Sammer vs. Heynckes: Zoff? Champions League Bayern nach schlechtem Spiel in der gegen Borisov

Jupp Heynckes und Matthias Sammer sind nicht immer einer Meinung.

Nach dem peinlichen Auftritt der Bayern gegen Borisov zoffen sich Bayern-Trainer Jupp Heynckes und Sport-Vorstand Matthias Sammer öffentlich. Die Verantwortlichen wollen das Thema kleinreden, Franz Beckenbauer sieht aber bereits erste Zerwürfnisse. Können die Bayern das Problem aus der Welt räumen oder platzt die Bombe bei weiteren Misserfolgen? BRAVO Sport erklärt die Lage!

 

Heynckes vs. Sammer

Der FC Bayern ist grandios in die Saison gestartet, doch schon die erste Meinungsverschiedenheit sorgt für dicken Ärger! Bereits nach dem 2:0 Sieg gegen Werder Bremen macht Matthias Sammer seiner Wut Luft: "Wir waren nicht richtig hellwach, wir waren nicht richtig gallig. Wir waren zu lätschern." Auch Jupp Heynckes ist mit dem Spiel nicht zufrieden: "Man kann nicht immer davon ausgehen, dass man den Gegner 90 Minuten an die Wand spielt. Aber es war kein Esprit da, wir waren nicht lebendig genug." Seine Wechsel passen, das Spiel geht 2:0 aus, alles gut. Oder doch nicht?

Vor dem Champions-League-Spiel am Dienstag gegen BATE Borisov greift der Trainer die Debatte erneut auf. Er wirft Matthias Sammer "Populismus" vor und kann die öffentliche Kritik nicht nachvollziehen. Der Sportchef entgegnet gelassen, sieht seine kritischen Worte als "völlig harmlos" an. Gestern soll es einen klärendes Gespräch gegeben haben. Ist das Thema damit vom Tisch?

 

Warum ist Heynckes so empfindlich?

Jupp Heynckes ist beim Spiel in Borisov unzufrieden
Jupp Heynckes ist beim Spiel in Borisov unzufrieden

Warum greift Jupp Heynckes das Thema überhaupt noch mal auf? Und warum wählt er so drastische Worte? Natürlich stellt er sich vor die Mannschaft. Aber Sammers Kritik war nicht übertrieben, er hat keine einzelnen Spieler kritisiert. Dass man solche Dinge eher intern bespricht, sieht auch Uli Hoeneß wie sein Trainer. Das Vorpreschen von Heynckes kann der Präsident dennoch nicht nachvollziehen: "Wir sind gut beraten, gelassener an die Dinge ranzugehen. Da wurde ein ziemlicher Ballon aufgebläht."

Fühlt sich Heynckes von Sammer bedrängt? Fürchtet er um seine Macht? Der Sport-Chef sitzt auf der Bank, steht auf dem Trainingssplatz, beobachtet kritisch und führt sogar Einzelgespräche mit Spielern. Ist das nicht der Komepetenzbereich des Trainers? Nein! Die Position von Sammer wurde bewusst so installiert, er soll nah an Mannschaft und Trainer sein. Dass es zu Meinungsverschiedenheiten kommt ist dabei vorprogrammiert. Heynckes ist seit 30 Jahren erfolgreich im Geschäft, Sammer gilt als Revolutionär. Wie damit umgegangen wird ist die Frage.

 

Wird die Bombe hochgehen?

Bayern-Präsident Uli Hoeneß (60) findet das ganze Thema "lächerlich" und glaubt, dass sich die Situation "in ein bis zwei Tagen wieder beruhigt" hat. Auch die Beteiligten selbst wollen die Wogen glätten. "Ich bleibe dabei zwischen Jupp Heynckes und mich passt kein Blatt Papier. Alles andere sind Nebensächlichkeiten und wurden zwischen uns auf kürzestem Weg ausgeräumt", sagt Sammer. Heynckes fügt an: "In der Sache hat zwischen uns nie Uneinigkeit geherrscht. Wir arbeiten beide mit vollem Herzen und vollem Engagement für Bayern München."

Auch wenn das Theater damit vorerst beendet ist, schlussfolgert Ehrenpräsident Franz Beckenbauer: "Man hat nicht gut ausgesehen bei dieser gesamten Aktion." Er sieht "erste Zerwürfnisse" zwischen Heynckes und Sammer. Wie geht es weiter? Sollten die Bayern durch die Liga marschieren und keine peinlichen Klatschen mehr bekommen, dann wird Harmonie herrschen. Aber wenn nicht könnte die angespannte Lage eskalieren. Der Leidtragende ist dann meist der Trainer...

Haben die Bayern eine Krise? Oder ist das alles übertrieben?