Real: Bale-Deal ist ein Risiko Gareth Bale: Transfer immer riskanter

Gareth Bale beim Sprinttraining bei der walisischen Nationalmannschaft.

Der Wechsel von Gareth Bale zu Real Madrid ist ins Stocken geraten und wird für die Spanier zum immer größeren Risiko– wenn Real ihn überhaupt noch will. Trainer Carlo Ancelotti ist sich nicht mehr so sicher, ob er den Star von Tottenham Hotspur braucht.

In den letzten Tagen ist es in Spanien etwas ruhiger um Gareth Bale geworden. Die Gazetten schreiben zwar immer noch über die mögliche Verpflichtung des Stars von Tottenham Hotspur durch Real Madrid. Doch nach den Zweifeln von "Spurs"-Boss Daniel Levy an der Finanzkraft von Real sind die Meldungen vorsichtiger geworden. Einige Medien gehen bereits davon aus, dass erst am letzten Tag der Transferperiode ein Wechsel stattfinden könnte. Und damit würde Real Madrid ein enormes Risiko eingehen. Denn Bale hat seit über einem Monat nicht mehr an der Saison-Vorbereitung der "Spurs" teilgenommen. Offenbar ist der 24-Jährige nicht fit genug und plagt sich mit einer Verletzung. Oder er schiebt eine vor, um das Risiko sich wirklich zu verletzen nicht einzugehen. Das vermuten zumindest viele Beobachter in England. Im Moment befindet sich Bale bei der walisischen Nationalmannschaft, trainierte dort mit und wurde auch bei Sprint-Einheiten gesehen. Für das Freundschaftsspiel von Wales gegen Irland ist er jedoch noch nicht bereit und wurde nicht für den Kader nominiert. Auch wenn er mit dieser Taktik vermeidet, angeschlagen oder sogar verletzt zu Real zu wechseln – sie birgt eine Menge Risiken.

 

Warum der Wechsel immer riskanter wird

Das Aussetzen des Mannschaftstrainings und der Testspiele sorgt dafür, dass Bale komplett aus dem Rhythmus geraten ist. Ihm fehlt nicht nur die Spielpraxis, sondern zudem auch der tägliche Konkurrenzkampf in den Einheiten. Selbst bei Weltklassespielern hat das einen Effekt auf die Leistung. Alles, was Bale nun verpasst muss er wahrscheinlich wieder nachholen. Beispiele, wie das von Nuri Sahin (der wirklich verletzt war) zeigen, wie schwer es ist, sich nach einer langen Zeit ohne Training und Spiele bei Real durchzusetzen. Auch wenn wir annehmen, dass Gareth Bale eine höhere Qualität hat als Sahin – mit 100 Prozent Fitness käme auch er nicht nach Madrid.

Und das Ganze wird natürlich mit jedem Tag, den sich der Transfer-Poker hinzieht schlimmer. Aus den genannten Gründen und auch aus dem, dass er nicht bei Real ist. Denn sämtliche taktischen Einheiten, die der neue Trainer Carlo Ancelotti momentan mit den "Königlichen" absolviert verpasst Bale. Damit ist er anderen Stars gegenüber im Nachteil, die bei den Übungen jetzt schon dabei sind. Er kann seine potentiellen neuen Mitspieler nicht kennenlernen und der Trainerstab kann keine Spielzüge einüben, in denen er eine Rolle spielt. Damit wächst auch das Risiko ihn einzusetzen, sollte der Transfer doch noch klappen. Und kann man einen 120-Millionen-Euro-Transfer auf die Bank setzen? Eher schwierig.

 

Ancelotti: "Warum soll ich über Bale sprechen?"

Alvaro Morata.
Alvaro Morata.

Vielleicht ist sich Coach Ancelotti auch deswegen gar nicht mehr so sicher, ob er Bale überhaupt haben möchte. Vor allem, weil bei dem Transfer ja nicht nur ein neuer Spieler käme, dem er quasi eine Stammplatzgarantie geben müsste. Sondern auch, weil er zusätzlich mindestens einen seiner Spieler abgeben müsste. Tottenham ist vor allem auf Alvaro Morata heiß, einem hochtalentierten Youngster. Den will Ancelotti aber gar nicht abgeben. "Warum soll ich über Bale sprechen, wenn ich Alvaro und Jesé (José Rodríguez) habe?", sagte Ancelotti laut dem "Daily Mirror". "Beide haben stark gespielt. Sie sind zwar noch jung, haben aber unglaublich viel Talent." Mit Cristiano Ronaldo, Mesut Özil und Isco hat Real in der Offensive ein absolutes Top-Trio für die Startelf hinter Karim Benzema. Dahinter stehen mit Kaká, di María, Morata und Jesé exzellente Alternativen bereit.

Dennoch scheint man in Madrid davon auszugehen, dass der Bale-Deal noch klappt. Präsident Florentino Perez hat sich zu weit aus dem Fenster gelehnt, um den Transfer jetzt einfach unter den Teppich kehren zu können. Ob der Wechsel den "Königlichen" aber wirklich sofort das bringt, was sie sich erhoffen, wird immer unwahrscheinlicher. Mit jedem Tag, den der Poker andauert.

Was ist eure Meinung? Sollte Real den Deal durchziehen? Oder lieber nächstes Jahr noch mal attackieren?