Reifen-Chaos in der Formel1 Boykott der Fahrer

Seinen Höhepunkt erreichte das Reifen-Chaos im Rennen von Silvverstone, wo mehrere Reifen geplatz waren.

Es ist wieder Race-time: Red Bull, Sauber, Lotus, Mc Laren und wie sie nicht alle heißen heizen wieder durch die grüne Hölle des Nürburgrings. Und vorneweg der dreifache Formel1-Champion Sebastian Vettel, mit einer Bestzeit im ersten freien Training zum Großen Preis von Deutschland. Marc Webber und Nico Rosberg sind ihm dicht auf den Felgen, aber über allem stehen …

die Themen Reifen, Reifenchaos, Boykott, Reifen-Hersteller Pirelli, Testfahrten, Kevlar pegaart mit einer großen Portion Verärgerung und auch Angst!

Seit Saison-Beginn steht Reifenhersteller Pirelli mit den neuen Reifen scharf in der Kritik. Ging es zunächst nur um Grip und die Mischung, steht die Gummi-Suppe angesichts der Reifenplatzer von Silverstone gerade kurz vor überkochen – so gar mit einem Renn-Boykott wird gedroht: „Wenn ähnliche Probleme während des deutschen Grand Prix auftreten, werden wir uns augenblicklich von diesem Event zurückziehen, da dieses vermeidbare Problem erneut das Leben von Fahrern, Streckenposten und Fans gefährden würde“, hieß in einem offiziellen Statement der GPDA.

Von Seiten des Herstellers gab es noch keine Stellungnahme, einzig versprachen sie eine schnelle Verbesserung, die in Form von überarbeitete Hinterreifen mit Kevlar- statt mit Stahl-Gürtel, abhilfe schaffen soll und somit vor der Gefahr weiterer Reifenplatzer bewahren. Zudem versprach Pirelli zum Ungarn-Rennen am Monatsende komplett neue Reifen bereitzustellen.

Die Fahrer sind seit Silverstone, wo alleine im Rennen fünf Reifen geplatz waren, verunsichert und auch verärgert. Fernando Alonso findet ganz klare Worte zu diesem Thema: "Ich bin nicht Testpilot für Pirelli" lautet sein Statement in Richtung Reifenproduzent. Und weiter: "Ich halte es für sehr gefährlich, Reifenprototypen genau auf der Strecke zu testen, wo uns gerade erst die Reifen um die Ohren geflogen sind", schimpft der Vizeweltmeister. Denn genau das hat Pirelli vor, denn: Die FIA hat extra wegen der Probleme die Regeln geändert, um zusätzliche Testfahrten zu ermöglichen. An drei Tagen sollen die Reifen mit der Konstruktion des Vorjahres ausprobieren werden. Und Alsonso hat darauf keine Lust und lässt verlauten: "Ich habe eigentlich nicht vor, den Test zu fahren. Ich halte das für nicht sicher." Auf die Strecke geht er nur, wenn sein Team ihn dazu zwingen würde, so der Ferrari-Pilot.

Aber nun steht ja erst einmal das Rennen am Nürburgring an und hoffen wir zur Sicherheit aller, dass die Reifen mit dem Kevlar-Gürtel halten, was der Hersteller verspricht.