben.

Plötzlich steht er wieder im Rampenlicht. Und Breno Vinicius Rodrigues Borges (23) – kurz Breno – fühlt sich sichtlich unwohl dabei. Beinahe hilfesuchend schaut sich der kräftige Brasilianer im vollbesetzten Presseraum des FC Bayern um. Dutzende Kameras sind auf ihn gerichtet, begleiten jede seiner Bewegungen. Als Breno ein knappes „Erst einmal danke“ über die Lippen bringt und anschließend lächelt, rattern die Auslöser der Fotokameras. „Danke für diese Chance.“ Dabei streift sein Blick FCB-Präsident Uli Hoeneß (61), der seinen Ex-Spieler während der PK unterstützt.

Endlich draussen:

Es sind Brenos erste Schritte in Freiheit. Fast 13 Monate hat der Fußballprofi zuvor im Gefängnis gesessen. Verurteilt wegen schwerer Brandstiftung, weil er im September 2011 im Alkoholrausch seine Mietvilla im Münchner Nobelvorort Grünwald niedergebrannt hatte.­ Aber darüber möchte der frühere Bayern-Star an diesem Tag nicht sprechen. Er ist wieder draußen – nur das zählt. Doch es ist eine Freiheit auf Zeit. Als „Freigänger“ darf Breno die JVA Stadelheim ­wochentags für 5 Stunden verlassen.

Bayern hilft:

„Es geht jetzt darum, Breno fit zu machen“, sagt Hoeneß milde. „Fit für die Zeit nach der Haft.“ Und dabei möchte der Klub helfen. Nachwuchs-Chef Wolfgang Dremmler (59) kümmert sich persönlich um den gefallenen Star. Er holt Breno morgens um 8.30 Uhr im Gefängnis ab – und bringt ihn um 13.30 Uhr auch wieder zurück. In der Zeit dazwischen unterstützt der Brasilianer das Trainerteam der U 23 oder arbeitet im Büro des „Junior Teams“. „Er muss jetzt versuchen, den Kopf frei zu kriegen“, sagt Dremmler.

Zurück in die Heimat:

Ein Comeback für den Fußballer Breno wird’s beim FCB hingegen nicht geben. Hoeneß: „Er wird ja sehr wahrscheinlich am Ende seiner Haft nach Brasilien abgeschoben und dann vorerst nicht mehr in Deutschland und wohl auch nicht in Europa Fußball spielen können.“ Verhält sich Breno weiter so tadellos wie bisher, könnten seine Haftbedingungen weiter gelockert werden. Auch eine Halbierung der verhängten Gefängnisstrafe von 3 Jahren und 9 Monaten scheint möglich. Von seinem Traum, „eines Tages wieder als Fußballprofi zu arbeiten“, ist Breno aber noch weit entfernt.