Serena Williams - ihre irre Story Comeback

Serena Williams ist für ihr druckvolles Spiel mit der Vorhand bekannt.

Die Nummer eins ist sie (noch) nicht – aber die beste Tennis-Spielerin der Welt ist Serena Williams zurzeit trotzdem. Nach den Siegen 2012 in Wimbledon und bei den US Open will sie nun auch die Australian Open gewinnen – und auch in der Weltrangliste nach ganz oben stürmen. Eine unglaubliche Entwicklung, denn: 2011 wäre die US-Amerikanerin fast gestorben …

Es ist der 18. Februar 2011, als Tennis-Star Serena Williams plötzlich Probleme mit dem Atmen bekommt. "Ich dachte, ich sei außer Form und sollte vielleicht mal wieder aufs Laufband", erzählt Serena. "Deshalb wollte ich auch wie geplant zu einer Party gehen." Ihre Physiotherapeutin Esther Lee ahnt jedoch Schlimmeres und überredet sie dazu, ins Krankenhaus zu fahren. Ein Glück!

 

Dramatische Erkrankung nach Fuß-Operation

Traurig: Rund ein Jahr lang konnte Serena Wiliams nur zuschauen.
Traurig: Rund ein Jahr lang konnte Serena Wiliams nur zuschauen.

Um so schnell wie möglich wieder den Anschluss zu finden, trainierte Serena Williams nach der Fuß-OP sogar mit einer Spezialvorrichtung für den betroffenen Fuß.
Um so schnell wie möglich wieder den Anschluss zu finden, trainierte Serena Williams nach der Fuß-OP sogar mit einer Spezialvorrichtung für den betroffenen Fuß.

Im Hospital entdeckten die Ärzte mehrere Blutgerinnsel in beiden Lungenflügeln, die den Blutfluss blockierten – eine Lungenembolie! "Die Situation war extrem gefährlich", erklärt Spezialist Dr. Robert Wolfe. Und Serena sagt: "Hätte man es zwei Tage später entdeckt, wäre es vielleicht zu spät gewesen. Ich hätte sterben können."

Serena verzweifelte: "Warum passiert das ausgerechnet mir?", dachte sie. Gerade erst war sie auf dem Weg, wieder auf den Platz zurückzukehren. Denn seit einem Unfall im Juli 2010 hatte sie kein Match mehr bestritten, wurde zwei Mal am Fuß operiert. Nach der zweiten OP trug sie 20 Wochen lang Gips. Vermutlich bildeten sich in dieser Phase, in der sie kaum gehen konnte, Blutgerinnsel in den Beinen, die dann nach oben "wanderten".

Die Ärzte entfernten in einer Not-Operation die gefährlichen Gerinnsel. Allerdings: Ein kleiner Teil des Lungengewebes war zerstört. "Ich weinte, als die Ärzte mir das sagten", sagt sie. "Ich hatte Angst, nie wieder spielen zu können." Kurz darauf der nächste Schock. Als sie aus dem Hospital entlassen war, entdeckte sie zu Hause eine große Beule auf ihrem Bauch. "Ich glaubte, ich hätte einen Tumor." Tatsächlich handelte es sich aber "nur" um einen Bluterguss in ihrem Bauch – eine Folge des chirurgischen Eingriffs. Er konnte leicht behoben werden. Und auch sonst ging es ihr langsam besser …

Die Ärzte machten Serena Hoffnung, wieder auf den Tennisplatz zurückkehren zu können. Die US-Amerikanerin begann bald wieder zu trainieren. Allerdings: Serenas Lungenvolumen ist infolge des abgestorbenen Gewebes geringer – eine denkbar schlechte Voraussetzung für Spitzensport. "Ich muss regelmäßig spezielles Atemtraining machen", berichtet Serena. Und so schaffte sie trotz der Beeinträchtigung ein Comeback …

 

Mega-Comeback

Ihr Comeback nach der langen Leidenszeit gab Serena Williams beim rumhreichen Turnier in Wimbledon.
Ihr Comeback nach der langen Leidenszeit gab Serena Williams beim rumhreichen Turnier in Wimbledon.

Beim Traditionsturnier in Wimbledon spielte Serena im Sommer 2011 ihr erstes Match seit einem Jahr – eine Sensation. "Es war ein langer, mühsahmer Weg und wieder aufzustehen, ist ziemlich großartig", sagte sie nach ihrem Erstrunden-Sieg Aravane Rezai. Am Ende schied sie im Achtelfinale aus. Doch nur ein Jahr später landete sie am selben Ort den absoluten Triumph – und gewann zum fünften Mal auf dem "heiligen Rasen". "Dies ist ein ganz besonderer Sieg für mich", jubelte sie.

Doch das war erst der Anfang. Sie gewann danach Gold bei Olympia, den Titel bei den US Open – und die WTA-Tour Championships der besten acht Spielerinnen der Saison in Istanbul. Ein Triumph bei den Australian Open wäre jetzt keine Überraschung mehr – wie ein Wunder ist das Mega-Comeback der Serena Williams aber dennoch.