Bombendrohung bei Fifa-Kongress!

Wird Sepp Blatzter trotz aller Skandale wiedergewählt?
Wird Sepp Blatzter trotz aller Skandale wiedergewählt?

Der Fifa-Kongress in Zürich, wo der neue Präsident gewählt werden soll, ist eine Bombendrohung eingegangen. Das bestätigt die Polizei. Kurios: Die Fifa wiederrum dementierte zunächst eine solche Meldung.

 

Die Medien durften daraufhin zweitweise nicht in das Gebäude, dennoch blieb die Stimmung ruhig. Daraufhin wurde das komplette Gebäude durchsucht, eine Bombe konnte nicht gefunden werden. Daher wird der Kongress planmäßig fortgesetzt. Auch die Wahl des Präsidenten sei nicht gefährdet.

 

Wird Blatter wiedergewählt?

Alles andere als eine Wiederwahl Blatters wäre eine riesige Überraschung. Zwar gibt es mit Prinz Ali bin al-Hussein aus Jordanien einen Herausforderer, trotzdem gilt er als chancenlos. Aber warum ist das nach all den Skandalen noch so?

Dazu muss man sich einmal anschauen, wie die Regularien bei der Präsidenten-Wahl der Fifa aussehen. Insgesamt vereinigt der Weltfußball-Verband 209 Mitgliedsverbände. Egal ob Deutschland, Spanien, USA, die Fiji-Inseln oder Botswana: Alle Länder haben eine Stimme.

Der europäische Fußballverband (Uefa) ist zwar der größte und wichtigste Verband in der Fifa-Familie, doch seine Stimmen alleine kann die Wahl nicht entscheiden. Uefa-Boss Michel Platini hat bereits angedeutet, dass Europa für Prinz Ali bin al-Hussein votieren wird. Auch die USA, Australien oder Kanada haben sich für den Herausforderer ausgesprochen.

Doch diese Stimmen werden alleine nicht reichen. Blatter hat den Zuspruch aller "kleinen" Verbände aus Afrika, Asien, Südamerika und Ozeanien. Da diese Stimmen genauso gewichtet werden wie die aus den großen Fußball-Nationen, scheint eine Wiederwahl Blatters so gut wie sicher.

Dabei hat jüngst ein neuer Skandal die Fifa erschüttert. Hochrangige Delegierte wurden festgenommen. Darunter sogar der Vize-Präsident der Fifa.

 

Was ist der Vorwurf?

Die amerikanischen Ermittler erheben die Vorwürfe des Betrugs, der Erpressung und der Geldwäsche gegen die Funktionäre. Die Namen sind noch nicht bekannt, sollen aber im Laufe des Tages veröffentlicht werden, Insgesamt soll es um Bestechungszahlungen von über 100 Millionen Dollar gehen.

Laut dem Schweizer Bundesamt für Justiz sei das Geld von Sportmedien- und Sportvermarktungsunternehmen gekommen. Als Gegenleistung hätten sie dafür Medien-, Sponsoring- und Vermarktungsrechte an Fußball-Turnieren bekommen.

 

Was droht den Funktionären?

Die festgenommenen Funktionäre befinden sich momentan in Auslieferungshaft. Ihnen droht die Abschiebung in die USA. Die Fifa hat zu den Entwicklungen noch keine Stellung bezogen. Lediglich ließ der Weltverband verlauten, dass man von den Medienberichten „Kenntnis genommen“ habe. Auch die WM-Vergabe an Katar werde weiter untersucht, hieß es aus Ermittlerkreisen.

 

Was bedeutet das für die FIFA?

Am 29. Mai wird der neue Fifa-Präsident gewählt. Es ist also ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt für einen neuen Skandal. Das Vertrauen in die Fifa war wohl nie kleiner als derzeit. Dennoch wird damit gerechnet, dass Sepp Blatter, der nicht zu den beschuldigten Funktionären zählen soll, erneut im Amt bestätigt wird. Einzig übriggebliebener Gegenkandidat ist Prinz Ali bin al-Hussein aus Jordanien, dem keine Chancen eingeräumt werden.