Sebastian Vettel mausert sich Interview | Red Bull | Formel1

Sein Zeichen: Der legendäre Vettel-Finger

In seiner Profi-Rennfahrer-Karriere ist er erwachsener geworden und wohl auch durch seine verdienten Weltmeistertitel selbstbewusster. Red-Bull-Pilot Sebastian Vettel weiß mittlerweile, wann es klüger ist zurückzustecken und wie wichtig das konstante Sammeln der WM-Punkte ist. Aber auch privat setzt der Heppenheimer auf Ausgeglichenheit, es sei denn, er verliert gegen Kimi im Badminton …

Seine siebte Formel1-Saison läuft gut: Bislang führt der Sebastian Vettel das Fahrerfeld mit 34 Punkten Vorsprung an und konnte wichtige Siege verbuchen, unter anderem seinen ersten Heimsieg am Nürburgring. „Es lief sehr gut, was die Ergebnisse und die Zuverlässigkeit angeht“, sagt Vettel im Interview mit dem Tagesspiegel.

Fluch gebrochen: Vettel feierte 2013 seinen ersten Heimsieg am Nürburgring.
Fluch gebrochen: Vettel feierte 2013 seinen ersten Heimsieg am Nürburgring.

Sebastian hat dazugelernt. Hätte er vor einiger Zeit noch das Gaspedal auf Biegen und Brechen durchgedrückt, behielt er beispielsweise in Monaco einen kühlen Kopf und ließ Nico Rosberg zeihen und nahm vernünftigerweise nur die wertvollen Punkte und einen zweiten Platz mit. Der junge Heppenheimer macht nur noch selten Fehler und kann mögliche Risiken besser und vor allem vernünftiger einschätzen. Vernünftig, fast wie ein ausgewachsener Medienprofi, präsentiert sich der dreifache Weltmeister auch gegenüber den Fans und Medien: Immer ein Lächeln im Gesicht, stets eine lockere und sympathische Antwort parat. Auf Angriffe anderer Piloten reagiert er mit einen Lächeln und eine guten Portion Sarkasmus.

Der 26-jährige Red-Bull-Pilot fährt seine siebte F1-Saison.
Der 26-jährige Red-Bull-Pilot fährt seine siebte F1-Saison.

Um diese Gelassenheit bei zuhalten ist es Vettel ungemein wichtig, auch neben der Rennstrecke einen Ausgleich zu haben: "Muss immer die richtige Balance finden, nicht nur in der Formel1, sondern auch im Leben allgemein. Wenn man viel Trubel hat, ist es wichtig, dann auch wieder seine Zeiten zu haben, wo es etwas ruhiger ist“, so der 26-Jährige. Und dann räumt er auch mit einem Vorurteil bezüglich der Geschwindigkeit im Straßenverkehr auf: "Die meisten Leute haben da wahrscheinlich ein etwas falsches Bild, die denken immer, wenn man Formel-1-Fahrer ist, dann muss man auch auf den Straßen fahren wie ein Gestörter.“ Das macht Vettel aber nicht, auch wenn er sich nicht immer exakt an die Geschwindigkeit hält, fährt er doch eher passiv und rücksichtsvoll.

 

"Ich fahre eher passiv!"

Zwangsweie passiv ist er auch beim Seifenkistenrennen am letzten Wochenende unterwegs gewesen, nachdem er nach einem Fahrfehler zum Falschfahrer wurde und trotz eingebautem Motor meilenweit von einem Podest entfernt das Rennen beendetet. Aber auch hier hatte "Super Seb" das Lachen nicht verlernt, auch wenn der Vettel-Finger unten blieb.

Im Gegensattz zu vielen seiner Kollgegen zeigt sich Sep stets fannah.
Im Gegensattz zu vielen seiner Kollgegen zeigt sich Sep stets fannah.

Ob er genau so viel Rücksicht nehmen wird, wenn Formel-1-Freund Kimi Räikkönen sein Teamkollege wird, bleibt abzuwarten. Noch zumindest verstehen sich die beiden Rennfahrer prächtig auch neben der Rennstrecke, beispielsweise beim Badminton, es sei denn, Vettel wird vom Finnen abgezogen, denn dann "regt es einen tierisch auf und man setzt sich das Ziel, Trainerstunden zu nehmen, um besser zu werden“, gibt Vettel zu. Sogar einen Schläger hat der Heppenheimer dabei vor Ärger schon zerschlagen. "Aber wenn man danach zusammen was trinkt, dann ist das schon wieder verflogen.“

Nach dem Ungarn-Rennen geht die Formel1 in die Sommerpause und meldet sich erst Ende August wieder zurück.
Nach dem Ungarn-Rennen geht die Formel1 in die Sommerpause und meldet sich erst Ende August wieder zurück.

Am 28. Juli findet das letzte Rennen vor der Sommerpause statt. Auf Alonso, Webber und Freund Räikkönen trifft Vettel dann in Ungarn, genauer gesagt beim Großen Preis von Budapest. Was glaubt ihr, kann sich Vettel auch 2013 den WM-Titel sichern?