Sebastian Vettel sind Pfiffe egal Red Bull Pilot Buh-Rufe

Sebastian Vettel bei der Siegerehrung des Großen Preises von Singapur.

Formel 1-Weltmeister Sebastian Vettel geht entspannt mit den Pfiffen um, die ihm bei Siegen entgegenschallen. Er sieht sie eher als Bestätigung, erklärt er nach dem Rennen in Singapur, bei dem er der Konkurrenz davongefahren ist. Für die momentan so gewaltigen Unterschiede zwischen sich und seinen Gegnern hat er außerdem eine Erklärung.

Nach dem Großen Preis von Singapur, bei dem Formel 1-Weltmeister Sebastian Vettel seinen Gegnern keine Chance auf den Sieg ließ, wurde der 26-Jährige bei der Siegerehrung ausgepfiffen und mit Buh-Rufen empfangen. Bereits bei vergangenen Rennen in dieser Saison wurde Vettel auf dem Podium ausgebuht. Warum die Formel 1-Anhänger so auf ihn reagieren ist nicht immer ganz klar. In Monza (Italien) war die Mehrzahl der Schmäher Ferrari-Fans. Ob das auch in Singapur so war, lässt sich nicht ganz so eindeutig sagen. Aber offenbar lässt Vettel das sowieso kalt: "Ich habe den Fans nicht das spannendste Rennen gegeben, aber an Tagen wie diesem interessiert mich das nicht so", sagte der Red Bull-Pilot nach dem überragenden Sieg. "Wir gewinnen weiter und sie buhen. Das ist nicht nett, aber es zeigt, dass wir einen sehr guten Job machen." Die Konfrontation mit buhenden Fans steht für Vettel also klar hinter seinem sportlichen Erfolg zurück. Und der ist im Moment einfach gigantisch. Mit 247 WM-Punkten hat Vettel sechs Rennen vor Schluss bereits 60 Punkte Vorsprung. Auch die Konkurrenz zeigt Respekt für Vettels Leistungen und distanziert sich von Pfiffen gegen ihn. Mercedes-Fahrer Lewis Hamilton sagte dazu: "Niemand sollte für seinen Erfolg ausgebuht werden, auch wenn er leicht zu erreichen war. Seb ist auf dem Weg zu seinem vierten Titel und verdient Ansehen dafür."

 

"Hängen nicht die Eier in den Pool"

Warum er in dieser Saison so unglaublich dominant fährt, hat für Sebastian Vettel einfache Gründe. "Der Unterschied steckt im Detail", sagt der Heppenheimer. "Wenn die anderen nach Hause gehen und die Eier in den Pool hängen, sind wir noch da und tüfteln weiter am Auto." Diese Zusatzschichten mit den versuchen, alles was geht aus dem Auto herauszuquetsche würden dazu führen, dass sein Red Bull Team den Gegnern immer einen Tick voraus sei. "Sowas macht über das Wochenende den Unterschied und über das Jahr gesehen auch." Wie groß der Unterschied tatsächlich am Ende sein wird, könnte sich schon bald zeigen. Denn wenn Vettel die beiden kommenden Grand Prix-Rennen gewinnt, könnte er mit etwas Glück schon in Japan Weltmeister sein. Dafür bräuchte er 100 Punkte Vorsprung vor dem WM-Zweiten Fernando Alonso (momentan 187 Punkte). Der Spanier dürfte also nicht mehr als 10 Punkte in Südkorea und Japan holen. Das wird wahrscheinlich nicht klappen, aber spätestens ein Rennen später kann Vettel dann aus eigener Kraft alles klar machen. Übrigens: Selbst wenn Alonso von jetzt an jedes Rennen gewinnt, hat Vettel noch alle Trümpfe in der Hand. Ein zweiter und fünf dritte Plätze reichen ihm dann immer noch zum vierten WM-Titel.