Ribery: Tribüne? Kein Problem!

Ribery ist schon wieder in Galaform

In einer überragenden Bayern-Mannschaft 2013 ist Franck Ribery der Überflieger. Doch im Interview verrät der Mittelfeld-Star, warum er als Teamplayer auch kein Problem damit hätte, mal eine Nebenrolle zu spielen.

Dass Franck Ribery auch im Kader von Triple-Sieger FC Bayern ein Ausnahmekönner ist, überrascht niemanden.

Wohl aber, dass der 30-jährige Franzose sich immer mehr zum Teamplayer und Führungsspieler entwickelt hat. Und gerade vor der nächsten Spielzeit, in der es für Ribery und Co. unter Trainer Pep Guardiola (42) gilt, die Erfolge zu bestätigen, schweißt der Star die Truppe zusammen. Ribery nimmt jeden seiner Mitspieler, egal ob Star oder Bankspieler, und auch sich selbst in die Pflicht. Denn: Auch er wird zurückstecken müssen. Wie er damit umgeht, sagt er im Interview mit BRAVO SPORT.

BRAVO SPORT: Hey Franck, stell dir das mal vor: Du sitzt beim FCB auf der Bank oder auf der Tribüne ...

Franck Ribery: Ich würde es für das Team akzeptieren. Wie hoffentlich jeder in der Mannschaft!

BRAVO SPORT: Eine bärenstarke Aussage von dir! Wie kommt’s?

Franck Ribery: Das haben wir doch schon letztes Jahr gesehen. Wir waren bis zum Schluss alle in Top-Form, waren in allen drei Bewerben bis zum Finale mit dabei. Nur so haben wir das Triple holen können. Und unsere Ziele sind für diese Saison auch keine anderen!

BRAVO SPORT: Wenn aber Nationalspieler auf der Bank oder sogar auf der Tribüne sitzen ...

Franck Ribery: Dann hat das jeder zu akzeptieren! Jeder! Du kannst nicht jedes Spiel machen, nicht jedes Spiel auf 100 Prozent oder mehr spielen – vor allem nicht eine ganze Saison lang. Du brauchst auch deine persönlichen Pausen. Unser Programm kennst du ja ...

BRAVO SPORT: Bundesliga, Pokal, Champions League, Klub-WM ...

Franck Ribery: Die Länderspiele hast du ganz vergessen. Auch bei Jupp Heynckes haben wir schon Pausen bekommen. Für mich war das immer gut. Das Wichtigste ist doch: Wenn du das Vertrauen des Trainers spürst, dann kannst du auch mal pausieren. Und das spürt jeder von uns!

BRAVO SPORT: Wie macht Pep das mit euch?

Franck Ribery: Er macht das absolut top. Pep ist ein sehr intelligenter Trainer. Er erklärt uns viel, redet viel mit uns Spielern. Das ist auch wichtig. So können wir ihn verstehen. So können wir ihm folgen.

BRAVO SPORT: Euer System hat sich auch ein bisschen geändert. Wir sehen immer mehr ein 4-3-3.

Franck Ribery: Ja, das ist richtig. Zuletzt habe ich mit Thomas (Müller, d. Red.) und Arjen (Robben, Anm. d. Red.) im Offensivbereich gespielt. Wir rochieren hier während des Spiels immer wieder. Das macht uns noch

schwerer ausrechenbar. Aber das ist gut. Das funktioniert bisher ganz gut.

BRAVO SPORT: Was uns am meisten verwundert hat: In dir steckt ja ein wahres Defensiv-Genie.

Franck Ribery: Na klar. Das habe ich doch schon letzte Saison eindrucksvoll unter Beweis gestellt (grinst).

BRAVO SPORT: Selbst für dich als Offensiv-Liebhaber. Respekt!

Es geht nur, wenn alle an einem Strang ziehen. Verlieren wir den Ball, dann heißt es: Sofort umschal- ten. Dann heißt es: Defensiv-Arbeit verrichten, so schnell wie möglich wieder in Ballbesitz kommen. Anders geht es nicht.

BRAVO SPORT: Spielst du aktuell im besten Bayern-Kader aller Zeiten?

Franck Ribery: Wir haben wirklich große Spieler, wirklich große Namen im Kader. Aber lass uns darüber am Sai- sonende sprechen ... (grinst).

BRAVO SPORT: Was ist drin?

Franck Ribery: Wenn du Spieler von Bayern München bist, und nicht nur da, willst du alle Spiele gewinnen. Und wenn du alle gewinnst – du weißt ja, was dabei rauskommt.