Sebastian Vettels Auto im Detail Hungry Heidi

Sebastian Vettel und Mark Webber präsentieren den neuen Red Bull-Boliden.

Neue Saison, neues Auto! Der Red Bull für die Formel 1-Saison wurde auch schon getauft. BRAVO SPORT nimmt Sebastian Vettels "Hungry Heidi" unter die Lupe – und wirft auch einen Blick auf die Modelle der Konkurrenz. Der große Check der Formel1-Konkurrenten.

Vorhang auf! Red Bull hat sein Auto für die Formel-1-Saison 2013 präsentiert. Im Werk im englischen Milton Keynes erblickte der "RB9" das Licht der Welt, geboren für eine Mission. "Wir haben uns fest vorgenommen, beide Pokale (Fahrer- und Team-Titel; d. Red.) hier in ­unserem Schrank zu behalten", gibt Teamchef Christian Horner (39) die Richtung vor. Dafür haben Chef­designer Adrian Newey (54) und das Team versucht, das Erfolgsmodell der letzten Saison noch schneller zu ­machen. Aus jedem Bereich des Weltmeisterautos „RB8“ sollten noch ein, zwei Stundenkilometer mehr rausgekitzelt werden. "Der Teufel steckt bei diesem Auto im Detail", sagt Newey.

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Wie heisst die Neue?

Die Frage, die sich bei der Präsentation jeder stellte:­ Wie wird Vettel seinen neuen Boliden nennen? Seit er in der Königsklasse dabei ist, tauft er seine Autos nämlich jedes Jahr auf Frauennamen. Dem Teamchef passte das am Anfang überhaupt nicht. Horner: "Ich habe ­gesagt, dass wir dadurch sicher ­ziemlich große Probleme mit F1-Boss Bernie Eccle­stone (82) bekommen werden." Aber: Die bekamen sie nicht. Statt­dessen gab’s seitdem drei WM-­Titel für ­Namensgeber Sebastian Vettel – der ­Erfolg gibt ihm recht. In der kommenden Saison soll "Hungry Heidi" möglichst viele Podiumsplätze bringen.

Noch nicht fertig:

Im Lauf der Saison könnte sich sowieso noch etwas am Äußeren seiner "Auserwählten" ­ändern. Designer Newey: "Die Nase und der Frontflügel können im Rahmen der Weiterentwicklung relativ einfach verändert werden." An diesen Teilen wird in der Regel die ganze Saison über gefeilt, um der Konkurrenz immer einen Schritt voraus zu sein. Ausruhen gilt ­also nicht, weiß auch Vettel: "Natürlich kann man zurückschauen auf das, was man erreicht hat. Aber für mich startet alles bei null." Und zwar am 17. März in Melbourne (Australien).

Der neue Red Bull.
Der neue Red Bull.

"Nacktes" Heck: Das Heck erscheint ein bisschen nackt, die Verkleidung endet hier früher. Das hat aerodynamische Gründe: Der Luftfluss wird so beschleunigt. Unterm Strich hat der RB9 so mehr Abtrieb, "haftet" also besser auf der Strecke.

Bunte Seiten: Neben traditionellem Blau trägt der RB9 auch Lila-Tupfer. Die violetten Seitenkästen sind sehr eng ums Cockpit geschlungen und unterstreichen das Logo des neuen Namensponsors: Offiziell heißt das Team nämlich ab dieser Saison "Infiniti Red Bull Racing".

Flachere Nase: Kleine "Schönheits-OP" an der Nase: Die hässliche Stufe des Vorgängerautos wurde mit einer Blende abgedeckt – allerdings nicht vollständig! Designer Adrian Newey: "Sie reicht nicht weit nach vorne, weil sonst das Gewicht nicht zu rechtfertigen wäre."

Steifer Flügel: Letzte Saison flatterten die Frontflügel vieler Autos extrem. Das verbesserte die Aerodynamik – und ärgerte die Regelhüter. 2013 darf sich der Flügel kaum noch bewegen, sodass Red Bull die Montagepunkte veränderte. Ergebnis: Der Frontspoiler ist sehr plump und steif.

 

Die Autos der Konkurrenz:

Der neue Ferrari.
Der neue Ferrari.

[size:5]Ferrari F138:[/size]

Schwarz getarnt: Rot und Weiß kennen wir von Ferrari. Der "F138" trägt aber auch schwarzen Lack. Teile in diesem Bereich sind für "Spione" der anderen Teams schlecht zu erkennen und zu kopieren.

Zusatzfacts:

- 2012er-Hakennase ist weg

- Parallel zum neuen Auto baut Ferrari schon jetzt am Wagen für 2014

Der neue McLaren.
Der neue McLaren.

[size:5]McLaren MP4-28[/size]

Windschnittig: Auffälligste Änderungen: der extrem ­schmale Heckflügel und die ohrförmigen Kühleinlässe. Beides verbessert die Aerodynamik und scheint zu funktionieren: Beim ersten Test in Jerez fuhr Jenson Button die Bestzeit.

Zusatzfacts:

- Die Nase liegt einige Millimeter höher als 2012

- Neuer Fahrer: Sergio Perez kam vom Sauber-Team

Der neue Mercedes F1.
Der neue Mercedes F1.

[size:5]Mercedes F1 W04[/size]

Wieder nix? Ist das nicht das alte Auto? Auf den ersten Blick sieht’s so aus. Und auch der Erfolg bleibt wie 2012 zunächst aus: Bei Testfahrten sprühten bei Nico Rosberg Funken, Lewis Hamilton (kam von McLaren) flog sogar ab.

Zusatzfacts:

- Nase ist gerader als 2012, aber immer noch krumm

- Lufteinlässe auf der Airbox sind weg, Spiegel jetzt höher

Der neue Lotus.
Der neue Lotus.

[size:5]Lotus E21[/size]

Haken bleibt: Lotus mit Starpilot Kimi Räikkönen bleibt der Haken­nase treu. 2012 holte der "Iceman" damit überraschend einen Sieg.

Zusatzfacts:

- Coanda-Auspuff (wie Red Bull) für mehr Abtrieb

- Rätselhafte Lufteinlässe neben der Airbox