Presse zerreißt verletzten Özil

Mesut Özil lief im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League nur hinterher.

45 Minuten war von Mesut Özil beim 1:1 in München nichts zu sehen. Er musste auf der ungeliebten Außenbahn ran, wurde aber durch Alabas und Riberys Offensivaktionen in die eigene Hälfte gedrückt und sah dabei ziemlich unglücklich aus. Nach der Pause blieb der deutsche Nationalspieler in der Kabine. Nicht, oder besser gesagt nicht nur wegen seiner Leistung, sondern weil er sich verletzte. Dennoch kennt die englische Presse keine Gnade. Sie zerreißt Özil in tausend Stücke und beschimpft ihn.

Nach dem Spiel äußerte sich Özils Trainer zu seiner Verletzung."Es sieht sehr ernst aus", sagte Arsene Wenger. "Er wird am Mittwochmorgen untersucht um zu sehen, wie ernst es ist. Er fällt mindestens ein paar Wochen aus." Zum Glück meinen viele englische Pressevertreter. Die hauen nach dem CL-Aus nämlich ziemlich drauf...

"The Mirror" bleibt dabei noch eher sachlich: "Um es kurz zu machen: Özil war mal wieder bitter enttäuschend. Verschwenderisch im Passspiel, schlampig bei der Ballkontrolle, fortdauernd ineffektiv. Es war wieder ein schwarzer Abend für ihn in der Champions League, der Bühne, auf der er glänzen sollte. Kein Zweifel, dass er es besser kann. Aber er wirkt im Moment verloren."

"The Telegraph" drückte es folgendermaßen aus: "Özil hat gezeigt, dass er keiner für die großen Momente ist. Seine Saison war wie eine Achterbahnfahrt. Am Dienstagabend erreichte er den Punkt, an dem der Wagen am Ende angelangt und die Zuschauer aussteigen, unbeeindruckt."

Im "Independet" ist diese Verbildlichung zu lesen: "Özil ist ein 42 Millionen Pfund teurer, verlorener Passagier - dabei war er gekauft worden, um Pilot zu sein. Es war nicht gerade die Wirkung, die man sich von einem so teuren Spieler erhofft, der sich im wichtigsten Saisonspiel beweisen will. Er war 45 Minuten lang anonym. Er gab dieselbe trostlose Figur ab wie im Hinspiel, taumelte wie benebelt herum. Als Angreifer bot er nichts, und als Verteidiger wurde er ja nicht gekauft.

Ganz schön bitter diese Kritik. Doch am härtesten teilte die "Daily Mail" aus. Dort heißt es: "Özil sah verloren, faul und desinteressiert aus. Er mag 42,5 Millionen Pfund gekostet haben - aber er ist einen Scheißdreck wert.

Özils Leistung war schlecht, einverstanden. Aber das geht doch zu weit oder? Wie seht ihr das?