Schweini & Lahm: Endlich Freunde!

Harmonisches duo: Bastian Schweinsteiger und Philipp Lahm verstehen sich nicht nur auf dem Platz mittlerweile richtig gut.

Seit vielen Jahren ­prägen sie gemeinsam das Spiel des FCB und der Nationalelf – aber erst eine bittere Niederlage machte aus den Kollegen Philipp Lahm und ­Bastian Schweinsteiger echte Kumpels.

Kürzlich gab’s im deutschen ­Nationalteam zwei große Jubi­läen: Kapitän Philipp Lahm (30) und Mittelfeld-Motor Bastian Schweinsteiger (29) feierten ihren 100. ­Einsatz für das DFB-Team. Und ein Glückwunsch dürfte beide besonders gefreut ­haben: der des jeweils anderen.

Schweinsteiger und Lahm gratulierten einander mit einem „offenen Brief“ in der „Bild“-­Zeitung. Zu Lahms „Hundertstem“ ­gegen Österreich (6. September) schrieb Schweini: „Du bist nicht nur beim FC Bayern, sondern auch in der deutschen Nationalmannschaft ein super Kapitän. ­Einer, der ­immer ein offenes Ohr hat.“ Kurz ­darauf, am 15. Oktober in Schweden, war dann Schweinis Ehrentag – und Lahm gab nicht nur das Lob zurück, sondern fand ganz persönliche Worte: „Unsere Abstimmung hat immer sehr gut ­funktioniert. Eine Kombination, die bei einem so langen und gemeinsamen Weg aus einem Mitspieler und Kameraden ­einen Freund gemacht hat.“

Der ­gemeinsame Weg der beiden begann ­bereits in der Jugend des FC Bayern, wo Lahm 1995 anfing, der neun Monate jüngere Schwein­steiger 1998. Ihren ­ersten Profi-Einsatz hatten beide in der CL gegen RC Lens am 13. November 2002. Zwei Jahre war man danach getrennt, als „Lahmy“ von 2003 bis 2005 zum VfB Stuttgart ­verliehen wurde. Doch seit 2005 durchlebten sie beim FCB alle Höhen und Tiefen gemeinsam, ­errangen ­gemeinsam ­bisher 13 Titel. Auch ihr Aufstieg im ­Nationalteam ­verlief ­parallel. Beide stießen 2004 zum ­Kader, seit der EM im ­selben Jahr ­wurden die damaligen „jungen ­Wilden“ schnell zu absoluten Stützen des Teams.

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Nur, trotz dieses langen gemeinsamen Weges galten Lahm und Schweini viele Jahre nicht als Freunde. Ihr Verhältnis war professionell, nüchtern. Und: Es drohte sogar ein tiefer Riss, als im Sommer 2010 nach der Verletzung Michael Ballacks ein Streit um das Kapitäns­amt im deutschen Nationalteam entbrannte (siehe unten). Wie in der DFB-Auswahl ­wurde Lahm Anfang 2011 dann auch beim FC Bayern Spiel­führer – und ­erhielt ­damit den ­Vorzug vor Schweini, den viele auch für einen ­geeigneten ­Kandidaten hielten. Der hat zwar ­niemals ­öffentlich Frust ge­äußert, doch die ­Entscheidung des ­damaligen Coaches Louis van Gaal ­dürfte ihn nicht begeistert haben.

Inzwischen ­jedoch sind alle Querelen Vergangenheit. Schweini und Lahm sind nun mehr als Kollegen, die auf dem Feld perfekt zusammenarbeiten – ­sondern echte Kumpels. Und Lahm verrät, warum das so ist: ­„Das hängt auch mit dem verlorenen ­Champions-League-Finale 2012 ­gegen Chelsea zusammen“, erklärt er. Die gemeinsame Trauer über die ­bittere Niederlage im „Finale ­dahoam“ und deren Verarbeitung habe ihn und Schweinsteiger ­besonders zu­sammengeschweißt. „Seitdem ­tele­fonieren wir noch ­häufiger mitein­ander, schreiben uns regel­mäßig SMS“, sagt Lahm. So hat das Verhältnis zwischen zwei der besten ­deutschen Fußballer der ­vergangenen zehn Jahre doch noch sein Happy End gefunden!