Sensation in Gruppe A! Viertelfinale für Griechenland und Tschechien

Nach dem 1:0-Sieg und dem Einzug ins Viertelfinale kannte der griechische Jubel keine Grenzen mehr.

Damit hat keiner gerechnet – Tschechien und Griechenland setzen sich in Gruppe A gegen Geheimfavorit Russland und Gastgeber Polen durch und ziehen ins EM-Viertelfinale ein! Dort warten mit Portugal und Deutschland zwei echte Brocken. Was ist für die Überraschungsteams jetzt noch drin?

25 zu 5 Schüsse, 12 zu 5 Ecken, 62% Ballbesitz und trotzdem 0:1 verloren. Auf dem Papier hätte Russland im dritten Gruppenspiel gegen Griechenland nicht stärker sein können. Dummerweise fand das Spiel aber auf dem Platz statt... Obwohl mit Andrey Arshavin (31) der beste Vorbereiter und mit Dzagoev (21) der beste Torschütze der EM für die "Sbornaja" aufliefen, gelang ihr kein Tor. Ein Grund dafür heißt Aleksandr Kerzhakov (29). Der Mittelstürmer durfte in jedem Spiel von Anfang an ran, machte kein Tor und brachte es fertig, 11 seiner 12 Schüsse neben das Tor zu setzen – Negativrekord bei dieser EURO.

Tor-Held Karagounis ist im Viertelfinale gesperrt.
Tor-Held Karagounis ist im Viertelfinale gesperrt.

Die Griechen beließen es bei ihrer Defensiv-Taktik, verließen sich auf einen russischen Fehler und wurden belohnt: In der Nachspielzeit der ersten Hälfte lenkt Russlands Zhirkov einen Einwurf (für Russland wohlgemerkt) versehentlich auf Giorgios Karagounis, der zum Tor zieht und cool abschließt. 1:0, Griechenland zeigt den Russen, allen voran Kerzhakov, was Kaltschnäuzigkeit bedeutet.

Etwas mehr davon hätte auch den Polen in ihrem dritten und letzten Spiel gutgetan. Tschechien (58% Ballbesitz) war insgesamt zwar überlegen und kommt auch verdient weiter, aus 16 Schüssen hätten Robert Lewandowski (23) und Co. aber mehr machen müssen. "Lewa" selbst blieb bei seinen vier Versuchen glücklos, ebenso BVB-Kollege Jakub Blaszczykowski (26, 1 Schuss). Das Scheitern der Polen allein an den [search:dortmund]Dortmunder Angreifern[/search] festzumachen, wäre allerdings falsch. Gerade beim Gegentor zeigte sich die krasse Defensiv-Schwäche: Tschechiens Milan Baros (30) konnte völlig unbedrängt bis zum 16er "spazieren" und Petr Jiracek (26) bedienen. Dem genügte ein simpler Haken, um freie Schussbahn zu haben und dann ebenfalls unbedrängt einzuschieben. Über das ganze Turnier gesehen fehlte Polen einfach die Power für 90 Minuten. Die jeweils starke Anfangsphase konnte Kuba und Co. genau so wenig beflügeln, wie das starke Heimpublikum und die schönen Tore gegen Griechenland und Russland.

 

Jetzt gegen Portugal und Deutschland!

Jiracek dagegen schwebt förmlich ins Viertelfinale. Der Wolfsburger krönte das Team mit seinem zweiten Turniertreffer zum Gruppensieger. Jetzt trifft man am Donnerstag in Warschau auf Portugal.

Petr Jiracek schoss bisher zwei EM-Tore.
Petr Jiracek schoss bisher zwei EM-Tore.

Ein harter Brocken! Gegen Russland (1:4) zeigten sich die tschechischen Schwächen gegen schnell in die Spitze kombinierende Mannschaften ganz deutlich. Das und die Chancenverwertung müssen gegen das Team um die pfeilschnellen Außen Ronaldo (27) und Nani (25) unbedingt besser werden.

Auch die Griechen kommen auf einer Welle der Euphorie nach Danzig, wo sie am Freitag an Deutschland vorbei müssen. Ganz bitter: Nach seiner zweiten gelben Karte im Turnier ist EM-Held Karagounis zum Zuschauen verdammt. Schlimmer hätte aus griechischer Sicht gar nicht kommen können! Nicht nur, dass der 35-Jährige das "Piratenschiff" ins Viertelfinale schoss – "Kara" ist Herz und Seele des griechischen Spiels. Gegen die deutschen (Turnier-) Favoriten heißt der Schlüssel zum nächsten Sensationserfolg 'Kampf'. Mit einer Beton-Taktik wird der portugiesische Coach Fernando Santos versuchen, das deutsche Spiel einzuschläfern, um dann blitzschnell zu kontern.

 

Griechenland & Tschechien – die Prognose:

Griechenland verlässt sich wie beim Titelgewinn 2004 auf seine stabile Abwehr. Unterschied zu damals: Es gibt keinen Stürmer wie Angelos Charisteas, der in jedem Spiel für ein Tor gut ist. Die DFB-Elf schmeißt Griechenland raus!

Auch Tschechien ist gegen Portugal klarer Außenseiter. Die tschechische Coolness vorm Tor könnte die anfällige Abwehr (4 Gegentore, noch kein Spiel zu Null) um Real-Star Pepe (29) aber kalt erwischen. Mit einem schießwütigen [search:Ronaldo]Cristiano Ronaldo[/search] in der Form aus dem letzten Gruppenspiel gegen Holland (zehn Schüsse, zwei Tore) sehen Jiracek und Co. aber kein Land. Portugal kommt weiter.