Ronaldo ärgert Özil Wechsel

Ein Bild aus gemeinsamen Tagen: Ronaldo und Özil im Real-Trikot.

Der Last-Minute-Deal von Mittelfeld-Star Mesut Özil schlägt weiter hohe Wellen. Besonders in Madrid nehmen die kritischen Töne über den Verkauf des deutschen Nationalspielers zu. Nachdem bereits die Real-Fans und einige Spieler der Königlichen ihren Unmut über den Wechsel von Özil äußerten, meldete sich nun auch Superstar Cristiano Ronaldo zu Wort. Der Portugiese, der sportlich und persönlich ein Top-Verhältnis zum deutschen Nationalspieler hatte, sprach von einer "schlechten Nachricht".

Der Frust über den wohl nicht ganz freiwilligen Abschied von Mesut Özil bei Real Madrid sitzt tief. Während der Präsentation von Rekord-Neuzugang Gareth Bale forderten die Fans im Stadion Real Präsident Pérez auf, den deutschen Nationalspieler nicht zu verkaufen – vergebens. Nachdem der Wechsel bekannt geworden war äußerten auch einige Kollegen ihren Unmut über Özils Verkauf – unter anderem Mesuts dicker Kumpel Sergio Ramos.

Özil selber sprach beim bisher einzigen Interview nach Bekanntwerden seines Wechsels zu Arsenal davon, dass er das Vertrauen des Trainers nicht mehr "gespürt habe" – Carlo Ancelotti plante im Mittelfeld wohl ohne den Deutschen. Und auch DFB-Kumpel und Ex-Teamkollege Sami Khedira äußerte sich auf der DFB-Pressekonferenz am Dienstag enttäuscht und kritisch. "Ich bedauere den Wechsel von Mesut. Wir sind sehr gute Freunde, es ist ein Verlust für uns. Alles andere können nur der Verein und Mesut selber beantworten."

 

Ronaldo: "Ich bin sauer"

Real-Präsident Perez präsentiert stolz den "100-Millionen-Mann" Gareth Bale.
Real-Präsident Perez präsentiert stolz den "100-Millionen-Mann" Gareth Bale.

Nun meldet sich Reals Superstar zu Wort. Cristiano Ronaldo, der von Özils großartigem Passspiel und seinen Torvorlagen wohl am meisten profitiert hatte, verschafft seinem Ärger über den Özil-Verkauf nun ebenfalls öffentlich Luft: "Ich bin wütend über den Abgang von Özil. Es ist eine sehr schlechte Nachricht für mich. Er kannte meine Laufwege zum Tor besser als jeder andere Spieler", so CR7 gegenüber der Sportzeitung "AS" – klare Worte des Superstars.

Der Özil Verkauf schlägt hohe Wellen in Madrid, Real-Präsident Florentino Perez hat möglicherweise die Beliebtheit des nach London "abgeschobenen" Özil bei Fans und Team völlig unterschätzt – da kann auch der Transfer von Wunschspieler Gareth Bale nicht drüber hinwegtäuschen.

Im Gegenteil: In der Fußballwelt und auch in Madrid selber wird über die 100 Millionen Euro, die Perez für einen einzigen Spieler bezahlt, heftig diskutiert. Selbst der eigene Anhang in Madrid scheint sich in Teilen zu Fragen, ob mit dem Bale-Transfer nicht eine "Grenze" überschritten wurde.

 

Gegewind für Perez – "Real-Unwetter" zieht auf

Der Gegenwind für den Real-Präsidenten wird heftiger, in Madrid wird sogar darüber spekuliert, ob möglicherweise von vornherein fest stand, dass Özil bei einem Bale-Transfer als "Refinanzierungs-Verkauf" abgeben wird. Auch das bringt den Real-Boss in Bedrängnis. Dass jetzt auch noch Megastar Ronaldo öffentlich Kritik am Verkauf seines Buddys übt, dürfte Perez nicht auf der Rechnung gehabt haben.

Die schöne heile Real-Welt, die durch den Bale-Deal noch rosiger werden sollte ist wohl erstmal futsch. Die Zeitung "El Periódico" spricht bereits von einem "Real-Unwetter" – es rumort bei Real nach dem Özil Abgang. Zumindest der neue Trainer der Königlichen, Carlo Ancelotti, bemüht sich darum wieder Ruhe einzubringen: "Der schlechte Teil ist vorbei. Jetzt beginnt etwas richtig Gutes", sagte er der "Marca". Ob mit dem "Schlechten" lediglich das zähe Ringen um Gareth Bale gemeint war oder ob der Ex-PSG-Coach damit auch einen kleinen Seitenhieb auf Özil starten wollte, wird wohl sein Geheimnis bleiben.